Pressespiegel

 
Dieser Artikel erscheint uns besonders wichtig, da nach unserer Kenntnis in letzter Zeit auf mehreren Tauschtagen in Südbayern Briefmarken im insgesamt unteren fünfstelligen Euro-Wert entwendet wurden!:
 

 AUS DEM POLIZEIBERICHT

Dreister Dieb beim Briefmarken-Tauschtag
 

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Während die Besucher des Großtauschtages der Briefmarkenfreunde sich an den einzelnen Tischen der Anbieter informierten, handelten und kauften, steckte ein Dieb Marken im Wert von 3500 Euro ein. Er wurde allerdings an Ort und Stelle festgenommen.                                                                     ARCHIVFOTO: GREIF

(Anmerkung: Der Dieb ist auf diesem Foto selbstverständlich nicht abgebildet!)


Germering — Briefmarken im Wert von insgesamt 3500 Euro hat ein Dieb beim Großtauschtag im Orlandosaal der Stadthalle erbeutet. Weit kam er damit aber nicht: Die Polizei nahm ihn an Ort und Stelle fest.

Wie gestern ausführlich berichtet, war der Orlandosaal beim Tauschtag der Germeringer Briefmarkenfreunde bestens gefüllt: Gewerbliche und private Händler aus ganz Südbayern waren mit ihren Angeboten vertreten. Dies lockte zahlreiche leidenschaftliche Sammler nach Germering — allerdings nicht nur ehrliche, wie Germerings Polizeichef Klaus Frank berichtet: Ein 61-jähriger Münchner, der ebenfalls Briefmarkensammler ist, nutzte die Gunst der Stunde, und versuchte mit Briefmarken im Wert von 3500 Euro zu entkommen. Auf die Schliche kamen ihm die Ordnungshüter, weil ihn ein Sammler beim Einstecken einer mit Marken gefüllten Mappe beobachtet hatte.

Er verständigte die Polizei, die den Mann noch im Saal festnahm. Die Beamten stellten einen Stoffbeutel sicher, der mit gestohlenen Briefmarken gefüllt war: Der Dieb hatte sich schon an drei Tischen unbemerkt bedient, ehe er ertappt wurde. Der Beschuldigte zeigte sich sofort geständig. Er gab gegenüber der Polizei an, aus Frust gehandelt zu haben: Er habe einen bestimmten Satz Briefmarken kaufen wollen, konnte sich aber mit dem Verkäufer nicht über den Preis einigen. In der Folge habe er dann begonnen, Marken zu stehlen. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung bei der Polizei und einer Vernehmung wurde der Münchner wieder auf freien Fuß gesetzt.

kg

MÜNCHNER MERKUR
FÜRSTENFELDBRUCKER TAGBLATT
Dienstag, 28. Februar 2012, Nr. 49
Germering
Seite 5
 

 
 GROSSTAUSCHTAG IN DER STADTHALLE

Briefmarken sammeln ist immer noch in
 

Pr-2012TTa

Philatelisten aus ganz Südbayern haben am Sonntag den Orlandosaal der Stadthalle in Beschlag genommen.
FOTO: GREIF

Briefmarkensammeln ist nicht out. Das war beim gestrigen Großtauschtag der örtlichen Philatelisten im Orlandosaal der Stadthalle eindrucksvoll zu sehen.

VON KLAUS GREIF

Germering – Einmal im Jahr laden die Briefmarkenfreunde Germering zum Großtauschtag in den Orlandosaal. 44 private und gewerbliche Sammler aus ganz Südbayern haben sich angemeldet und einen oder mehrere Tische gemietet, auf denen sie ihre teils umfangreichen Sammlungen präsentieren. Es heißt zwar Tauschtag, aber mit diesem Begriff ist Vereinssprecher Samuel Fleischhacker nicht so einverstanden. Es sei eigentlich kein Tauschen mehr wie früher, sondern eher ein Handeln, erzählt er. Er würde das Ganze deswegen eher als Börse bezeichnen.

Der Zuspruch an Besuchern, die schon kurz nach Öffnung des Saals um 9 Uhr das Angebot begutachten ist beachtlich. Fleischhacker gibt sich auch recht zufrieden: „Das ist schon sehr gut." Briefmarkensammeln sei halt entgegen vieler Unkenrufe nicht out. Er gesteht zwar zu, dass der Nachwuchs weniger werde, weil ganz allgemein Sammeln nicht mehr gefragt sei. Aber die Briefmarkenfreunde erfreuten sich in den 90er-Jahren einer konstanten Mitgliederzahl von 100. Immerhin ein Drittel davon kommen zu den 14-tägigen Tauschtreffs am Freitag in der Stadthalle. Der nächste findet am 9. März, 18 Uhr, statt und ist gleichzeitig mit der Jahresversammlung verbunden.

Den Germeringer Philatelisten geht es aus Sicht von Fleischhacker auch deswegen noch gut, weil man mit modernen Mitteln arbeite: Die umfangreiche Präsenz des Vereins im Internet (www.briefmarkenfreunde-germering.de) sei nicht alltäglich. Benachbarte Vereine engagierten sich hier eher nicht, erzählt Fleischhacker – hier spüre man den hohen Altersdurchschnitt.

Auch darüberhinaus versuche der Verein alles, um präsent zu sein. Auf den Großtauschtag habe man beispielsweise mit 2000 Handzetteln aufmerksam gemacht. Und um den Besuch der Börse auch für Nicht-Sammler interessant zu machen, habe man wie im Vorjahr ein Sonderpostamt organisiert: Hier konnten sich die Besucher einen Sonderstempel auf so genannte Erinnerungskuverts drucken lassen. Motiv war das in diesem Jahr anstehende Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen der Mariensäule. Auf ein geeignetes Motiv zu kommen, sei dabei heuer nicht so leicht gewesen wie beim Tauschtag im Vorjahr, erklärt Fleischhacker: Damals nahm man 20 Jahre Stadt zum Anlass. So etwas naheliegendes habe es heuer nicht gegeben, erzählt er. Letztlich habe ein Mitglied, das zufällig davon wusste, den Hinweis gegeben.

MÜNCHNER MERKUR
FÜRSTENFELDBRUCKER TAGBLATT
Montag, 27. Februar 2012, Nr. 48
Germering
Seite 6

 
Langsamer Abschied von der Aktie
des kleinen Mannes

 
Briefmarkensammlern fehlt der Nachwuchs
 
von Stefanie Wegele
 

 
Landkreis - Eine Postkarte aus dem Jahr 1896 ziert die Sondermarke, die Deutschland zum diesjährigen Tag der Briefmarke herausgebracht hat. Damit wird an den Bund Deutscher und Österreichischer Philatelistenvereine erinnert, der genau vor 110 Jahren gegründet wurde. Den Briefmarkensammlern im Landkreis ist der Tag der Briefmarke, der auf diesen Sonntag fällt, noch wichtig, doch ihre Zahl sinkt stetig: Den Philatelisten geht der Nachwuchs aus.
 
Nur 31 der 110 Mitglieder des Germeringer Philatelistenverbandes waren beim Deutsch- Österreichischen Philatelistentag in Bad Reichenhall dabei, der im Vorfeld des Jahrestages der Briefmarke stattfand. „Der Großteil in unserem Verein ist über 60 Jahre alt", klagt Schriftführer Rainer Chilian. „Wir haben nur ein paar Junge, damit meine ich die 30- bis 40-Jährigen." Deshalb fürchtet er, dass das Briefmarkensammeln irgendwann ausstirbt.
 

„Man muss einfach im Herzen ein Briefmarken- sammler sein“: Rainer Chilian ist seit 1955 passionierter Philatelist                          Foto. Greif
 

„Nach dem Krieg war das Sammeln der Marken ein großes Hobby", berichtet der 66-Jährige. „Damals war das die Aktie des kleinen Mannes." Doch nicht nur die geänderte Wertevorstellung vor allem der jungen Menschen macht Chilian für das nachlassende Interesse am Briefmarken- sammeln verantwortlich. „Die Post bringt so oft neue Marken heraus, da wird es schwierig, alles vollständig zu haben."
 
Doch dies sei das erklärte Ziel vieler Sammler. Der Germeringer, der 1955 diese Leidenschaft entdeckt hat, sammelt Länder wie China, Japan und Deutschland. „Außerdem interessiert mich alles vom Dritten Reich und aus Füssen, da ich dort aufgewachsen bin."
 
Kurzzeitiges Interesse an Briefmarken wird heute vor allem an dem rapiden Anstieg der Sonderdrucke bemerkbar. So hat zum Beispiel Germering zum 100. Geburtstag der Post eine Sondermarke in Österreich in Auftrag gegeben. Darauf abgebildet ist die erste Postagentur von einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1910. Auch die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck hat einen Sonderdruck im Nachbarland bestellt. Zur 700-Jahr-Feier des Marktes Bruck wurde ein Sammlerstück entworfen, das das alte Rathaus zeigt. Jeweils zur 1200-Jahr-Feier
haben sich Esting und Maisach Sonderdrucke anfertigen lassen.
 

 
Sonderdrucke und Ebay bieten keinen neuen Reiz
 

 
„Bei diesen Sonderdrucken sind Gebäude wie Rathäuser und Kirchen sehr beliebt", erklärt Chilian. „Was ich aber bisher noch nicht erlebt habe, ist, dass jemand den Kopf einer berühmten Persönlichkeit aus dem Landkreis - wie zum Beispiel bei Ottfried Fischer geschehen - in Auftrag gibt."
 
Dabei ist das Sammeln durch das Internet einfacher geworden - dank Online-Bestellungen und -Auktionen wie bei Ebay. Gerade für junge Leute könnte dies ein Anreiz sein, mit dem fast vergessenen Hobby anzufangen – möchte man meinen. Doch Chilian glaubt nicht, dass dadurch die große Nachkriegs-Sammelleidenschaft wieder belebt wird. „Man muss einfach im Herzen ein Briefmarkensammler sein. Da kann Ebay nicht viel dazu tun."
 

Germeringer Zeitung
Wochenende
28. / 29.10.2006
Nummer 249