Oktober 2010

Vereinsbote - Oktober 2010 - 23. Jahrg. - Nr. 92

Inhaltsverzeichnis:
Stadthalle - “Die unendliche Geschichte”
Vereinsinterne Versteigerung
Keine Spur von einer Finanzkrise für Briefmarken?
Einladung zur Jahresabschlussfeier 2010
Die Tücken der Selbstkleber
Spenden Sie Briefmarken für einen guten Zweck
Rückblick auf den Großtauschtag
Tauschtage in der Umgebung
100 Jahre Bayerische Postgeschichte (47)
Französische Besonderheit
Unbekannte Plattenfehler (53)
Alte Marken haben keine Zähne
Kennwort: Falsch (21)
 

Stadthalle — „Die unendliche Geschichte"

Der Orlando-Saal in der Germeringer Stadthalle ist wieder für das Publikum geöffnet, und so konnten wir unseren abgesagten Großtauschtag vom Februar am 3. Oktober nachholen. Die Räume im 1. Obergeschoss dagegen — wo sich auch unser Vereinslokal befindet —kann nach wie vor nicht benutzt werden, da immer neue Mängel zutage treten. Daher müssen wir unsere Vereinsabende am 15. und 29. Oktober sowie am 12. und 26. November 2010 weiterhin beim Sportwirt in der Alfons-Baumann-Straße abhalten.

Wie es dann im Dezember weitergeht — wir wissen es noch nicht, hoffen aber auf eine baldige Rückkehr in die Stadthalle. Ein Blick auf www.qermerinqer-briefmarkenfreunde.de hilft weiter. Oder fragen Sie von Zeit zu Zeit telefonisch bei einem der Vorstandsmitglieder an.

Die Vorstandschaft

Vereinsinterne Versteigerung
am Freitag, 12. November

„Schatzi!! Steht da nicht ein bisschen zu viel rum? Brauchst du das wirklich alles noch? Liegt auf dieser Schachtel nicht schon mindestens ein Zentimeter Staub? Wie viele Jahre hast Du da schon nicht mehr reingesehen?"

Tun Sie Ihrem Schatz doch einen Gefallen und packen Sie Ihre vielen — damals einmaligen Schnäppchen — zusammen und trennen sich von allem mittlerweile hinderlichen Ballast. Machen Sie damit anderen eine Freude und bringen alles mit zu unserer Versteigerung. Nutzen Sie die Gelegenheit und ersteigern sie die einmaligen Schnäppchen, welche die anderen mitbringen. Denken Sie daran: Frühzeitig einliefern, denn um 19 Uhr geht schon die Versteigerung los.

S. F.

Keine Spur von einer Finanzkrise für Briefmarken?

Schön wäre es, wenn dem so wäre. Leider bezieht sich diese Aussage nur auf das Ergebnis der Corinphila Auktion, und das trifft wohl auch auf die kurz danach erfolgte RappAuktion in Wil zu. Außerhalb der Auktionssäle bietet sich den betroffenen Zeitgenossen schon ein anderes Bild. Darüber ist in den Medien derzeit genügend die Rede, und soll hier auch nicht wiederholt werden.

Wenn in den Medien, angefangen beim Radio, dem Fernsehen und der Presse, von so Nebensächlichem wie Briefmarken die Rede ist und dazu so ausführlich als wir es sonst gewohnt sind, lässt dies aufhorchen. Natürlich machen die Spitzenresultate der Auktionen die Musik dazu. Wie immer werden die Reichen der Welt die Rosinen aus dem Angebot herausholen. Aber ein Blick in die gutbesetzten Auktionssäle lässt doch vermuten, dass da auch ganz normale Sammler darunter sind und versuchen, das eine oder andere Stück für sich zu ergattern. Nichts Neues für uns ist die Vermutung, da wird Geld zur Wäscherei gebracht, nur fehlen dafür wieder einmal die Beweise.

Wie es Seniorchef Rapp sagt, er kenne nichts Wertbeständigeres als wertvolle Briefmarken, so trifft er den Kern der Sache. Hinter dem ganzen Auktionsgeschehen steckt doch auch eine Leidenschaft, nämlich etwas zu besitzen, was nicht alltäglich ist, Freude bereitet und dazu in Sammlerkreisen Ansehen verschafft. Natürlich sind Briefmarken dem Marktverlauf ausgesetzt, können je nach Nachfrage höher oder tiefer gehandelt werden. Sammlervorlieben sind nicht immer gleichbleibend, es kommen neue Gebiete hinzu, andere treten zurück. Doch wird nun seit mehr als hundert Jahren immer ein Markt vorhanden sein, und dank dem wirtschaftliche Erstarken junger Länder, so vor allem in Asien ein stetig wachsender Markt sogar.

Wir Sammler in den Vereinen mögen zwar Klage führen über den Mitgliederrückgang und nachlassendes Sammelinteresse. Doch Hand aufs Herz, sind wir da nicht selber mitschuldig durch passives Verhalten. Will man den Online-Auktionsplattformen alle Aktivität überlassen, dann wohlan. Die Sammellust wird trotzdem weiterblühen, mit allen Variationen. Wer Fehler vermeiden will, ist aber gut beraten, wenn er ständig Kontakt zu seinesgleichen hält, eben in Vereinen, die an Aktivitäten nicht sparen und damit ihr Hobby am Leben erhalten. Wir versuchen, dabei so gut wie möglich mitzuhalten.

A. Cedak

Einladung zur Jahresabschlussfeier 2010

Alle Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen sind herzlich zu unserer traditionellen Jahresabschlussfeier am

Samstag, 18. Dezember 2010

eingeladen und wir hoffen, dass wir wieder viele begrüßen können.

ie in den vergangenen Jahren findet diese Feier statt im:

Restaurant „Zum Sportwirt"
Alfons-Baumann-Straße 7, Germering,
Tel. (0 89) 8 57 57 07
Einlass: 18:00 Uhr / Beginn: 19:00 Uhr

 

Das Küchenpersonal wird sich wieder alle Mühe geben und für Ihr leibliches Wohl sorgen. Musikalische Einlagen werden uns gut unterhalten und Mitglieder des Vereins wieder weihnachtliche Geschichten und Gedichte vortragen.

Natürlich haben wir auch wieder für eine Tombola mit vielen schönen Preisen gesorgt. Wenn Sie für die Tombola auch noch etwas spenden könnten oder wollen, würden wir uns sehr freuen. Sie können diese Spenden an den kommenden Vereinsabenden bei der Vorstandschaft abgeben.

Verpassen Sie diesen schönen Abend nicht und melden Sie sich bitte mit dem beiliegenden Formular rechtzeitig an.

Die Vorstandschaft

Die Tücken der Selbstkleber

Sierra Leone, 10. Februar 1964 – anlässlich der New Yorker Weltausstellung erscheinen die weltweit ersten selbstklebenden Postwertzeichen. Abziehen, aufkleben, abschicken –das Prinzip ist einfach und erobert schrittweise die Ausgabepolitik der internationalen Postverwaltungen. In den 90er Jahren weitet sich die neue Produktionsform auf Markenheftchen und Rollen aus.

Dass die Sache einen philatelistischen Haken hat, darüber wurde später heiß diskutiert, Die Selbstkleber sitzen auf einer Klebe- und einer Silikonschicht. Oxidiert nun der Klebstoff, so kann er durch die Poren des Markenpapiers dringen und die Druckfarbe verändern, das Ergebnis sind vergilbte, fleckige Marken mit unansehnlichen Rändern und, bei Markenheftchen, verfärbte Heftchendeckel.

Auch das Sammelgebiet BRD kennt solche Fälle. Betroffen sind besonders die frühen selbstklebenden Ausgaben, die Markenheftchen 40, 41 und 44, „Expo", „Europa", „Gorilla". Sammler gehen verschieden an das Problem heran. Sammler A bevorzugt farbechte Marken und löst sie aus dem Heftchen und entfernt die Gummierung-, Sammler B versucht die Klebeschicht so gut wie möglich zu konservieren und nimmt dafür leichte Verfärbungen in Kauf. Soll man nun den beiden vorschreiben, wie sie zu sammeln haben – sicher nicht. Die Katalogredaktion kann das Sammlerverhalten beobachten und Konsequenzen für den Katalog ziehen – im Falle der Markenheftchen 40, 41 und 44 ist das ein Hinweis zur bewerteten Qualität: Die „Postfrisch"-Preise gelten auch für eingelegte lose Marken ohne Gummi oder leicht verfärbte Marken mit Deckel.
Nach neuen Lösungen suchen auch die Hersteller der selbstklebenden Postwertzeichen. In der Bundesdruckerei Berlin arbeitet man inzwischen mit einer verbesserten Materialzusammensetzung. Die bedruckte Papierschicht der Selbstklebenden wird nun durch eine wasserlösliche Gummischicht von der Klebe- und Silikonschicht getrennt. Das erledigt zwei Probleme auf einen Streich - gestempelte Marken lassen sich bequem vom Papier lösen, ungebrauchte Marken haben keinen direkten Kontakt mehr zur „gefährlichen" Klebeschicht.

Ahnlich wie die wasserlösliche Gummischicht der neueren Ausgaben wirkt Talkum bei der Aufbewahrung älterer Selbstkleber. Auf die Briefmarke aufgebracht schließt es die Poren des Markenpapiers und kann eine weitere Zersetzung durch die Selbstklebeschicht bremsen oder verhindern. Eine möglichst konstante Raumtemperatur und das passende Aufbewahrungssystem, z. B. Alben mit Pergaminstreifen, tun ihr Übriges. Und noch eines ist wichtig: Papier braucht Luft zum Atmen-, bewahren Sie Ihr Album stehend auf und blättern Sie es häufig durch – so genießen Sie Ihre Sammlung nicht nur, Sie schützen sie auch.

H. Wirges (Abdruck mit freundlicher Genehmigung der MICHEL-Redaktion)

Spenden Sie Briefmarken für einen guten Zweck

Sollte Ihnen bei unserer Versteigerung Lose übriggeblieben sein und Sie diese wirklich nicht mehr brauchen können und somit wieder mit nach Hause „schleppen" müssen, wo sie wieder eine endlos lange Zeit herumliegen, denken sie daran: Briefmarkenspenden werden gerne angenommen. Die Erlöse kommen sozialen Zwecken in Südamerika zugute.

Bitte wenden sie sich an die Redaktion des Vereinsboten, Lothar Hollrieder, Kerschensteinerstraße 1. Telefon 089 / 846795.

Rückblick auf den Großtauschtag

Insgesamt kann der Germeringer Briefmarkenverein mit dem Großtauschtag zufrieden sein, was nicht zuletzt auch am gutem Wetter lag. Schon bald waren die meisten Plätze belegt und interessierte Kundschaft inspizierte die Tische der Händler und Sammler. Was allerdings zu beanstanden war: ein paar Tische waren nicht besetzt. Der Grund ist nicht sehr erfreulich, allerdings können wir nichts dafür. Es gibt immer wieder Sammler, die im Voraus einen Tisch reserviert haben, aber dann ohne ersichtlichen Grund nicht kamen. Es kann doch nicht zuviel verlangt sein, dem Veranstalter mitzuteilen (auch telefonisch), dass sie, aus welchen Gründen auch immer, ihre Reservierung nicht einhalten können. Der Verein behält sich vor, diese Personen von der Reservierungslist zu streichen. Eine kleine Enttäuschung gab es auch beim Besuch von unseren Vereinsmitgliedern: von über hundert kamen gerade mal dreißig. Und noch ein Grund: Bisher konnten wir immer auf Durchsagen des Bayerischen Rundfunks und Radio Fürstenfeldbruck auf unsere Großveranstaltung vertrauen, ebenso wie die beiden großen Tageszeitungen Merkur und Süddeutsche, die Hinweise abdruckten. Warum es diesmal nicht so war, ich weiß es nicht.

Insgesamt konnten wir bei unserer Veranstaltung knapp über 200 Besucher begrüßen, was gar nicht so schlecht ist, wenn man die Besucherzahlen anderer Tauschtage erfährt. Das Fazit der Sammler und Anbieter wird mit „es geht" bis „sind zufrieden" und „können nicht klagen". Und noch etwas Positives — der Catering-Service bekam von der Kundschaft gute Noten und der Chef attestierte „ein gutes Geschäft".

L. Hollrieder

Tauschtage in der Umgebung

24.10.2010

Landsberg
am Lech

Briefmarkenverein Landsberg am Lech,
Aula der Fritz-Beck-Hauptschule,
Johann-Ferstl-Str. 10, 9 - 14 Uhr.

31.10.2010

Moosburg

Briefmarken- und Münzensammlerc!ub Moosburg e.V.,
Stadthalle, Breitenbergstraße, 9 - 16 Uhr.

06.11.2010

München

Briefmarken- und Münzsammlerverein Neuperlach e.V.,
Wirtshaus Leiberheim, Nixenweg 9, 9 - 15 Uhr.

07.11.2010

Bad Aibling

BTV Bad Aibling - Mangfalltal,
Gmoahof, Rinderweg 6, 9 - 14 Uhr.

07.11.2010

Kirchseeon

Briefmarkensammler-Verein Grafing-Ebersberg e.V.,
ATSV-Turnhalle, Sportplatzweg, 9 - 15 Uhr.

14.11.2010

Freilassing

Internationaler Briefmarkengroßtauschtag mit Briefmarkenschau,
Bayerisch-Salzburgisches Sammlertreffen,
Halle des Sportvereins, Prielweg 5 (neben Babylon),
9 - 14 Uhr.

20.11.2010

Kempten

Briefmarkensammler-Verein Kempten e.V.,
Haus Hochland, Prälat-Götz-Str. 2, 9 - 16 Uhr.

28.11.2010

Erding

Briefmarken- und Münzensammlerverein Erding,
Gymnasium 11 (Aula), gegenüber der Polizei,
Sigwolfstr. 50, 9 - 15 Uhr.

05.12.2010

Ottobrunn

Briefmarken- und Münzsammlerverein Ottobrunn,
Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2, 9 - 15 Uhr.

06.01.2010

Traunreut

Traunreuter Briefmarken- und Münzensammlerverein e.V.,
Sportplatzgaststätte, Traunring 116, 9 - 16 Uhr.

100 Jahre Bayerische Postgeschichte (47)

Zustellung der Sendungen

Gegenstände der Postbeförderung (Fortsetzung)

(nur im Vereinsboten zu lesen)

Französische Besonderheit

Es gibt doch nichts, was es nicht gibt. Da erschien in Frankreich doch tatsächlich eine Briefmarke (oder zwei) anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, die vorderund rückseitig bedruckt ist, jeweils mit einem kompletten, frankaturgültigen Briefmarkensujet mit 0,56 Euro Nominal (kompletter Markenpreis also 1,12 Euro).

Die Marke ist vorder- und rückseitig durchgehend gummiert, auch die Markenbilder. Neben dem eigentlichen Markenbild wurde genügend Freiraum gelassen, um die Marke wunschgerecht auf einem Briefumschlag zu befestigen.

Wie soll man diese Marke verwenden, vielleicht so: Zuerst die Marke mit der Inschrift „tu y crois" (glaubst du dran?) nach oben auf dem Umschlag fixiert, in dem man die bildfreien Teile der Unterseite befeuchtet. Der Empfänger löst das nicht angeklebte Markenteil vom Kuvert und schneidet ggf. die weißen Ränder links und rechts ab und klebt es mit der Inschrift „à fond!" (zutiefst) nach oben auf den Antwortbrief.

Man kann geteilter Meinung sein über so viel Innovation bei der Briefmarkengestaltung —ein Verkaufsschlager wird die Marke sicher nicht bei der Vorstellung, die die französische Nationalmannschaft in Südafrika abgeliefert hat.

Die Michel-Redaktion hat sich dazu entschlossen, nur eine Nummer im Katalog zu vergeben.

Manfred Jantschik (Aus: Die MICHEL-Community)

Unbekannte Plattenfehler (53)

Die hier vorgestellten Plattenfehler sind offiziell anerkannt, aber im Katalog bisher nicht alle erwähnt. Für diese Rubrik bitten wir um Ihre Mithilfe: Wer hat Marken mit Plattenfehlern (auch aus dem Ausland) und kann sie uns zur Abbildung leihen? Bitte melden Sie sich bei der Vorstandschaft oder der Redaktion des Vereinsboten.

L. Hollrieder

Heute:

Originalmarke:
Plattenfehler:
 

Bayern "Dienstmarke", MICHEL-Nr. 19 / 27 / 34 (15 Pfg. rot).
Einbuchtung im Oberrand über dem M - fortschreitender Plattenfehler bis zum großen weißen Fleck.

VB1004a

Alte Marken haben keine Zähne

(nur im Vereinsboten zu lesen)

Kennwort: Falsch (21)

Informationen und Warnmeldungen des
Bundes Deutscher Philatelisten e.V.

Brief geprüft -
falsch beschrieben

Anlass:
„Fachliche", sachlich unrichtige Beschreibungen von Auktions- und Verkauflosen.

Beispiel:
Eine Ganzsache wurde in ungebrauchtem Zustand richtig geprüft und signiert!

Eine nachträglich geschriebene Anschrift und ein neuer Klischee-Stempel oder der Abdruck eines in den Kriegswirren „verlorenen" Stempels - erhöht den Wert - meinen die „Schreiber".

Wird dieses Los dann falsch beschrieben, kauf der Sammler eine sehr teure Fälschung!

Geprüft und trotzdem falsch - jedoch nicht falsch geprüft!

Unfug darf nicht als Legitimation für die Losung „Wider den tierischen Ernst in der Philatelie" herhalten.