November 2014

Vereinsbote - November 2014 - 27. Jahrg. - Nr. 108

Inhaltsverzeichnis:
Samstag, 10.01.2015 – Jahresessen
Philatelie und Postgeschichte
Zum 1.1.2015 wieder höheres Porto
Ein Blick ins Ausland: Frankreich
Was kommt 2015
Lindauer Bote
Unbekannte Plattenfehler (65)
In Würdigung berühmter Persönlichkeiten
Nur durch Exponate wird man Philatelist
Wir trauern um
Interessante Tauschtage (Auswahl)
 

Samstag, 10.01.2015 – Jahresessen

Unser Jahresessen findet, nachdem wir dieses Jahr recht zufrieden waren, wieder im

Wirtshaus „Burkart“,
Danziger Str. 16, 82110 Germering,
am Samstag, den 10.01.2014, Beginn 19:00 Uhr, Einlass 18:30 Uhr,

statt. Wie bisher sind Angehörige unserer Mitglieder herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme, liegt doch der Termin außerhalb der stressigen Vorweihnachtszeit. Bitte geben Sie uns baldmöglichst bekannt, mit wie vielen Personen Sie teilnehmen wollen, denn wir haben ein kleines Problem: Es stehen uns nur 50 Plätze zur Verfügung. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Es wäre schön, wenn alle, die sich anmelden, dann auch kommen.

Philatelie und Postgeschichte

Der von der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte getragene Teil der philatelie Nr. 447, September 2014, hat sich auf Seite 32 im Artikel „Poststempel von Gefangenenlagern im Ersten Weltkrieg“ mit dem Lager Puchheim befasst. Laut ArGe Bayer soll es zwei Hauptvarianten von Poststempeln und mindestens einen Zensurstempel geben, dazu einige Ansichtskarten. Insgesamt sei die Informationslage zu den Lagern teilweise sehr dünn.

Heftig widersprechend hat sich hierzu unser Mitglied Gerhard Niembs geäußert:

Sehr geehrter Herr Olschimke,
bezugnehmend auf Ihren Artikel in der Philatelie 447 vom Sept.14, Seite 31-35, kann ich Ihnen folgendes zum Thema Lager Puchheim mitteilen:

1. Poststempel Puchheim Lager
Im Handbuch der bayrischen Ortsstempel 1876-1920 von Joachim Helbig, erschienen 1984/85, Selbstverlag wird als Eröffnungsdatum der Postagentur Puchheim Lager der 03.04.1915 angegeben. Hier werden 5 verschiedene Stempel aufgeführt, einer ohne Klammer um das Wort "Lager", sowie vier Varianten des Stempels mit Klammer.
In meiner Sammlung habe ich über 50 Belege mit Poststempel Puchheim Lager.

2. Einschreiben Puchheim Lager
Vom 13.11.1916 liegt mir ein Einschreiben vor mit Blanko R-Zettel und Gummistempel "Puchheim Lager".

3. Zensurstempel Lager Puchheim
Die Arbeitsgemeinschaft Zensurpost hat sich in mehreren Rundbriefen mit den Zensurstempeln der Kriegsgefangenenlager in Deutschland befasst. Im Jahr 2004 hatte ich die Rundbriefe der Jahre 1987 bis 2003 in der Philatelistischen Bibliothek München auf Spuren und Daten zum Lager Puchheim durchgesehen - leider ohne Erfolg. Ich hatte damals aus der eigenen Sammlung eine Aufstellung der Zensurstempel Lager Puchheim erstellt (74 Belege, 34 verschiedene Zensurstempel!) und an Herrn John Thiesen von der Arge geschickt.

4. Ansichtskarten Lager Puchheim
In meiner Sammlung habe ich über 100 verschiedene Ansichtskarten vom Lager Puchheim.

5. Geschichte des Lager Puchheim
Im Laufe des Ersten Weltkriegs entstand auf dem ehemaligen Flugfeld in Puchheim bei München das größte Kriegsgefangenenlager Südbayerns. Die bis zu 25.000 Kriegs­gefangenen aus Russland, Frankreich und Italien wurden in ganz Oberbayern zur Arbeit eingesetzt.

Literatur:
Gefangen in Puchheim, Puchheimer Kriegsgefangenenlager 1914-1921, Erich Hage, Ellen Echtler,
Volk Verlag München 2014, ISBN 978-3-86222-148-6


6. Gerhard Niembs
Ich bin seit 30 Jahren Heimatsammler. Ich habe mit meiner Sammlung sowohl eine diesjährige Ausstellung in Puchheim sowie das obengenannte Buchprojekt unterstützt.
Rückfragen gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Niembs

Jürgen Olschimke ist der 1. Vorsitzende der ArGe Briefpostautomation und der ArGe „R + V-Zettel“, deren Spezialgebiet wohl nicht die Lagerstempel sind. Offensichtlich hat er sich auf Informationen der ArGe Bayern gestützt, die aber wohl die bei der ArGe Zensurpost vorhandenen Informationen nicht kannte. Also könnte die Überschrift unseres Beitrages hier auch „Geheimsache Philatelie“ lauten. Die Rundbriefe der ArGen sind liegen weitgehend in den philatelistischen Bibliotheken vor, sind aber dort nicht so zugänglich, wie es möglich wäre. Das schadet den interessierten Sammlern und auch den ArGen selbst, den wie man hier deutlich erkennt, gibt es Überschneidungen bei den jeweiligen Interessengebieten. Ein Wissensaustausch, wenigsten untereinander, wäre angesagt. Wenn es selbst einem Herrn Olschimke als Fachmann nicht gelingt, sich Informationen bei der richten ArGe zu holen, wie sollte dies einem weniger spezialisierten Sammler gelingen. Wissenschaftler haben längst erkannt, dass die Offenlegung ihrer Erkenntnisse allen dient. Philatelisten gehen nicht mit der Zeit, und gehen mit der Zeit …

Samuel Fleischhacker

Zum 1.1.2015 wieder höheres Porto

Die Deutsche Post erhöht zum 1.1.2015 das Porto für den Standardbrief (20 gr) von 0,60 auf 0,62 €. Der Kompaktbrief (50 gr) verringert sich von 0,90 auf 0,85 €. Die gleichen Preise gelten auch für den E-Postbrief.

Die Infopost Groß – das ist die Versandart, mit der wir den Großteil unseres Vereinsboten versenden – steigt um 0,03 €. Bisher, da knapp 40 gr schwer, zahlten wir 0,42 €, nun werden es 0,45 €. Der einfache Brief wird 3,3 % teurer, unser Infobrief immerhin 7,1 %. Danke, liebe Post!

Postwurf Spezial – betrifft uns nicht – wird sogar im Durchschnitt um 10 % teurer, mit zusätzlichen Mehrkosten für größere Formate und für nicht automationsfähige Sendungen. Vielleicht erspart uns das wenigsten einige Werbung im Briefkasten.

International wird das Porto für den Standardbrief von 0,75 auf 0,80 € erhöht, auch der Kilotarif erhöht sich von 0,48 auf 0,50 € pro Stück, der Kilopreis bleibt bei 8,50 €, ebenso Infopost International von 0,48 auf 0,50 € Priority, bzw. 0,45 auf 0,47 € Eco­nomy pro Stück, der Kilopreis bleibt bei 8,00 €. Die Werbeantwort International steigt von 1,10 auf 1,20 €. Bei Presse und Buch International steigen nur die Economy-Tarife von 3,00, 5,50 und 11,00 auf 3,20, 6,00 und 12,00 €, beim Kilotarif nur der Priority-Stückpreis von 0,75 auf 0,80 €, der Kilopreis bleibt bei 6,00 €, der M-Beutelversand und M-Beutel-Einschreiben bleiben unverändert. Bleiben Einschreiben International (2,15 €), Eigenhändig (1,80 €), Rückschein (1,80 €) unverändert, steigt Nachnahme International von 7,14 auf 8,33 €, Eil International von 5,12 auf 5,36 €. Wert International bleibt mit 2,15 € unverändert, das Entgelt je angefangene 100 € Haftungsbetrag steigt von 1,50 auf 2,00 €.

Info ohne Gewähr, selbst nachzulesen bei
http://www.deutschepost.de/de/a/aenderungen-2015.html und
www.deutschepost.de/content/dam/dpag/images/B_b/Briefe_ins_Ausland/pdf/Preisblatt_2015.pdf

Samuel Fleischhacker

Ein Blick ins Ausland: Frankreich

3 Cent mehr Porto!? Franzosen sind da nun anderes gewöhnt. Hier die Tarife ab 1.1.2015 und in

Klammern die Preissteigerung:

Gewicht

Lettre économique
(ecopli)

Lettre Verte

Lettre prioritaire

bis 20 g

0,66 € (0,07 €)

0,68 € (0,07 €)

0,76 € (0,10 €)

bis 50g

1,05 € (0,18 €)

1,15 € (0,13 €) 

1,30 € (0,20 €)

bis 100g 

1,45 € (0,25 €)

1,75 € (0,20 €)

1,90 € (0,25 €)

bis 250 g

2,50 € (0,40 €) 

2,75 € (0,30 €)

3,05 € (0,40 €)

bis 500 g

-

3,70 € (0,40 €)

4,10 € (0,55 €)

bis 1kg

-

4,85 € (0,50 €)

5,35 € (0,70 €)

bis 2 kg

-

6,30 € (0,65 €)

6,80 € (0,80 €)

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Als Trostpflaster gibt es in großen Teilen des Auslands „Tarifstufenmarken“, die nicht den Betrag, sondern die Wertstufe aufgedruckt haben und unbeschränkt gültig sind – auch in Frankreich. Die „Marianne“ für den Tarif „Lettre prioritaire“ kostet jetzt 0,66 €, ist aber im Januar 2015 0,76 € Wert. Eine Wertsteigerung von über 13 %. Mit rosigsten Zukunftsaussichten für 2016! Eine Wiederauferstehung der „Aktie für – jetzt – den kleinen Franzosen“. Bei uns erhält man einen Dividendencoupon in Form einer 2 Cent-Zusatzmarke, die man aber zu bezahlen hat.

Weiter fällt auf, dass es drei verschiedene Zustellarten gibt: Prioritaire (Priority, früher Luftpost bei uns genannt), Zustellung innerhalb 24 Std., Verte, CO2-schonende Zustellung innerhalb 48 Std. und Économique, Zustellung innerhalb von 4 Tagen.


Was kaum jemand bei den Postannahmestellen mehr weiß, der blaue Aufkleber, der jetzt PRIORITY heißt, gilt – wir haben ja immer, manchmal mehr oder weniger „Lettre prioritaire“ – für uns nur im Ausland. „Den Aufkleber brauchen Sie nicht, wir befördern alles per Luftpost ins Ausland!“, hört man immer wieder. Wir schon, aber ohne Aufkleber geht es dann dort mit Schneckentempo weiter! Interessant vor allem für „Inlandspost“ in die französischen Übersee-Departements Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte und Réunion. Dahin macht es schon einen kleinen Unterschied ob mit Flugzeug oder Schiff.

Samuel Fleischhacker

Was kommt 2015

Liste der ausgewählten Themen zum Sonderpostwertzeichen-Jahresprogramm 2015:

Markenthemen
1200 Jahre Bistum Hildesheim
1000 Jahre Leipzig
900 Jahre Köthen (Anhalt)
500. Geburtstag Lucas Cranach der Jüngere
350 Jahre Christian-Albrechts-Universität zu
    Kiel
250 Jahre Technische Universität
    Bergakademie Freiberg
200. Geburtstag Otto von Bismarck
175 Jahre erster Kindergarten in
    Deutschland
150. Geburtstag Philipp Scheidemann
150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur
    Rettung Schiffbrüchiger
150 Jahre Max und Moritz
125 Jahre erster bayerischer
    Gebirgstrachtenverband
100. Geburtstag Helmut Schön
100. Geburtstag Karl Leisner
75. Geburtstag Pina Bausch
50 Jahre Jugend forscht
25 Jahre Deutsche Einheit
Asterix (Blockausgabe)
Briefe von Felix
Internationales Windjammerfestival
    Bremerhaven
Winterstimmung

Serien
Serie „Aktuelles Thema“
Serie „Klassische deutsche Automobile“
    (1950er bis 1980er Jahre)
Serie „Burgen und Schlösser“ Schloss
    Ludwigslust und Marksburg
Serie „Europa“: Historisches Spielzeug

Serie “Tierkinder” Eichhörnchen und
    Wildkatze
Serie „Wildes Deutschland“ Ostsee
    Boddenlandschaft
Serie „Mikrowelten“ Kieselalge und Blüte
    Odermenning
Serie „Leuchttürme“ Moritzburg und Lindau
Serie „Deutschlands schönste Panoramen“
    Chiemsee
Serie „Schätze aus deutschen Museen“
    Trauernde Frauen (Tillmann Riemen-
    schneider). Geburt Christi mit Anbetung
    der Hirten (Mar­tin Schongauer)
Gemeinschaftsmarke (geplant: Gemein-
    schaftsmarke mit Israel)

Plusmarken
Serie „Für den Sport“ zur Unterstützung der
    Stiftung Deutsche Sporthilfe: Cartoons
    zum Thema Behindertensport
Serie „Für die Jugend“ zur Unterstützung der
    Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V.:
    Süßwasserfische (Äsche, Barbe, Stör)
Serie „Für die Wohlfahrtspflege“ zur
    Unterstützung der Bundesarbeitsgemein-
    schaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.:
   Grimms Märchen – Dornröschen
Serie „Tag der Briefmarke“ zur Unterstützung
    der Stiftung für Philatelie und Post-
    geschichte: 175 Jahre Briefmarken
Serie „Weihnachten“ zur Unterstützung der
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien
    Wohlfahrtspflege e.V.: Stille Nacht

Änderungen vorbehalten

Lindauer Bote

Einzig erkennbares Ziel des BDPh war es in den letzten Jahren, die Zuschüsse an die Vereine zu senken und dafür die Beiträge zu erhöhen, alles in der Hoffnung, diese Maßnahmen gleichen den vielleicht sogar dadurch entstandenen Mitgliederschwund und die daraus entstandenen Beitragslücken zu schließen. Damit sollte die klassische Philatelie mit allem Pomp am Leben erhalten werden.

Der neue Vorstand des BDPh versucht, Kosten zu sparen und neue Einnahmequellen zu erschließen. Kooperationen mit Albenverlagen und Veranstaltungen mit Aktionen für die Masse sollen dabei helfen.

Hier ein Beitrag aus der Schweiz, den die Aktion „Lindauer Bote“ schloss ja die Länder Österreich, Schweiz und Liechtenstein mit ein.

Anlass „Lindauer Bote“ zusammen mit der Schweizer Post
erfolgreich durchgeführt.

red.) Anfänglich war uns allen nicht recht klar, wer bei der geplanten Veranstaltung die Feder führt, denn die eigentlichen Urheber waren die deutschen Philatelisten, welche an ihrem Tag der Briefmarke (bereits im September 2014) den „Lindauer Boten" als denk- und feiernswürdig erkoren hatten. Weil dieser Bote auf seiner Reise über den Bodensee nach Fussach und Feldkirch, weiter nach Balzers und über die Luziensteig nach Chur vier Länder passiert, haben sich die Postverwaltungen Deutschland, Österreich, Liechtenstein und letztlich die Schweiz angeschlossen.

Es zeigte sich, dass für unser Land als letztes Etappenziel nur die Schweizer Post der Veranstalter sein kann. Wie die anderen Postverwaltungen soll der Lindauer Bote mit Sondermarke nebst Sonderstempel auf Sonderkuvert gebührend gewürdigt werden.

So stand es dann auch im posteigenen Briefmarkenmagazin „Die Lupe" auf den Seiten 22 bis 24 nebst Abbildungen der Sondermarke und Stempel zu lesen. Allerdings war da noch für Chur als Veranstaltungsort und Sonderpoststelle der Konferenzraum im 5. Stock an der Gürtelstrasse Chur angegeben. Und unser Lückenfüller hatte keine andere Information, als diesen Veranstaltungsort zu nennen.

Die „Schweizer Briefmarken Zeitung" war dann besser informiert: Denn inzwischen ist die POST zur Ansicht gelangt, einen grösseren Raum oder Saal zu benützen, und hat diesem dann auch im Calvensaal gefunden. Die SBZ hat es in Nr. 9, August 2014 zusammen mit den anderen drei Veranstaltungsorten am 27. September 2014 publiziert: Chur, Calvensaal in der SVA Graubünden, Ottostrasse 24 (beim Bahnhof Chur) 9-18 Uhr. Für uns war diese neue Information zu spät, um diese noch zeitig publizieren zu können. Ausser einige „Flyer" (so heisst es heute) an auswärtige Sammler war nicht mehr drin.

Unsere Vorbereitungen liefen dennoch auf Hochtouren. Zweimal eigene Kuvertserien liessen wir drucken, Kuchen backen, belegte Brötli und Getränke bestellen. Und auch zwei Sammlungen zu 5 und 7 Rahmen sollen schon am Freitag aufgemacht werden. Am Samstag, 27. September , waren wir alle gespannt, was da werden solle. Denn in der Stadt Chur tobte das Hossa-Schlagerfestival mit Umzug: rund 30'000 Zuschauer säumten die Strassenränder. Und bei uns? Ruhe und gemessen, wie eben bei Philatelisten standesgemäss. bis die besagten Postbusse ankamen.

Doch schlussabends war alles vom Tisch, die Sonderkuverts alle verkauft! Nur Brötli hätten noch verkauft werden sollen!

Auch die POST lies sich nicht lumpen, und stellte für den Apéro eine Unmenge an Appetithappen auf die Tische. Es hätte auch für noch mehr Gäste gereicht!

Die ausgestellten Sammlungen von Emil Haltiner und Kurt Kimmel werden später einzeln gewürdigt.

Alfred Cerjak
Lückenfüller Nr.4, Okt. 2014, S. 18
Mitteilungsblatt des Philatelisten-Vereins Rätia Chur

Die ach so verachtete Kartonphilatelie mit Sonderstempel und passenden Kuverts mag ja hochgeachteten Philatelisten missfallen, hat aber dennoch ihre Liebhaber und großen Zuspruch bei Heimatsammlern. Von einem Vereinskollegen habe ich erfahren, dass damit auch Enttäuschung bereitet wurde. So sei in Lindau die Post so überfordert gewesen, dass schon bei Beginn das Ende der Schlange vor dem Schalter nicht absehbar war und Mittag sei alles ausverkauft gewesen. Zeiten, die so nur unsere hochbetagten Mitglieder noch kennen. Wenn solche Veranstaltungen unsere Beiträge schonen und die Philatelie wieder in das Interesse der Medien rücken, verdammt noch Mal, warum denn nicht. Nur so kann es wieder aufwärts gehen.

Samuel Fleischhacker

Unbekannte Plattenfehler (65)
 

Originalmarke:

MICHEL®-Nr. 19 / 27 / 34, 15 Pfg. dunkelrot

Plattenfehler:

Schäden am linken Rand oben

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In Würdigung berühmter Persönlichkeiten
 

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Die Tschechische Post gibt am 26.11.2014 eine Briefmarke heraus, die schon durch ihre besondere Form eine berühmte tschechische Persönlichkeit würdigt, die jeder nur etwas interessierte Philatelist kennt, da er eine hervorragende Leistung für die Philatelie erbracht hat: Jára Cimrman. Ein kurzer, prägnanter Satz umreißt sein Schaffensgebiet: „Jedna ze 136 Moznych Podob Járy Cimrmana – Vynálezce kruhové značky“. Besser kann man das nicht ausdrücken. Auch Übersetzungen vermögen es nicht, diese Beschreibung seiner Leistung deutlicher wiederzugeben.

Besonders anzuerkennen ist, dass keine Postanstalt eines anderen Landes dies für nötig gefunden hat.
 

Andererseits hat auch die Deutsche Post im Dezember zumindest einen ebenso berühmten, aber leider nicht philatelistisch tätigen Erfinder gewürdigt. Dieser ist aber nicht nur Philatelisten, sondern nahezu allen Menschen schon aus frühester Kindheit bekannt, blasse Farbe, rote Nase, schwarze Augen, Zylinder und Rute.

Es handelt sich um den Erfinder der Schneekugel, die heute noch Klein und Groß erfreut. Hr. Schneemann, dessen Konterfei auf der Wintermarke vom 3.11.2014 so wie er leibt und dahinschmilzt abgebildet ist, mitten im Schneetreiben.

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Okay, das mit dem Schneemann ist Blödsinn. Aber Jára Cimrman ist wirklich etwas besonderes. Er ist der Erfinder der runden Briefmarke in 136 Ausführungen. Und Hauptfigur des Jára-Cimrman-Theaters (Divadlo Járy Cimrmana), das sich seinem Leben und Werk widmet. Die Figur tauchte das erste Mal im Jahre 1966 in einem Radioprogramm auf und entwickelte sich während des Sozialismus auch zum Objekt stillen Widerstands und einer Projektionsfläche für damals nicht realisierbare Möglichkeiten der freien Gestaltung des eigenen Lebens. Cimerman wurde dadurch zu einem „virtuellen“ Nationalhelden, dessen ebenfalls virtuelle Existenz von zahlreichen Personen und Medien über die Jahre durch Berichte über fiktive Ereignisse aus seinem Leben immer weitergepflegt und -entwickelt wurde.

Hauptautoren und Hauptdarsteller der im Theater aufgeführten Stücke sind Zdeněk Svěrák, Ladislav Smoljak und (in den ersten Jahren) Jiří Šebánek. Sie geben vor, Cimrman wissenschaftlich zu erforschen und ihr Publikum mit ihren jeweiligen neuen Erkenntnissen vertraut zu machen.

Das Theater entstand 1966 aus einem Radioprogramm, der „Alkoholfreien Weinstube zur Spinne“ („Nealkoholická vinárna U Pavouka“, Erstsendung 23. Dezember 1966), der ersten Premiere „Akt“ folgten in den nächsten 30 Jahren 14 weitere Stücke.

Die wichtigsten Charakteristika dieses Theaters sind neben der typischen Form (die Vorstellung ist in ein pseudo-wissenschaftliches Seminar und ein angeblich von Cimrman geschriebenes Stück geteilt) auch der Einsatz von „Nicht-Schauspielern“ und Mystifizierung (Vortäuschung der Existenz Cimrmans). Es zeichnet sich durch stark parodistische Elemente aus.

Alle Vorstellungen haben ein Thema: die Erkundung des Werks Cimrmans. Die Schauspieler geben Wissenschaftler – Cimrmanologen –, die in jedem Stück (im Seminarteil) neue Funde und Entdeckungen präsentieren und im Anschluss ein Stück aus der Hand des „Meisters“ aufführen. Die Vorstellungen sind in der Regel lange vorher ausverkauft. Obwohl den Tschechen durchaus bewusst ist, dass Cimrman nie existiert hat, betreiben sie die Mystifizierung, mit denen die Cimrmanologen begonnen haben, mit sehr viel Elan.

So steht eben auf der Marke: „Eine der 136 möglichen Formen von Jára Cimrman – Der Erfinder der kreisförmigen Briefmarken“ Auf dem Markenbogen sind es allerdings nur 25 Formen.

Samuel Fleischhacker

Nur durch Exponate wird man Philatelist

Zusammenlegung von Rang 2 und 3-Ausstellungen und gerade der Teamwettbewerb „German-Team-Challenge“ sollen Ausstellungen wiederbeleben:

„Erstaussteller, Exponatvielfalt, Jugendteilnehmer, etc.“. „Erstaussteller und Anfänger werden für den Wettbewerb und die Umsetzung des Reglements fit gemacht und die Vereinsarbeit durch neue Themen an den Vereinsabenden gestärkt.“ So stellte BDPh-Präsident Uwe Decker dies vor.

Unser Kassier Erwin Götzinger findet an Ausstellungen Gefallen und nimmt gerne an Ausstellung teilt. Schließlich lernt man ja nur so dazu. Hier sein Bericht:

Bericht eines Ausstellers

Beim Einlegen meiner Sammlung wurde ich gefragt, ob ich ein Vorgespräch mit der Jury haben möchte. - Ich habe selbstverständlich zugestimmt. – Meiner Meinung nach sollte die Jury auch meine Gedanken erfahren, wie und warum ich meine Sammlung so aufgebaut habe, bevor sie darüber ein Urteil geben, denn die Ansichten sind ja verschieden. Sie können ja immer noch danach mit einem reden, wie sie es für richtig halten. Meine Sammlung war eingelegt und ich wartete ca. 1 Stunde darauf.

Ich habe dann die Jury angesprochen. Antwort: „Keine Zeit wir müssen noch fertig werden.“

Am nächsten Tag (Samstag) sah ich die Jury bei der Beurteilung der einzelnen Exponate – auch im Gespräch mit anderen Ausstellern und über Besonderheiten seiner gezeigten Sammlung. Als ich dann hoffte, dass sie bei mir vorbeikommen, Fehlanzeige, wieder keine Zeit für mich ????

(Wir haben ihre Sammlung schon gesehen!)

Fazit : Es war wieder derselbe Preisrichter wie vor 2 Jahren und ihm gefiel nach wie vor nicht mein

Zeitraum 1945 -1955 und nach einer kurzen, sehr kurzen Antwort: „.. nach der Währungsreform 1947 ist alles uninteressant.“, wusste ich alles, was ich wohl wissen sollte.

Erwin Götzinger

Ja, lieber Erwin, es ist also doch nicht interessant, was Du sammelt. Du musst dich schon danach richten, was gesammelt werden soll. Ich würde eine kleine Reglementänderung vorschlagen: Nicht mehr die Marken und Belege, sondern die Rechnungen dafür ausstellen und einen Taschenrechner für die Juroren: 1000 € = 1 Punkt. Wenn Du zur sicheren Geldanlage den Ratschlag eines Auktionshauses verinnerlichst und nur Marken über 5000 € erwirbst, schaffst Du sogar spielend Gold mit nur einem 1-Rahmen-Exponat. Für das Jurorengespräch nimmst Du dann am Besten deinen Finanzberater mit.

Spaß beiseite. Das FEPA Jurorenseminar 2014 in Berlin wird es hoffentlich richten.

Samuel Fleischhacker

Wir trauern um

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Interessante Tauschtage (Auswahl):

22.11.2014

Kempten

Briefmarkensammler-Verein Kempten e.V.
Haus Hochland Prälat-Götz-Str. 2

23.11.2014

München

Ansichtskarten-Sammlerbörse München
Bürgersaal Fürstenried-Ost Züricher Str. 35

07.12.2014

Ottobrunn

Briefmarken- und Münzsammlerverein Ottobrunn
Wolf-Ferrari-Haus Rathausplatz 2

11.01.2015

München

ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.
Festsaal Adolf-Kolping-Str. 1

01.02.2015
Ausfall !!!

München

Postwertzeichen-Sammlerverein Siemens München e.V
Anton-Fingerle-Bildungszentrum (Mensa) Schlierseestr. 47

15.02.2015

Germering

Germeringer Briefmarkenfreunde e.V.
Stadthalle - Orlando-Saal
Landsberger Str. 39 / Untere Bahnhofstraße
Therese-Giese-Platz

05.03.2015 -
07.03.2015

München

17. Internationale Briefmarken-Börse München
M.O.C. Veranstaltungscenter
Lilienthalallee 40 (U6 Kieferngarten)

08.03.2015

Wasserburg

Briefmarkenfreunde Wasserburg a. Inn e.V.
Sport- und Freizeitzentrum Badria Alkorstr. 14

21.03.2015

Kempten

Kemptener Philatelisten-Klub e.V.
Pfarrsaal von St. Ulrich Schumacherring 65

29.03.2015

Freising

Philatelisten- und Numismatiker-Club Freising e.V.
Luitpoldhalle Luitpoldstr. 1

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Allen Leserinnen und Lesern eine
Fröhliche Weihnacht