Juli 2016

Vereinsbote - Juli 2016 - 29. Jahrg. - Nr. 114

Inhaltsverzeichnis:
Bericht von unserem Großtauschtag am 14.02.2016
Bericht von der Internationalen Briefmarken-Börse München
Bericht von der Jahreshauptversammlung am 18.03.2016
Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 18.03.2016
Bericht von der vereinsinternen Versteigerung am 08.04.2016
Bericht von 68. Landesverbandstag des
   Landesverbands Bayerischer Philatelistenvereine e.V. am 17.04.2016

Großtauschtag des Briefmarken-Sammler-Vereins Dachau e.V. vom 24.4.2016
Vereinsinterne Versteigerung am 11.11.2016
Erhalten sie noch die philatelie?
Harte Kante zeigen – noch erlaubt?
Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"
Unserer Reinheitsgebot aus kanadischer Sicht
Interessante Tauschtage (Auswahl)
Unbekannte Plattenfehler (70)
Superauktionshaus Christoph Gärtner
Damoklesschwert Nachentgelte?
Olympischer Friede – ein Traum?
500 Jahre Reformation

Urlaubszeit

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Wir wünschen unseren Vereinsmitgliedern und Lesern eine erholsame Urlaubszeit. Dennoch sollte man sich nicht überanstrengen und auch an die Erholung der anderen denken, meint jedenfalls die französisch-polynesische Post.
 

Bericht von unserem Großtauschtag am 14.02.2016

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Zu unserem Großtauschtag waren wir die ersten, welche mit einem Sonderstempel an das Reinheitsgebot von 1516 erinnern konnten. Das wurde uns mit einer recht großen Nachfrage nach unseren Pluskuverts gedankt. Vorteilhaft war, dass wir wieder das Erlebnisteam: Briefmarken mit unserem Mitglied vor Ort hatten.

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Was gibt es sonst von einem gut eingeführten Tauschtag zu berichten. Anbieter und Besucher, auch von auswärts, kamen fast genau so zahlreich wie letztes Jahr. Wir konnten ihn ja auch in den wichtigen Zeitschriften und Zeitungen rechtzeitig ankündigen.

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Neu war, dass die Stadthalle Germering uns ihre zentrale Vitrine im Eingangsbereich zur Darstellung des Themas 500 Jahre Reinheitsgebot zur Verfügung stellte, die unser Mitglied Gerhard Niembs mit viel Engagement ausgestaltete.

Bleibt zu hoffen, dass wir auch für nächstes Jahr wieder ein brauchbares Stempelmotiv finden.

Samuel Fleischhacker

Bericht von der Internationalen Briefmarken-Börse München

Vom 3. – 5.3.2016 fand wieder die Internationale Briefmarken-Börse München im M.O.C. statt. Was wurde geboten?

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Den wuchtigsten Auftritt bot wieder die deutsche Post. Lange Schlangen vor den Verkaufsständen zur Erlangung neuester Sammlerschätze gehören schon seit Jahren der Vergangenheit an. Eine Freude war es, von unserem Mitglied Annemarie Buchner die Belege abstempeln zu lassen.

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Für viele interessant auch die ausländischen Postanstalten.

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Ein besondere Freude für uns war, dass die Fünf Münchener Vereine zur IBB das Reinheitsgebots-Motiv unseres Germeringer Stempels von Großtauschtag übernommen habe. Dieses Motiv war – wie schon bei uns – auch hier sehr erfolgreich. Karl Miltenberger hat dazu noch eine personalisierte Marke zum Reinheitsgebot entworfen. Für die Jugend stand der Vorsitzende des Landesjugendringes Bayern, unser Mitglied Wolfgang Ernst, leider nur einer Handvoll Jugendlicher Rede und Antwort. Vielleicht sollten alle unter 70 einfach zu Jugendlichen erklärt werden.

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Auch wenn wie hier abgebildet auch mal für eine Stunde niemand zu sehen war, der Stand des Landesverbands Bayerischer Philatelistenvereine war besetzt und man konnte durchaus Gespräche führen. Den Exponaten „Live“ (dass sie nächstens Exponate „Dead“ heißen ist ein Gerücht) war wenig Publikum beschert, aber Einzelgespräche sind sicher auch informativ.

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Im Gegensatz dazu war der Bund Philatelistischer Prüfer (BPP) nicht nur mit einem Stand vertreten, sondern laut http://forum.bund-forum.de ein Highlight dieser Messe: Herr Christian Geigle, Präsidenten des BPP, hielt im FORUM der Briefmarkenbörse den „Eindrucksvollen Vortrag“: „Folienschäden an Briefmarken – eine philatelistische Katastrophe“.

Eindrucksvoll waren vor allem die am Schluss an einen Teil der Besucher – es waren erheblich mehr gekommen, als erwartet und Platz hatten – verteilten Unterlagen, die sehr anschaulich verdeutlichen, dass hier ein tatsächlich ein riesengroßes Problem für die Briefmarkensammler besteht.

Liegt es tatsächlich an den Folien, so ist es aus rechtlichen Gründen verständlich, dass Herr Geigle gleich zu Anfang betont, dass er von den Zubehöranbietern überzeugt ist, dass diese nur qualitativ hochwertige und sichere Ware anbieten.

Aufgefallen ist mir, dass nun nicht mehr die Weichmacher, sondern die Stabilisatoren in PVC-Folien – weil einige davon schwefelhaltig sind – wohl die Ursache seien. Dummerweise kamen in letzter Zeit gesundheitlich unbedenkliche Weichmacher auf den Markt, die Schwefel enthalten.

Uneinig sind sich Herr Geigle und Herr Feuser, ob aus alten Folien mittlerweise soviel Schadstoffe verflogen sind, dass sie kaum noch gefährlich seien. Herr Feuser rät dringend, sich bei den gefährdeten, weil bleifarbehaltigen alten Marken von alten Folien zu trennen und auf eine möglichst folienfreie Aufbewahrung umzustellen. Einig war man sich, dass das Aufeinanderstapeln von Alben schädlich sei, ein regelmäßiges Lüften von Alben aber gut.

Meine Fragen, ob nicht auch Luftschadstoffe, Feuchtigkeit oder säurehaltiges Papier Ursache sein können, waren sichtlich unerwünscht.

Interessant auch, dass die Frage, wie man denn PVC-Folien von den anderen eher unbedenklichen unterscheiden könne, nicht geklärt werden kann, denn bei den meisten Folien ist deren Art nur auf den Verkaufspackungen, in den Verkaufskatalogen oder in Datenblättern ersichtlich.

Als große neue Erkenntnis blieb eigentlich nur, dass wohl auch neuere Marken geschädigt werden können.

Wie man an der Menge der Zuschauer erkennen konnte, scheint die Folienproblematik nach wie vor ein sehr wichtiges Thema zu sein. Auch die philatelie Februar und März 2016 bringt im Abschnitt „Philatelie und Postgeschichte“ Artikel von Wolfgang Straub zum Thema „Folienproblematik und Farben“ und im März 2016 im BDPh-Teil unter „Zerbels Schatzkästchen“ eine lustige, aber dennoch erschreckende Suche nach Gold und Farbe einer BRD-Marke aus dem Jahr 1990, das sich dann abgelöst in einer Billigfolientasche befand. Wolfgang Maassen bringt im April, Mai und Juni 2016 im BDPh-Teil der philatelie die Artikelreihe „The Day after“ (Der Tag danach) – Folien, Fragen & Antworten, der sich positiv zum Vortrag von Hr. Geigle abhebt.

Was hat sich eigentlich seit 2002 – so alt ist das Folienthema schon, als man sich nach 1971 wieder darauf besann – an neuen Erkenntnissen ergeben? Hat sich der BDPh als Hort der Sammlergemeinde dafür interessiert? Wie haben die Zubehöranbieter reagiert?

Die Zubehöranbieter legen großen Wert auf Hinweise, dass ihre Hart-PVC-Produkte, soweit nicht schon durch Produkte aus Polyester ersetzt, garantiert weichmacher- und säurefrei sind.

Mich stört, dass es in den vergangenen 14 Jahren niemanden interessiert hat, welche Prozesse tatsächlich zu diesen Schäden führen. So bleibt es bei einem einfachen Dafürhalten, das anscheinend der ganzen Welt der Philatelie genügt. Ein prekäres Thema, dem sich unsere Dachverbände ebenfalls verschließen. Möge doch jeder Sammler für sich das Richtige tun. Also liebe Philatelisten, legt euch nur noch auf den Fußboden zum Schlafen, das verhilft zu langem Leben, den offensichtlich sterben die meisten Menschen im Bett. Und das lässt sich doch so einfach und wirksam vermeiden. Sie meinen, dass andere Ursachen ein Rolle spielen würden? Nun, betreiben sie dann doch selbst etwas medizinische Forschung. Der Allgemeinheit kommt das viel zu teuer. Wenn es unbedingt sein muss, könnten wir ja noch Pendeln und Kartenlegen empfehlen. Oder sie stellen auf Futon-Betten um, da die Japaner eine höhere Lebenserwartung haben.

Bleibt nur ein Trost: Falsch dürfte die Ansicht sein, dass Millionenwerte vernichtet werden. Jede teure Marke weniger erhöht den Wert der verbliebenen. Insgesamt bleibt der Wert, etwas umverteilt, sicher erhalten. Warum sollen nicht diejenigen profitieren, die sich für ihre Schätze interessieren?

Was gehört sonst noch zur IBB:

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Es sind die philatelistischen Arbeitsgemeinschaften, hier Tag der Briefmarke und Tschechien, und die Philatelistische Bibliothek München.

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Die „Eisenbahnerphilatelisten“ brachten nicht nur eine Modelleisenbahnanlage – Platz gab es ja genug – mit, sondern auch ihren Stempel „125 Jahre Isartalbahn“. Die passende Erinnerungskarte stiftete die DBZ.

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Sie brachten auch eine Werbeausstellung ganz antiquiert „analog“ mit, die offensichtlich mehr Interesse fand als das moderne Pendant.

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Mit von der Partie die wichtigsten Zubehöranbieter und der Schwaneberger Verlag.

Fazit: Große Unterschiede zum Vorjahr waren nicht erkennbar. Sie scheint sich mittlerweile als schwächste Briefmarken-Messe Deutschlands zu etablieren.

Samuel Fleischhacker

Bericht von der Jahreshauptversammlung am 18.03.2016

23 Mitglieder trafen sich um 19:00 Uhr zur Jahreshauptversammlung 2016.

Schatzmeister Erwin Götzinger leitete die Versammlung und begrüßte die Anwesenden. Korrigiert wurde mein Lapsus – Neuwahlen – , denn wir hatten diese ja letztes Jahr schon. Es stand also nur die Wahl von zwei Kassenprüfern an.

Alles weitere können Sie dem Protokoll entnehmen.

Samuel Fleischhacker

Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 18.03.2016
Das Protokoll ist in der Druckausgabe dieses Vereinsboten enthalten.

Bericht von der vereinsinternen Versteigerung am 08.04.2016

Einige Mitglieder mehr hätten wir gerne gesehen. Angeboten wurde Interessantes zu vernünftigen Ausrufen, das dann auch recht gut ersteigert wurde.

Samuel Fleischhacker

Bericht von 68. Landesverbandstag des
Landesverbands Bayerischer Philatelistenvereine e.V.
am 17.04.2016

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Diesmal fand der Landesverbandstag wieder in München statt. Hans Georg Schlicht, 1. Vorsitzender des Vereins BSG im BSW-Bezirk München (kurz: Eisenbahner) lud ins Kultur- und Bürgerhaus Pelkoven-Schlössl, Moosacher St.-Martins-Platz 2, München, ein. Der Platz ist eine größere Grünfläche an der Pelkovenstr., in welcher das Schlössl etwas hinter der Alten Pfarrkirche St. Martin liegt. Die Angabe: Näher an der Franz-Fihl-Str. / Meißener Str. hätte einigen Vorstandsmitgliedern sicher ein pünktliches Erscheinen erleichtert.

Nach den Eröffnungsformalitäten sprachen Herr Thomas Höpfner das Grußwort des BDPh und Herr Peter Kuhn das des Landesverbands Südwest. Da Herr Dr. Heiko Übler nicht anwesend war, durfte Herr Karl Miltenberger die ehrenvolle Aufgabe der Protokollführung übernehmen – was er vorsichtshalber in Papierform erledigte und damit leidigen Computerproblemen auswich.

Im Jahresbericht des Vorsitzenden blickte Herr Ludwig Gambert stolz auf das vergangene Jahr zurück. Erste Themen waren die Optimierung von Veranstaltungen, die LV-Aktuell und das Internet. Moniert wurde die fehlende Nutzung kostenloser Angebote. Tatsächlich wird sowohl in der LV-Aktuell wie auch auf der Internetseite des LV wenig auf kommende Veranstaltungen hingewiesen, weil Vereine diese nicht melden. Wir sind fast die Ausnahme, müssen aber durch die nur noch drei Ausgaben jährlich unsere Pressemitteilung für unseren Tauschtag im Februar bereits Ende September für das Novemberheft abgeben.

An Ausstellungen gab es 15 Werbeschauen, die Alpen-Adria in Pöllau, Österreich, eine Rang 2/3-Ausstellung zusammen mit Hessen, eine Rang 3-Ausstellung in Kronach. Hier gab es nun erstmals das Eingeständnis, dass Wettbewerbsschauen für die Mitglieder selbst wichtig seien, aber nicht der Mitgliederwerbung dienen sollen. Hier sind Werbeschauen, Pressearbeit und Vorträge, aber auch eine gewisse Öffnung für Nicht­mitglieder geeigneter. Obwohl nicht erwähnt würde ich auch die Durchführung von Großtauschtagen als einen Beitrag zur Mitgliederwerbung ansehen.

Andere Theman waren noch Zuschüsse, Heinrich-Schlemmer-Preis, IBB mit „Exponate-live“, Jugend, Seminare, Bundestag Gotha mit „German-Team-Challenge“, Tätigkeiten des 1. Vorsitzenden – alles nachzulesen in der LV-Aktuell.

Der Bericht des Schatzmeisters Bernhard Ziesemer erläuterte die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Vom früheren Schatzmeister Roland Gleisner wurde moniert, dass die Einsichtnahme in die Kassenunterlagen nicht gewährt wurde, was bisher allen möglich war. Herr Ziesemer erwiderte, dass dies laut Satzung unter Hin­weis auf den Datenschutz nur dem Vorstand und den Kassenprüfern zusteht. Wie das aus § 4.7.3 der Satzung so abzuleiten wäre, ist mir jedenfalls nicht schlüssig. Jedenfalls  ist nach herrschender Meinung der Kassenprüfer grundsätzlich und umfänglich für Nachfragen auskunftspflichtig. Wichtig war aber nur, dass der Schatzmeister weiter einen positiven Verlauf trotz des Rückgangs der Mitgliederzahl erwartet.

Die Entlastung der Vorstandsschaft wurde von den Kassenprüfern vorgeschlagen. 62 Verei­ne mit 160 von insgesamt möglichen 272 Stimmen gaben 155 Stimmen ab. Der 1. Vor­sitzende wurde mit 130 Ja-, 20 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen, der 2. Vorsitzende mit 133 Ja-, 5 Nein-Stimmen und 17 Enthaltungen, der Schatzmeister mit 128 Ja-, 14 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen entlastet.

Herr Thomas Höpfner berichtete dann zu aktuellen Themen des BDPh's: Die Kürzung der Zeitschrift „philatelie“ um 8 Seiten mit dem Hinweis, dass es auch hier an Berichten fehle, die Rechtsschutzversicherung, die wegen eines „Großschadens“ von bisherigen Versicherer gekündigt wurde und einen Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen. Bei den Ehrungen ist für uns interessant die Auszeichnung in Silber an Herrn Harald Steinig, München für die Verdienste um den BDPh und die Deutsche Philatelie.

Ganz überraschend haben wir mit 5 Neumitgliedern den Mitgliederwettbewerb gewonnen, was uns einen Scheck einbrachte. Trotz unserer Freude leider ein Zeichen, wie schwer sich mittlerweile alle Vereine mit Neuaufnahmen von Mitgliedern tun.

Der Antrag, die Bezuschussung von Wettbewerbsausstellungen des LV aus Mitteln des LV zu verbieten wurde wegen Verstoßes gegen die Satzung mit Sicherheit zurecht zur Behandlung abgelehnt.

Der Beitrag für 2017 wurde wie folgt beschlossen: Der BDPh-Anteil von bisher 12 € erhöht sich um 3 € auf 15 €, der LV-Anteil von 7 € bleibt seit nun 2010 unverändert. Der Gesamtbeitrag von bisher 19 € erhöht sich um 3 € (BDPh!) auf nun 22 €. Es wurde zwar die Meinung vertreten, dass BDPh und LV für 2018 wohl keine Beitragserhöhung beschließen würden. Da aber der 2015 erzielte Reingewinn des LV nur 4 % der Umsatzerlöse ausmacht und die Zuschüsse aus der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte dank der Zinspolitik sicher weiterhin rückläufig sind, scheint mir dies fraglich zu sein. Der Haushaltsplan für 2017 wurde mit 3 Enthaltungen angenommen.

Für die Vergabe „Tag der Briefmarke“ und „LV-Tag“ 2017 gab es keine Bewerbung.

Die Veranstaltung endete um 13:20 Uhr.

Samuel Fleischhacker

Großtauschtag des Briefmarken-Sammler-Vereins Dachau e.V.
vom 24.4.2016

Die Dachauer Briefmarkensammler nahmen am 24.04.2016 die einige Jahre unterbrochene Tradition ihres Großtauschtages im Bürgerhaus, Karlsfeld bei München, Allacher Str. 1, 85757 Karlsfeld, wieder auf.

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Die Anzahl der Anbieter, wie auch der Besucher, war trotz freien Eintritts geringer als früher, aber das ist eben die Folge, wenn man solange aussetzt. Deshalb war es erfreulich, vom 1. Vorsitzenden Robert Seidel zu hören, dass der Tauschtag kein Minus für die Vereinskasse erbracht hat. Weniger erfreulich war die Information, dass der Mietpreis für das Bürgerhaus nächstes Jahr höher ausfallen könnte. Eine Entwicklung, die besonders in München Großtauschtage fast unmöglich macht.

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Wie man sieht, ist die Halle in Karlsfeld für einen Tauschtag sehr gut geeignet.
Das Bürgerhaus Karlsfeld ist auch für die Sammler aus München und der weiteren Umgebung mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht gut zu erreichen, wenn man weiß, dass man nicht die S-Bahn-Haltestelle Karlsfeld der S 2, sondern die Haltestelle Moosach der S 1 und U 3 zum Umsteigen in den Bus nutzen sollte.

Hoffen wir also, dass es den Dachauern gelingt, auch 2017 wieder einen Großtauschtag anbieten zu können. Nachdem die Örtlichkeiten für Tauschtage in München immer schwieriger zu finden sind, werden auch die Münchener Sammler vermehrt im weiteren S-Bahn-Bereich ihrem Hobby fröhnen müssen.

Samuel Fleischhacker

Vereinsinterne Versteigerung am 11.11.2016

Nicht alle Geschenke kann man umtauschen? Bringen Sie das, was andere noch brauchen können oder sogar dringend suchen mit zu unserer Versteigerung. Oder nutzen Sie die Gelegenheit und ersteigern sie die einmaligen Schnäppchen, welche die anderen mitbringen. Denken Sie daran: Frühzeitig einliefern, denn um 19 Uhr geht die Versteigerung bereits los.

Samuel Fleischhacker

Erhalten sie noch die „philatelie“?

Im Mai letzten Jahres wurde die Versendung der „philatelie“ an einem privaten Zustelldienst übergeben. Auf den ersten Blick vernünftig, da billiger. Offensichtlich wurde dabei aber einiges nicht bedacht. Die Post hat Zugang zu allen Briefkästen und Postfächern, ein privater Dienstleister nicht unbedingt.

Wer die philatelie nicht erhält, bitte bei Schriftführer melden.

Samuel Fleischhacker

Harte Kante zeigen – noch erlaubt?

In der „philatelie“ 470 August 2016 findet sich auf Seite 26 in der Abteilung „Philatelie und Postgeschichte“, also auf einer der von der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte mit Inhalt gefüllten (und bezahlten) Seiten ein Beitrag vom Kuratoriumsvorsitzenden Lutz Richter zur Abberufung des BDPh-Präsidenten Uwe Decker als Kurator und Vorstand der Stiftung. Ursache für die Abberufung seien unüberbrückbare Differenzen zwischen Uwe Decker und allen anderen Kuratoriumsmitgliedern. Gleich im ersten Absatz wurde der Artikelüberschrift widersprochen: Im Herbst 2014 wurde er als Kuratoriumsvorsitzender nicht abberufen, sondern nicht wiedergewählt, was weniger spektakulär wirkt.

Sieht man auf der Webseite der Stiftung zum Koraturium nach, liest man folgendes: „Kuratorium: In der Sitzung des Kuratoriums vom 11. Mai 2000 ist die neue Stiftungsverfassung verabschiedet worden nach der neuen Verfassung ist vorgesehen, dass gemäß Paragraph 5.2d der Präsident des BDPh und gemäß Paragraph 5.2e vier weitere vom BDPh benannte Personen vom BDPh im Kuratorium tätig werden. Für die Deutsche Post AG werden drei Personen im Kuratorium vertreten sein, sowie die Museumsstiftung und das Bundesministerium für Finanzen mit jeweils einer Person.“

Danach die Aufzählung der Kuratoriumsmitglieder; für den BDPh sind es diese:
Dr. Heinz Jäger, Turmringer Str. 228,79539 Lörrach
Franz Karl Lindner, Westf.-Friede-Weg 21, 59494 Soest
Franz Fischer, Karl-Marx-Str. 44, 04158 Leipzig
Dr. Eckart Bergmann, Postfach 1308, 99303 Arnstadt

Nun fehlt der gemäß Stiftungsverfassung vom 11.5.2000 § 5.2d obligatorisch zum Kuratorium gehörende BDPh-Präsident, dessen Kuratoriumsmitgliedschaft gemäß § 5.6 nur von seiner Amtszeit als BDPh-Präsident abhängt, und verringert damit mit den vier verbleibenden weiteren BDPh-Mitgliedern gemäß § 5.2e die paritätische Besetzung des Kuratoriums von 5:5 auf 4:5. Unter der Annahme, dass das Kuratorium wenigstens von Seiten der Deutschen Post AG, der Museumsstiftung und des Bundesministerium der Finanzen halbwegs professionell besetzt ist, ist mir unverständlich, wie eine Abberufung entgegen der Vorschriften der Stiftungsverfassung und damit formal ungültig rest-einstimmig beschlossen wird. Noch unverständlicher, dass die verbliebenen BDPh-Mitglieder sich selbst damit völlig entmachtet haben.

Ein Blick nur eine Seite weiter in der philatelie fühlt sich der Ehrenpräsident des BDPh und Kuratoriumsmitglied Dr. Heinz Jäger zu einer Stellungnahme gefordert. Er kritisiert den persönlichen Stil – was immer das heißen mag – von Uwe Decker und spricht fast nur etwas selbst beweihräuchernd vom Vertrauensverhältnis zur Post. Habe ich nicht selbst schon oft auf Veranstaltungen gehört, dass gerade die Arroganz früherer Verantwortlicher im BDPh dieses restlos zerstört habe? Wie gut Philatelie und Post miteinander könnten, sieht man in Österreich. In Zeiten, da sichere Geldanlagen keine oder Negativzinsen bringen, eine Stiftung aber ihr Vermögen nicht antasten darf, ist der Aufruf zur Harmonie in einem verantwortlichen Umfeld kaum mehr angebracht, vielmehr gilt es harte Kante zu zeigen, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Besser hätte er darauf hingewiesen, dass dem BDPh in diesem Konsortium – weil er nichts mehr zu sagen hat – nun nur noch der Part „Harmonie“ verbleibt.

Warum ist es ihm eigentlich nicht gelungen, mäßigend auf Uwe Decker einzuwirken? Dr. Heinz Jäger saß doch wohl neben ihm im Kuratorium, ist er doch zusammen mit Franz Karl Lindner, Franz Fischer, Dr. Eckart Bergmann dort Mitglied! Darf hier einem Außenstehenden die Frage erlaubt sein, wer denn diese Herren dorthin entsandt hat? Meines Erachtens müsste doch der amtierende BDPh-Vorstand dort vertreten sein. Oder ist das ein Altersruhesitz? Vernunft und Weisheit der Altvorderen hat schon die Bayrische Landesbank in den Ruin getrieben. Wer um Gottes willen hat die vorgeschlagen? Ist das Ganze ein Grabenkrieg der Verlierer?

Denn deshalb noch interessanter an beiden Artikeln ist, dass über die Streitigkeiten selbst kein Wort verloren wird und kein Grund genannt wird, warum darüber seit nunmehr fast einem Jahr auch nicht berichtet wird. Auch die „Stellungnahme zum Bericht in der August-Ausgabe der philatelie auf Seite 26“ auf der Webseite des BDPh schweigt sich über die Vorwürfe aus, teilt aber doch Interessantes mit:

„Denn sämtliche gegen Herrn Decker erhobenen Vorwürfe wurden – wie zuvor erwähnt – bereits der Stiftungsaufsichtsbehörde vorgelegt. Diese sah auf Basis der Anschuldigungen – ungeachtet dessen, dass die Anschuldigungen auch sachlich nicht den Tatsachen entsprachen – keine Veranlassung für ein behördliches Einschreiten. Denn eine Abberufung eines Stiftungsorgans aus wichtigem Grund ist z. B. aufgrund von strafbaren Handlungen, Bilanzfälschung oder ähnlichen Tatbeständen zu erwägen, keinesfalls aber aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Stiftungsinterna oder aufgrund der Tatsache, dass intern unbequeme Fragen gestellt werden.“

Anstatt in den einschlägigen Foren darüber zu spekulieren, wie strafbar sich Uwe Decker verhalten hat und wann er endlich als BDPh-Vorsitzender abtritt, sei zunächst einmal besser geklärt, ob es wirklich sinnvoll ist, jedes umstrittene Interna öffentlich breitzutreten. Interessant nur, wenn in den Foren Personen, die sich brüsten, angeblich alles wissen, aber deshalb nichts sagen können, ihre Meinung dann von Beitrag zu Bei­trag um 180 Grad wechseln.

Was bleibt? Diese Art der Diskussion schadet der Philatelie ungemein – unserer Philatelie!

Samuel Fleischhacker

Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Unter dieser Überschrift findet man bei
http://forum.bund-forum.de/viewtopic.php?f=573&t=22222
nicht nur die Vermutung, dass beim BDPh nur noch 30.000 zahlende Mitglieder organisiert sind, sondern auch dies:

„So wurden zum 01.01.2016 die Leistungen für die Mitglieder-Rechtsschutz erheblich reduziert. Die Unterstützung je Fall wurde bei Verlust des Rechtsstreites auf maximal 500 EUR gekürzt. Eine Summe, die bei einem tatsächlichen Rechtsstreit nur einen Bruchteil des Gesamtaufwands (Kosten für eigenen Anwalt, gegnerischen Anwalt, Gerichtskosten) abdeckt. Man fragt sich, welchen Sinn so eine Rechtsschutz noch besitzt.“
Tatsächlich, bei http://bdph.de/index.php?id=183 steht:

„Sammlerschutz und Rechtsschutz im BDPh

Der Sammlerschutz ist in den Landesverbänden und in der Bundesstelle des BDPh organisiert und kostenlos. Wenn die Bemühungen der Sammlerschützer scheitern, kann die Unterstützung für Mitglieder im BDPh in Anspruch genommen werden. Unterstützt wird die Geltendmachung rechtlicher Interessen aus schuldrechtlichen Verträgen bei Kauf, Tausch oder Verkauf von philatelistischem Material aller Art. Der Streitwert muss mindestens EUR 500,00 betragen und der Vorgang hinreichende Aussicht auf Erfolg haben und nicht mutwillig erscheinen. Bezahlt werden 50 % der Kosten der Vergütung eines für das Mitglied tätigen Rechtsanwalts, die Gerichtskosten einschließ­lich der Entschädigung für Zeugen und Sachverständige, die vom Gericht herangezo­gen werden, sowie die Kosten des Gerichtsvollziehers und die dem Gegner bei der Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen entstandenen Kosten, soweit das Mitglied zu deren Erstattung verpflichtet ist bis maximal 500,00 Euro.

Sollte eine eigene Rechtschutzversicherung vorhanden sein, muss diese in Anspruch genommen werden und obige Regelung gilt nicht. Nicht versichert sind gewerbsmä­ßige Briefmarkenhändler und Vereine, sowie Fälle mit Auslandsberührung, z. B. wenn der Schuldner im Ausland wohnt. Fragen zum Vereinsrecht oder allgemeine Rechtsfra­gen sind nicht abgedeckt. Pro Mitglied kann maximal ein Schadensfall pro Jahr in Anspruch genommen werden. Die Gesamtsumme der Schadensfälle pro Jahr sind auf maximal 6.000,00 Euro begrenzt.

Der Schadensfall ist beim Bundesstellenleiter anzuzeigen.“

Was mag dieser geänderte Rechtsschutz noch wert sein?

Samuel Fleischhacker

Unserer Reinheitsgebot aus kanadischer Sicht

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Unser Mitglied Erwin Götzinger hat diesen Brief aus Kanada erhalten, der mit einer kanadischen personalisierten Marke und einem dazu passenden Erinnerungsumschlag an unser Reinheitsgebot von 1516 erinnert. eine schöne Werbung für unser bayerisches Bier.

Samuel Fleischhacker

Interessante Tauschtage (Auswahl):

02.09. -
04.09.2016

Münster-schwarzach Abtei

Benedikt-Phila '16 – Ausstellung Rang 2 und 3
Verein für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e. V.
Schweinfurter Str. 40

11.09.2016

Nürnberg

Briefmarkenklub Gartenstadt Nürnberg
Gesellschaftshaus Gartenstadt, Buchenschlag 1

18.09.2016

Simbach
am Inn

Philatelisten Club Braunau Simbach
Verein der Briefmarkenfreunde Simbach/Inn e.V.
Lokschuppen, Kolpingstraße

18.09.2016

Vaterstetten

Briefmarkensammlerverein Vaterstetten e.V.
Turnhalle der Volksschule, Alspspitzstr. 1

02.10.2016

Ottobrunn

Briefmarken- und Münzsammlerverein Ottobrunn
Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2

09.10.2016

Lana / Süd­
tirol / Italien

LANAPHIL
Raiffeisenhaus Lana, Via Andreas Hofer, 9

09.10.2016

München

ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.
Bürgersaal Westkreuz, Friedrichshafener Str. 17

09.10.2016

Mettenheim / Hart

Briefmarken-Freunde Mühldorf am Inn e.V.
Kulturhof Mettenheim, Klosterstr. 22

15.10.2016

Garmisch-Partenkirchen

Briefmarken- und Münzensammler-Club
PHILATELIA e.V., Garmisch-Partenkirchen
Kongresszentrum, Olympiasaal, Richard-Strauss-Platz 1

28.10. –
30.10.2016

Sindelfingen

Internationale Briefmarken-Börse Sindelfingen
Messe Sindelfingen, Mahdentalstr. 116

30.10.2016

München

Ansichtskarten-Sammlerbörse München
Bürgersaal Fürstenried-Ost, Züricher Str. 35

30.10.2016

Moosburg

Briefmarken- und Münzensammlerclub Moosburg e.V.
Stadthalle, Breitenbergstraße

06.11.2016

Freilassing

Internationaler Briefmarkengroßtauschtag, Bayrisch-Salzburgisches Sammlertreffen, Halle des Sportvereins, Prielweg 5 (neben Babylon)

06.11.2016

Neuperlach

Briefmarken- und Münzsammlerverein Neuperlach e. V.
Kulturhaus Neuperlach, (Neuperlach-Zentrum)
Hanns-Seidel-Platz 1

13.11.2016

Kirchseeon

Briefmarkensammler-Verein Grafing-Ebersberg e.V.
ATSV-Halle, Sportplatzweg

20.11.2016

Regensburg

Philatelisten-Vereinigung Regensburg e.V.
Sporthalle der Regensburger Turnerschaft, Schopperplatz 6

26.11.2016

Kempten

Briefmarkensammler-Verein Kempten e.V.
Pfarrsaal St. Michael, Memminger Str. 119

27.11.2016

Erding

Briefmarken- und Münzensammlerverein Erding
Korbinian-Aigner-Gymnasium (Aula) -
gegenüber der Polizei, Sigwolfstr. 50

02.12.-
04.12.2016

München

BDPh-Salon
¨Philatelie und Postgeschichte
- vom Steindruck bis zum Offsetdruck
- von der Postkutsche bis zur Telekommunikation¨
Münchener Briefmarken-Club e. V.
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Prinzregentenstr. 28

08.01.2017

München

ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.
Bürgersaal Fürstenried-Ost, Züricher Str. 35

05.02.2017

München

Postwertzeichen-Sammlerverein Siemens München e.V
Anton-Fingerle-Bildungszentrum (Mensa), Schlierseestr. 47

12.02.2017

Germering

Germeringer Briefmarkenfreunde e.V.
Stadthalle – Orlando-Saal, Landsberger Str. 39 /
Untere Bahnhofstraße / Therese-Giese-Platz

Unbekannte Plattenfehler (70)

Originalmarke:

Mi-Nr. 21 und 36

 

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Plattenfehler:

Die rechte 2 ist unten mit der 5 durch ein Häkchen verbunden

Superauktionshaus Christoph Gärtner

Am 7.2.2015 eröffnete Christoph Gärtner das renommierte Geschäft von Detlef Hilmer am Münchener Hauptbahnhof wieder. Davor hatte er das Auktionshaus Pumpenmeier in Kirchlengern übernommen. Noch im Februar hat er das Auktionshaus Edgar Mohrmann in Hamburg und das Auktionshaus Rauss & Fuchs in Stuttgart in sein expandierendes Imperium eingegliedert. Im April 2016 entstanden unter seiner Regie die „Auction Galleries Hamburg vormals Schwanke GmbH“ in Hamburg. Strategie ist wohl, renommierte Auktionshäuser mit ihrem guten Namen weiterzuführen.

Samuel Fleischhacker

Damoklesschwert Nachentgelte?

Philaseiten Brief ist eine kostenfreie Information für die Mitglieder und Freunde von Philaseiten.de

„Sehr geehrter Herr …..,
sind Sie schon einmal mit der Bundesbahn gereist und haben völlig unabsichtlich vergessen eine Fahrkarte zu lösen ? Sie selbst vermutlich noch nicht, denn der Spass könnte Sie teuer zu stehen kommen: Neben 60 Euro Strafe (erhöhtes Beförderungsentgelt) können Sie für die Erschleichung der Beförderung mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden.

Auch die Deutsche Post macht in ihren seit Beginn dieses Jahres gültigen AGB's  jetzt Ernst: "Für eine mit einer gefälschten und/oder manipulierten Briefmarke frankierte Einzelsendung oder wenn der Absender nachweislich das Entgelt nicht oder nicht vollständig entrichten will: Einziehungsentgelt bei Fälschung/Manipulation + 30,00 Euro".


Bevor Sie überlegen, eine nicht gestempelte Marke nochmals zur Frankatur zu verwenden, sollten Sie in diesem Thema die Beiträge 8 und folgende lesen:

Bund Nachgebühr Label der Post

Whow! Das ist ja ein Ding! Oder?

Ganz obligatorisch sollte man feststellen, dass die unaufgeforderte Zusendung derartiger (Spam-)Mails eigentlich auch nicht rechtens ist und der Link auch noch zu prüfen wäre, ob er wirklich auf deren Webseite führt. Er ist okay:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=1&CP=0&ST=6299&page=0

Also liest man halt mal dieses, auch wenn ich nicht viel von Blogseiten jedweder Art halte.

Es beginnt recht unspektakulär mit einem abgestempelten Aufkleber „Gebühr zahlt Empfänger“ und eine hochinteressante Diskussion ob dieser von der Post stammt oder nicht – könnte ja eine Rarität sein.

Anm: 22.01.2016 22:23:09

Ein Beleg mit einer Nachgebühr von 32,– € als Riesensensation. Was steckt dahinter? Und was sofort eine Diskussion auslöst, ob die Post zu dämlich ist, das richtig auszurechnen. Und eine Diskussion über Betrug (§ 263 StGB)! Denn Betrug setzt ja Kenntnis und Absicht voraus!

Fazit: Ich halte das für typisches Bloggeschwätz.

Zum einen hat sich das Einziehungsentgelt (je Einzelsendung), damit haben es ja Privatleute wohl in der Regel nur zu tun, von bisher 0,51 € bei Postkarten, Standard- und Kompaktbriefen um 37,3 % auf 0,70 € erhöht, bei Maxi-, Großbrief, Bücher- und Warensendung um 392,2 % auf 2,– € erhöht, dazu natürlich noch das fehlende Porto. Das wurde zwar erwähnt, aber anscheinend toleriert, denn der Philaseitenbrief macht ja die 30,– € zum Thema.

Das Thema heißt Einziehungsentgelt bei Fälschung und Manipulation, das in der Postbroschüre „Leistungen und Entgelte“ steht, die man mit Glück noch „unter dem Ladentisch“ in einer Postfiliale erhält, als wäre es ein schlimmes Hardcore-Pornoheft, falls man sich die 108 Seiten nicht aus dem Internet holen will und selbst wenig umweltbewusst auf DIN A4 ausdruckt. Mein ältestes Exemplar stammt von 2013, und auch da steht es schon so drin. Und eindeutig als eine eigene Art des Einziehungsentgeltes. Ob zu diesem besonderen Einziehungsentgelt auch noch das „normale“, damals 2015 von 0,51 €, oder das jetzt 2016 von 0,70 oder 2,– € plus Porto verlangt werden kann, steht nicht drin. Und auch wenn die Verwendung von Marken aus der DM-Zeit keine Fälschung darstellt, das Ausradieren der Jahreszahl ist wohl schon eine Manipulation. Betrug, über den so viel diskutiert wird, macht die Post ja nicht geltend.

Interessanter ist die abgelöste und wieder aufgeklebte Briefmarke. Hierzu steht in der Broschüre „Leistungen und Entgelte“ seit Jahren weit hinten unter „Die richtige Briefmarke“ folgendes:

„Briefe und POSTKARTEN dürfen nur mit gültigen Briefmarken frankiert werden. Gültig sind alle seit 2002 herausgegebenen Briefmarken mit dem Aufdruck „Deutschland" sowie die 2000/2001 erschienenen Briefmarken mit Doppelnominal (Auszeichnung in Pfennig und Euro). Selbstklebende Briefmarken erhalten Sie in praktischen Vorratsgrößen (->Seite 17), bereits vorfrankierte Briefumschläge in praktischen Sets oder Vorratskartons (->Seiten 18 und 38).

Briefmarken ohne Stempelabdruck, die aufgedruckt oder bereits verklebt waren und dann aus Briefumschlägen oder POSTKARTEN ausgeschnitten wurden, dürfen nicht dazu genutzt werden, Sendungen zu frankieren.

Unbrauchbar gewordene Briefmarken tauschen wir Ihnen in den meisten Filialen der Deutschen Post bis zu einem Betrag von 50 € gerne gegen postfrische gleichwertige Briefmarken um, bereits verklebte Briefmarken aber nur zusammen mit den dazugehörigen Briefumschlägen bzw. POSTKARTEN.

Verdorbene Briefmarken mit einem Portowert über 50 € senden Sie bitte an: Deutsche Post AG, Niederlassung Privatkunden/Filialen, Versandzentrum Philatelie, Retourenstelle, Franz-Zebisch-Str. 15, 92637 Weiden. …“

Hier bleibt also nur noch ein interessanter Hinweis, der am Rande erwähnt wurde, aber auch für einen Sammler über die Frage hinaus, ob das Aufkleben einer nicht richtig klebenden oder einer versehentlich nicht gestempelten Marke einen Betrug darstellt. Nicht uninteressant ist: Es wird behauptet, dass die Marke abgelöst sein muss, da sie nicht mehr gleichmäßig flouresziert, in der Oberflächenbeschaffenheit rauher ist und deshalb den Stempelaufdruck nicht mehr richtig angenommen hat. Stimmt das, würde ein Ablösen gestempelter Marken diese so sehr verändern, dass diese nicht mehr einer Originalmarke entsprechen, heißt, gestempelte Marken nur noch postfrisch abgestempelt sammeln, oder als Briefstück oder noch besser als Beleg, um auch noch zu dokumentieren, dass ja alles seine Richtigkeit hat. Die Hersteller von Vordruckalben würde das freuen.

Sollten aber abgelöste Marken tatsächlich leicht erkennbar sein oder werden, dann wird das für die Pritt-Stift-Pappler gefährlich, denn wenn viele 30,– €-Nachentgelte zum Absender finden – denn welcher Empfänger zahlt schon diesen Betrag – dann fällt das schon auf. Und fortgesetztes unerlaubtes Pappeln könnte dann von einem Gericht doch als Betrug gewertet werden, und dann trifft sich sich der fleißige Pappler mit dem ständigen Schwarzfahrer an dem Ort, den man so schön „Häfen“ nennt.

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Hier ein wunderschöner „Beleg“ mit einem Ausschnitt aus einem Antwortkuvert der Deutschen Post. Hier hat der Postbote erkannt, dass der Absender wohl nur recht dämlich ist, wenn er meint, der Hinweis „Nicht frankieren“ heißt kostet nichts.

Samuel Fleischhacker

Olympischer Friede – ein Traum?

Der Olympische Frieden (griech. Ὀλυμπιακή Ἐκεχειρία:, „Ekecheiria – Olympisches Hände halten“) war ein Abkommen griechischer Stämme 884 v. Chr. zur Gewährleistung des sicheren Ablaufs der Olympischen Spiele. In der schriftlichen Übereinkunft der Könige Iphitos von Elis, Kleosthenes von Pisa und Lykurgos von Sparta wurde festgehalten, dass alle Athleten, Künstler, Familien und einfachen Reisenden in Sicherheit anreisen, die Wettkämpfe miterleben und wieder abreisen können. Der Waffenstillstand begann drei Monate vor den eigentlichen Spielen mit der Ankündigung der Spiele durch die Region Elis und dauerte bis zum Ende der Wettkämpfe und der Heimreise.

Durch die jüngste Entschließung im Oktober 2015 rief die Generalversammlung die Mitgliedstaaten auf, die Waffenruhe ab dem siebten Tag vor dem Beginn der XXXI. Olympischen Sommerspiele bis zum siebten Tag nach dem Ende der XV. Paralympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro zu beobachten .

Zur Förderung der Beitrag des Sports zu Frieden, Toleranz und Verständnis gab die UN - Postverwaltung im Sinne des antiken Olympischen Friedens eine Reihe von 12 Marken aus:

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Samuel Fleischhacker

500 Jahre Reformation

Am 31. Oktober 1517 gab Martin Luther seine „Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“, die „Propositiones wider das Ablas“, in denen er gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auftrat, einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, bei und später an einige Bekannte weiter, die sie kurze Zeit später ohne sein Wissen veröffentlichten und damit zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion im gesamten Reich machten.

Die Historizität des Thesenanschlags, bei dem Luther seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll, ist umstritten.

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Die erste seiner 95 Thesen lautet: „Dominus et magister noster Iesus Christus dicendo ,Penitentiam agite etc.‛ omnem vitam fidelium penitentiam esse voluit. –  Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht‚ ‚Tut Buße u.s.w.‛ (Matth. 4,17), hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“

Martin Luther, * 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld, † 18. Februar 1546 ebenda, wird  als der theologische Urheber der Reformation angese­hen. Als zu den Augustiner-Eremiten gehörender Theologieprofessor entdeckte er Gottes Gnadenzusage im Neuen Testament wieder und orientierte sich fortan ausschließlich an Jesus Christus als dem „fleischgewordenen Wort Gottes“. Nach diesem Maßstab wollte er Fehlentwicklungen der Christentumsgeschichte und in der Kirche seiner Zeit überwinden.

Mit den 95 Thesen begann Luther seine öffentliche Kritik an der Institution des Papsttums – ein geistiger Sprengsatz, der dann in den nächsten Jahren und Jahrzehnten seine volle Kraft entfaltete. Luthers Landesherr, Kurfürst Friedrich III. von Sachsen, unterstützte ihn in dieser Haltung, weil er den Abfluss der Ablassgelder aus dem eigenen Territorium nach Rom nicht dulden wollte. Luthers Betonung des gnädigen Gottes, seine Predigten und Schriften und seine Bibelübersetzung, die Lutherbibel, veränderten die von der römisch-katholischen Kirche dominierte Gesellschaft in der frühen Neuzeit nachhaltig. Entgegen seiner Absicht kam es zu einer Kirchenspaltung, zur Bildung evangelisch-lutherischer Kirchen und weiterer Konfessionen des Protestantismus.

Bekommen wir zu unserem nächsten Großtauschtag wieder das Erlebnisteam: Briefmarken mit einem Sonderstempel, hier mein erster Entwurf:

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Samuel Fleischhacker