Juli 2013

Vereinsbote - Juli 2013 - 26. Jahrg. - Nr. 103

Inhaltsverzeichnis:
Bericht vom 65. Landesverbandstag am 5.5.2013
Bericht vom Volksfesteinzug am 22.06.2013
113. Deutscher Philatelistentag 2013 (BDPh)
90 % aller Händler sind nicht seriös
BPP Vorstand Christian Geigle zum Zweiten
Antwort auf Fragen zur Konservierung
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag
Interessante Tauschtage (Auswahl)
Kennwort: Falsch (30)
Unbekannte Plattenfehler (60)
Wir trauern um ...
Alpen-Adria-Ausstellung in Eppan vom 21. bis 23. Juni 2013
 

VB1303a

Ein besonders gelungener philatelistischer Gruß aus Santorini.
Kamari-Tours bietet sogar einen Briefkasten im inseltypischen
Weiß und Blau.

Bericht vom 65. Landesverbandstag am 5.5.2013

VB1303b

VB1303c

Der Beginn des 65. LV-Tags des Landesverbands Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V. am 05.05.2013 im Historischem Rathaus Kronach, Lucas-Cranach-Str. 19, 96317 Kronach, war natürlich überschattet vom Gedenken an den verstorbenen 2. Vorsitzen­den Gerhard Ansorge. Sein angestammter Platz wurde während der Sitzung, von einer Rose geschmückt, freigehalten.

VB1303e

Als Gäste waren erschienen der Erste Bürgermeister der Stadt Kronach Hr. Wolfgang Beiergrößlein, zu welchem der Briefmarken-Sammler-Club Kronach e.V. offensichtlich gute Beziehungen pflegt. So konnte uns sein Vorsitzender Klaus Jürgen Bächer im großen prächtigen Saal des Historischen Rathauses begrüßen. Die für den Verband wichtigen Gäste waren der Vorsitzende des Landesverbands Thüringen Hr. Dr. Eckart Bergmann, der zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats des BDPh ist, der Geschäftsführer der Stiftung Philatelie und Postgeschichte Hr. Rüdiger Krenkel und der 2. Vorsitzende des Landesverbands Südwestdeutscher Briefmarkensammler-Vereine Hr. Wolfgang Zimmermann.

Die Veranstaltungsleitung übernahm der Sprecher des LV-Beirats Hr. Dieter Simon. Aus dem bereits vorab verteilen Bericht des 1. Vorsitzenden Hr. Ludwig Gambert ist zusammengefasst zu entnehmen, dass neben seinem Dank für geleistete Arbeit in den Vereinen die Probleme mit dem BDPh weiterhin bestehen. Die Informationen sind vage, meist geheim und werden oft vor Freigabe schon in der philatelie veröffentlicht. Die philatelie stellt darüber hinaus einen hohen Kostenfaktor dar. Die vom LV-Bayern unter Führung von Fachstellenleiter Hr. Thomas Höpfner initiierte digitale Ausstellung wird wie das übrige Ausstellungswesen auch vom BDPh schleppend behandelt, obwohl auch hier enormer Kostendruck besteht.

Der organisatorisch wichtigste Teil einer Mitgliederversammlung, die Entlastung des Vorstands, lief völlig unproblematisch ab. Es konnte sogar 2012 ein Überschuss erzielt werden. Auch der Haushaltsplan 2014 wurde ohne Einwände beschlossen. Trotz 101 Neueintritten war die Mitgliederentwicklung bei 390 Abgängen negativ. Von 140 Vereinen waren 37 Vereine persönlich anwesend, 43 ließen sich vertreten mit insgesamt 201 von 302 Stimmen.

Hr. Dr. Eckart Bergmann berichtete als Vorsitzender des Verwaltungsrats des BDPh, dass der in der Satzung vorgeschriebene 3. Beirat aus Kostengründen weiterhin nicht besetzt wird. Er rief dazu auf, zukünftig mehr zu gestalten als zu verwalten. Das Projekt digitale Ausstellung wirft Probleme auf, die zu lösen seien, darunter die Frage der Originalität und der Art, mit welchen Programmen man präsentieren will. Schwierig ist es auf jeden Fall, ein DIN-A4-Ausstellungsblatt im Querformat eines Beamers oder Bildschirms darzustellen. Zu den Vorstandswahlen will sich Hr. Dr. Bergmann zur Wahl stellen. Welche Bewerber sich weiter zur Wahl stellen werden, ist noch offen. Problematisch sei die Frage des Schatzmeisters, die wahrscheinlich nur durch eine Verteilung einiger Tätigkeiten oder weitere Auslagerung an ein Büro zu stemmen sein wird.

Der Geschäftsführer der Stiftung Philatelie und Postgeschichte Hr. Rüdiger Krenkel stellte diese in einem Vortrag vor, den er auch bei der IBB München hielt. Der Vorstand besteht aus Hr. Dieter Hartig, BDPh und Hr. Bartels (für bisher Hr. R. Pranke), Deutsche Post AG. Das Kuratorium besteht aus Hr. Dieter Hartig, Hr. Dr. Heinz Jaeger, Hr. Franz Karl Lindner, Hr. Dr. Eckart Bergmann und Hr. Franz Fischer für den BDPh, Hr. Bartels, Hr. Oliver Brandes und Hr. Lutz Richter für die Deutsche Post AG, Hr. Dr. Andreas Hahn für die Museumsstiftung Post und Philatelie und Fr. Ulrike Bohm, Ministerialrätin, für das Bundesminsterium der Finanzen. Die Geschäftsführung nimmt Hr. Rüdiger Krenkel war.

Die Mittel der Stiftung zur Erfüllung des Stiftungszweckes stammen aus den Erträgen des Stiftungsvermögens, alle zwei Jahre aus den Zuschlags-Erlösen der Marke zum 'Tag der Briefmarke' seit 1966 und zum geringsten Teil aus Spenden und sonstigen Zuwendungen. Wirtschaftlich bedingt sank die Rendite des Stiftungsvermögens von 2007 mit 9,59 % in 2009 auf nur noch 2,15 % und lag 2012 auf 7,44 %. Die Zuschlags­erlöse sanken von 1037 TDM in 2001 auf 284 TDM in 2011. Der Zuschuss an den BDPh sank seit 2003 um 46 %. Wichtige geförderte Projekte sind die philatelistischen Bibliotheken und die DphJ. Wichtig für Vereine ist, dass auch Ausstellungen, der Tag der Briefmarke, Sonderstempel etc. aus Mitteln der Stiftung gefördert werden können, wenn sie im Vorhinein beantragt werden.

Wie in unserem Verein abgesprochen, brachte ich unsere Verstimmung gegen einen Vortrag von Herrn Dr. Hans-Karl Penning im Januarheft 2013 der philatelie zum Ausdruck. Wurden die Organisatoren und Juroren von Ausstellungen des BDPh, als auch die Aussteller selbst, als Selbstdarsteller bezeichnet, so wurden auch die Ausstellungen selbst als Motivation für eine Mitgliedschaft bestritten, denn dazu gäbe es einfach zu wenige Aussteller. Niemand frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Beleuchtungsverhält-nisse bei den Ausstellungen seien unprofessionell und schaden den Exponaten. Die Zahl der Landesverbände sei zu hoch und müsse verringert werden. Den Ortsvereinen kreidet er an, dass sie im Vergleich zu den Direktmitgliedern nur ein Viertel des Betrages für die philatelie aufwenden. Sind wir also Schmarotzer? Gibt es außer der philatelie, welche die Stiftung im erheblichen Umfang sponsert, keine weiteren Aufwendungen? Sollen wir alle am besten Direktmitglieder werden? Er vergisst wohl: Ohne Vereine kein Landesverband, ohne den lästigen Appendix an Landesverbänden auch kein BDPh. Dass sein Hinweis, dass mit wenigen Ausnahmen die Vereine an Bedeutung verlieren und deren Mitglieder meist unwissend sind, beleidigend sein könnte, erkennt er wohl nicht. Gewiss darf man auch kritische Ansichten seiner Leserschaft zur Kenntnis bringen. Ob man diese, sieht man von zwei zustimmenden Leserbriefen im Folgeheft ab, unkommentiert belassen sollte, zumal es sich ja nicht um den ersten Beitrag dieser Art handelt, halte ich für fragwürdig. So bewirken sie immer Diskussionen im Verein, ob es nicht sinnvoll wäre, LV und BDPh zu verlassen. Bleibt die Frage, ob der BDPH nicht schon längst die Oberhoheit über seine Verbandszeitschrift verloren hat. Oder sieht er in solchen Artikeln schon seinen Beitrag zu einer vernünftigen Mitgliederwerbung, wenn man die philatelie an Tauschtagen auslegt?

VB1303f

Geehrt wurde Regionalbeirat Hr. Thomas Heckel mit Bronze. Sieger im Mitgliederwettbewerb waren die Briefmarken- und Münzfreunde Lauf und Umgebung. Mit nur drei Gegenstim­men wurde der Antrag, Hr. Gambert soll als Vertreter des LV-Bayern am 12.10.2013 auf der Hauptversammlung des BDPh in Heidenheim gegen eine Erhöhung des Jahresbeitrags stimmen, beschlossen. Hoffen wir, dass die anderen Landesverbände sich dem anschließen. Den 'Tag der Briefmarke' 2014 führt die Briefmarken-Sammler-Gemeinschaft Strullendorf durch, die hierzu einen Zuschuss der Stiftung von 2000,- € erhält. Der LV-Tag 2014 könnte eventuell in Niederbayern (Regen ?) stattfinden. Die Briefmarkensammlergemeinschaft Marktbreit führt am 19./20.10.2013 eine Rang-3-Ausstellung durch.

In einem Gespräch nach Ende der Versammlung mit Hr. Gambert, der ja auch Juror ist, meinte dieser zur Frage der Originalität bei digitalen Ausstellungen, dass er auf jeden Fall die zugehörigen

Marken und Belege im Original zu sehen wünsche. Zum Kopf­schütteln brachte ihn meine Meinung, dass hierfür ja dann ein kleines Einsteckbuch ausreiche, denn die ganzen Texte wären ja im PC oder auch auf CD. Verlagert sich in Zukunft das Ausstellungswesen weg von der Exklusivität gesammelter Objekte hin zu einer eher wissenschaftlich hochwertigen Präsentation von Erkenntnissen über Brief­marken, Belege und Postgeschichte? Entsteht gar eine mit der Wikipedia vergleichbare Wikiphila?

Samuel Fleischhacker

Bericht vom Volksfesteinzug am 22.06.2013

Am Samstag, 22.06.2013 trafen sich ca. 15 unserer Mitglieder (Angehörige mitgezählt!), um beim Volksfesteinzug unseren Verein mehr oder weniger würdevoll zu vertreten. Damit waren wir zwar immer noch besser als die Vereine, die dieses Jahr nicht mehr angetreten sind, aber erfreulich ist das Engagement unserer Mitglieder nicht.

113. Deutscher Philatelistentag 2013 (BDPh)

Bislang war nur bekannt, dass der derzeitige Präsident des Bundes Deutscher Philate­listen, Dieter Hartig, seine Amtslaufbahn zum diesjährigen Philatelistentag in Heiden­heim beendet und Lars Böttger, der Schatzmeister des BDPh, aus Gesundheitsgründen nicht erneut antritt. Die drei anderen Vorstandsmitglieder Vizepräsident Franz-Karl Lindner, Helma Janssen und Herbert Kroog als Beisitzer haben bereits signalisiert, dass sie wieder antreten werden.

Es kann aber auf der BDPh-Hauptversammlung am 12. Oktober 2013 in Heidenheim durchaus zu einem vollständigen Generationswechsel kommen. Die 'philatelie' und fast wortgleich die philatelistische Presse stellen ein Team vor, das sich für den Vorstand bewirbt:
Uwe Decker aus Bisingen, Jahrgang 1966, kommissarisch 1. Vorsitzender des Landesverbandes Südwest für den tragisch früh verstorbenen Torsten Pelant, Vizepräsident des Deutschen Altbriefsammler-Vereins im Verband Philatelistischer Arbeitsgemeinschaften, tritt mit einer relativ jungen Mannschaft an den Start, deren Mitglieder allesamt mitten im Erwerbsleben stehen.

Um das Amt des Vizepräsidenten bewirbt sich Alfred Schmidt aus Haldensleben, eben­falls 1966 geboren, Vorstandsmitglied im Landesverband Sachsen-Anhalt, sammelt sowohl postgeschichtlich als auch thematisch.

Um das Amt des Schatzmeisters bewirbt sich Michael Fukarek aus Bernau bei Berlin, 1960 geboren, Schatzmeister der Arbeitsgemeinschaft Österreich, ist Ganzsachen-Sammler.

Helma Janssen, Jahrgang 1959, muss man nicht vorzustellen. Die in Moormerland lebende Ressortleiterin Jugend, Familie, Bildung bewirbt sich erneut als Beisitzerin für den BDPh-Vorstand. Sie sammelt thematisch und engagiert sich besonders in der Jugendarbeit.

Ebenfalls als Beisitzer kandidiert Thomas Höpfner aus Forstinning, 1960 geboren, Leiter der Fachstelle Ausstellungswesen und Sprecher der Fachstellenleiter im Landes­verband Bayern, sammelt traditionellen Philatelie und Postgeschichte. Auf der Internationalen Briefmarken-Börse München stellte er sein Projekt „Exponate live“ vor, mit dem der BDPh schon seit 2010 einem neuen Weg für die öffentlichkeitswirksame Präsentation von Ausstellungssammlungen sucht.

Ob dieses Aufbegehren gegen die alte Garde Erfolg haben kann hängt auch davon ab, wie sattelfest die restlichen bisherigen Vorstandsmitglieder sind. Helma Jansen wird es als Überläuferin in der alten Restmannschaft schwer haben. Herbert Kroog steht zwar nicht in der bisherigen massiven Kritik eines Dieter Hartig, seine Auftritte als Repräsentant des BDPh waren aus eigener Wahrnehmung nicht überzeugend, unkritisch, oft erst nach Befragen informativ und er stellte sich oft als vom Vorstand schlecht oder nicht informiert dar - einem Vorstand, dem er selbst angehört. Fragt sich, ob ihn dies für den Vorstand unverzichtbar macht. Verbleibt letztlich wohl nur Vizepräsident Franz-Karl Lindner übrig.

So gesehen stehen die Chancen von Uwe Decker recht gut, ausgenommen, ein Mitglied seiner Gruppe wäre nicht akzeptabel, denn sie will nur gemeinsam antreten. Kritisch zu sehen ist mittlerweile die Position des Schatzmeisters. Sicher nicht in der Person des Michael Fukarek, einem Steuerberater mit eigener Kanzlei, sondern im Amt als Schatzmeister im BDPh an sich. Nach dem unerwartetem Rückzug von Franz Fischer im Herbst 2011 und nun von Lars Böttger aus gesundheitlichen Gründen, deren Tätigkeit selbst in höchsten Tönen gelobt wird, scheint es wohl eher riskant zu sein, das Amt innezuhaben. Hinzu kommt, dass die sinkenden Mitgliederzahlen und die massiv zurückgegangene Förderung durch die Stiftung Philatelie und Postgeschichte eine Gratwanderung zwischen Beitragserhöhungen und Einsparmaßnahmen erfordern werden.

Es verwundert nicht, dass Wolfgang Maassen diese Mannschaft als Traumteam aus Ausstellern und Juroren vorstellt, mit der man den BDPh verjüngen könne. Was fehlt ist eine Aussage, welche konkreten Ziele zukünftig verfolgt werden sollen, sieht man vom Erfolg der kommenden Multilaterale in Haldensleben 2014 ab. Wenn das das einzige Ziel ist?

Dr. Eckart Bergmann berichtete als Vorsitzender des Verwaltungsrats des BDPh und Vorsitzender des Landesverbands Thüringer Philatelisten e.V. auf dem Landesverbandstag des Landesverbands Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V., dass er auf jeden Fall kandidieren werde. Diese Aussage entging wohl der gesamten philatelistischen Presse. Er hat sicher nicht die Unterstützung eines Hr. Maassen.

Gerade der Landesverband Bayerischer Philatelisten-Vereine attackierte neben Dieter Hartig auch Wolfgang Maassen, den Alleinherrscher über die philatelie, einer Verbandszeitschrift, die einerseits die elitäre Philatelie und die Auktionshäuser über alles andere in den Himmel hebt, andererseits mittlerweile Landesverbände und Mitgliedsvereine eher als lästiges Übel einschätzen lässt und sich nicht scheut, auch den BDPh und vor allem sein Ausstellungswesen zu diskreditieren. Obwohl eine der größten philatelistischen Zeitschriften der BRD, informieren sich interessierte Sammler doch eher in den am Kiosk erhältlichen, die ihren Etat aus Verkaufspreis und Anzeigen erwirtschaften müssen. Auch die 'philatelie' belastet das Amt des Schatzmeisters.

Samuel Fleischhacker

90 % aller Händler sind nicht seriös

Der Beginn des Sommers hat mit seinem Hochwasser für Schlagzeilen gesorgt, aber für Interessantes auf philatelistischem Gebiet eher nicht. Im Wasser versunkene Briefmarkensammlungen gingen im Gesamtschaden als vernachlässigbar sprichwörtlich unter. Also war googeln angesagt.

Auf www.philaseiten.de fand sich im Forum das Thema: „BPP Vorstand Christian Geigle: 90 % der großen Händler sind unseriös.“ Diese Aussage verwundert, ist er doch selbst Briefmarkenfachhändler („PHILATELIE IST VERTRAUENSSACHE“) und beschmutzt sein eigenes Nest.

Im FOCUS Magazin Nr. 17 / 2013 (22.4.2013) wird er im Artikel „Marke Eigenbau – Mit gefälschten Briefmarken betrügen dubiose Händler deutsche Sammler um Millionen – In Hamburg ermittelt die Justiz“ mit dieser Aussage zitiert.

Zu Beginn des Artikels steht die interessante Einschätzung, dass es nicht nur ein paar schrullige Herren seien, die Marken sammeln. Im Gegenteil, etwa eine Million Philatelisten geben jedes Jahr 175 Millionen Euro „für historische Stücke und neue Sondermarken der Deutschen Post aus. Sie steigern bei Auktionen, stöbern im Internet, kaufen bei Bahnhofs-Tandlern oder exklusiven Edelhändlern. Manche investieren Schwarzgeld, um es vor dem Finanzamt im Briefmarkenalbum zu verstecken.“

Stimmt dies, so liegt der davon im BDPh organisierten Sammler (und Steuerhinterzieher!?) im unteren einstelligen Prozentsatz.

Auch Oskar Klan, 60, Chefredakteur der Preisbibel „Michel Katalog“ wird zitiert: „Fälschungen nehmen stark zu.“ Immer dreister agierten professionelle Betrüger auf diesem unübersichtlichen Markt.

Nach einem kurzen Ausflug über einige Fälschungsarten und gefälschte BPP-Prüfungen konzentriert sich der Bericht auf einen Online- und Telefonhändler in Hamburg, dessen Sohn freimütig erklärt: „Im Netz wird viel Schund verkauft. Aber wenn die Preise so günstig sind, müssten bei den Leuten doch die Alarmglocken von selbst läuten.“

Chr. Geigle kritisiert auch etwas die Justiz: „Wenn eine 2-Cent-Marke plötzlich 500 Euro bringt, da hat mancher Staatsanwalt Wichtigeres zu ermitteln.“ Deshalb rauschten die Betrüger oft unter dem Radar der Justiz hindurch. Zu gering seien im Einzelfall die ergaunerten Beträge. Bei dem in der Branche als unseriös bekannte Hamburger Händler sollen sich die 'Kleinbeträge' über Jahrzehnte hin allerdings bis zu 25 Millionen Euro summiert haben.

Dann das nicht wörtliche Zitat von Chr. Geigle: „Viele Halbseidene seien unter Deutschlands Briefmarkenhändlern zu finden, warnt der erfahrene Gutachter. Unter den 100 bedeutenden arbeitet laut Geigle nur jeder zehnte wirklich seriös. Schummeln gehört offenbar zum Geschäft. Dabei lässt sich auch mit korrekter Ware gut verdienen.“

Schwärmt Chr. Geigle von Zufallsfunden wie der „Audrey Hepburns“ der Deutschen Post von 2001, so schwärmt der Münchner Händler Rolf Müller eher von den Wachstums-märkten der aufstrebenden Wirtschaftsnationen China, Indien, Brasilien. Hierzu meint dann MICHEL-Chefredakteur Klan: „Klar, da schauen dann auch die Fälscher drauf.“

Ergänzen sollte man, dass auch Auktionshäuser trotz Hinweisen wertlose Fälschungen verkaufen (philatelie 428, Febr. 2013, S. 23). Dies wird sonst immer nur ebay unterstellt, wobei gerade diese solche Hinweise lt. BDPh durchaus ernst nnimmt.

Lars Böttger, BDPh, wies immer darauf hin, dass ein Großteil der Fälschungen auch für normale Sammler leicht erkennbar sind. So findet sich in der philatelie 352, Mai 2013, S. 31 der Artikel von Jürgen Kraft (www.stampsx.com) „Krafts Ratgeber:  prüfen“, der sich sehr eingehend und mit vielen Tipps diesem Thema widmet.

Hat schon 'Meisterfälscher' Sperati in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts meisterliche Kopien von Briefmarken gefertigt, ermöglicht der heute rasant fortschreitende technische Fortschritt immer bessere Kopien, die wohl nur mehr mit hohen Kosten als Fälschungen identifizierbar sind. Aber auch Fälscher sparen und der Großteil des heute angebotenen Materials sind immer noch recht primitive Kopien oder Verfälschungen. Ein gefälschter Aufdruck oder ein falscher Stempel ist einfacher zu erstellen als eine gute Ganzfälschung.

Dass ein Briefmarkenhändler in der Lage ist, selbst alle Fälschungen zu erkennen, ist sicher nicht möglich, für was gäbe es sonst Prüfer. Wichtiger ist hier, ob er als kulant bekannt ist, ohne Zögern bedenkliche Ware zurücknimmt und auch Prüfgebühren bei falscher Ware erstattet. Das hat für den Käufer sogar den Vorteil, dass er auch ungeprüfte Marken ohne großes Risiko günstig erwerben kann. Aus dieser Sicht ist die Aussage von Chr. Geigle, wenn er sie wirklich so getan hat, eine boshafte Unterstellung. Selbst Prüfern unterlaufen manchmal Fehleinschätzungen, denn hohe Sicherheit bedeutet immer auch hohe Kosten, die niemand bezahlen will. Letztlich bezieht sich der Artikel im FOCUS im Wesentlichen auf eine zwar nicht benannte, aber hinreichend bekannte Firma in Hamburg.

Die Superschnäppchen, wie sie in ebay angeboten werden, sind ähnlich zu sehen. Dazu meint Glen Stephens (http://www.glenstephens.com/snapril13.html), dass viele zwar nicht so dumm sind, eine 'echte' Rolex für 50 $ Freitag nachts in einem Pub zu kaufen, postfrische 1913 Känguruhs („Mint 1913 Kangaroos”) im Katalogwert von 10000 £ in ebay für 900 £ jedoch sehr gerne. Er warnt eindringlich vor schlechten Abbildungen, neu aufgetauchten Anbietern und solchen mit wenigen Bewertungen. PayPal erstatte zwar – zum Schaden der Mutterfirma ebay – aus seiner Sicht zu gerne nicht gelieferte Artikel, denn damit steigen auch die Kosten für die Verkäufer, anstatt massiv gegen Betrüger vorzugehen. Erfolgt aber ein Versand, wird die Beweislage recht schwierig, wenn der Artikel nicht enthalten ist oder eben gefälschte Ware. Wenn ich für ein paar Euro sehr günstig und schnell etwas über ebay gekauft habe, kann ich auch einen Verlust hinnehmen, denn bei etwas Aufmerksamkeit passiert kaum etwas. Mein Gesamtschaden belief sich über Jahrzehnte auf etwas über 10,- €, damals noch ohne die Möglichkeit eines versicherten Kaufs über PayPal. Wer hohe Beträge investiert, sollte auch beim Empfang der Ware für eine Beweissicherung Vorkehrungen treffen (Zeuge, Scans etc.) um zumindest den erlittenen Schaden ersetzt zu bekommen und dem Gegenargument, dass man selbst betrüge, entschieden entgegentreten zu können. So vorteilhaft sich eine Anzeige bei der Polizei auswirken kann, so sehr sollte man selbst gegen eine Verleumdungsklage gewappnet sein. Vorab sollte man genau prüfen, ob das vermeintliche Schnäppchen nicht exakt dem entspricht, was man in seiner Gier in der Artikelbeschreibung nicht richtig gelesen hat: Zum Beispiel heißt geprüft noch lange nicht, dass als echt geprüft wurde.

Ein Kauf bei einem Händler, der seine Dienste auch bei Vereinen und Tauschtagen anbietet, hat neben dem Vorteil, dass man seine Artikel vor Ort eingehend begutachten kann und von ihm und von Sammlerkollegen gleich auch Tipps einholen kann. Für ihn ist eine gute Kundenbindung überlebenswichtig, was sich in vernünftigeren Preisen und größerer Kulanz auswirken wird.

Samuel Fleischhacker

BPP Vorstand Christian Geigle zum Zweiten

In der philatelie 433, Juli 2013, S. 18, befasst sich Wolfgang Maassen mit dem Bund Deutscher Briefmarken-Versteigerer (BDB), der sich gerade Kundennähe auf sein Panier geschrieben hat. Ein Nebenthema war der Vorschlag der 49 Mitglieder des BDB nach einer Art „Fälschungsdatei kritischer Werke“, die nach Meinung des Präsidenten des Bundes philatelistischer Prüfer, Christian Geigle, für ihre jeweiligen Prüfgebiete bereits bestünden und deshalb solche Projekte überflüssig machen. Diese seien Grundlage der jeweiligen Prüfung. Außerdem gäbe es Millionen von (Ver-)Fälschungen, die einen enormen Aufwand erforderten und für den BDB kaum überschaubar wären.

Wenn ich das richtig verstanden habe, besitzen also die im BDB vereinten Versteigerer wohl keine vernünftigen Prüfunterlagen und der BPP hält sie zudem nicht besonders kompetent, Fälschungen sicher zu erkennen.

Interessant hierzu auch der Artikel „Die Berlin-Roma 1940“-Aufdrucke: Propagandafälschungen aus Rumänien?“ im gleichen Heft Seite 23. Er befasst sich mit der Frage, ob diese echt sein könnten und kommt zu der Hypothese, dass gewisse historische Zusammenhänge die Einstufung als echte Propagandaausgaben theoretisch rechtfertigen könnten.

Die gegenteilige Annahme, es handle sich um Fälschungen, müsse man entgegensetzen, dass damit aber kaum ein Gewinn zu erzielen sei, diese Art der Fälschung auch als Rarität, weil kaum bekannt, nur schwer abzusetzen sei und sich sofort viele Nachahmer finden würde. Für eine Einstufung als Fälschung zum Schaden der Sammler spräche aber das späte Auftauchen der überdruckten Blocks, die 70 Jahre lang absolut unbekannt waren. Sie seien seit 2006 bei sieben Auktionshäusern aufgetaucht, mehrfach wohl aber der gleiche Block, bis er 2013 endlich verkauft wurde. Die Schätzpreise reichten von 100 € für all acht Blocks bis zu 1500 € für einen einzigen. Stolze Preise für einen Artikel, dessen Echtheit höchst fragwürdig ist, aber trotzdem ganz unkritisch angeboten wird.

Es ist schon interessant, dass sich der Heftteil „Philatelie und Postgeschichte“ in letzter Zeit zumindest zwischen den Zeilen recht kritisch mit Auktionshäusern befasst.

Vielleicht sollte man auf den kleinen Unterschied zwischen Online-Auktionen gewerblicher Anbieter und Onlineangeboten von Auktionshäusern hinweisen. Bei Ebay und Co. erfolgt mit Ablauf der Angebotsdauer ein Fernabsatzvertrag zwischen dem gewerblich Anbietenden und dem Höchstbietenden nach § 312 b BGB. Es handelt sich hier also nicht um eine Realauktion. Bei einer Versteigerung z. B. eines Auktionshauses kommt ein Vertrag gemäß 156 BGB durch den Zuschlag des Auktionators an den Höchstbietenden mit dem Auktionshaus zustande. Selbstverständlich können in der Regel auch Angebote über Fernkommunikationsmittel (insbesondere Briefe, Kataloge, Telefonanrufe, Telekopien, E-Mails sowie Rundfunk, Tele- und Mediendienste) abgegeben werden. Ein Widerrufsrecht wie bei Fernabsatzvertrag, der nicht einmal begründet werden muss, ist jedoch gemäß § 312 Abs. 4 Satz 5 ausdrücklich ausgeschlossen. Es gilt auch dann gekauft wie besehen und eine Rückgabe zu den Bestimmungen der AGB – die man auch bei sehr angesehenen Auktionshäusern durchaus mal lesen sollte – ist nur bei versteckten oder nicht offenbarten Mängeln möglich, wobei in den Foren hinreichend Positives und Negatives hinsichtlich der Kulanzbereitschaft berichtet wird. Wie gut die Auktionsware vor Ort zu besehen ist, davon sollte man sich selbst einmal ein Bild machen. Manchmal ist der Trubel so groß, dass man das Interessante kaum erreicht und betrachten kann, ja sogar der Verdacht besteht, dass ein früh gesehenes Schätzchen später die eigene Auktion nur noch in der Hosentasche eines der alles eingehend Prüfenden erlebt.

Fazit:
Selbst ohne Arglist zu unterstellen, können überall ge- oder verfälschte Artikel erworben werden. Der gewerbliche Onlinehandel hat gerade in Verbindung mit PayPal ein zwar kurzfristiges, aber einfaches Rückgaberecht. Für den normalen Handel und die Auktionshäuser ist deren Verhalten bei Reklamationen und bei Kulanzfällen ein wichtiges Kriterium. Positiv vor allem die Gelegenheit, alles Angebotene selbst in Augenschein zu nehmen. Etwas Sachverstand sollte trotzdem vorhanden sein.

Nimmt man den bereits kommentierten Artikel von Hr. Dr. Hans-Karl Penning dazu, verbreitet die 'philatelie' immer mehr die Ansicht, dass nur noch „Zeitzeugen, die die Philatelie bewegten“ und natürlich die BPP-Prüfer von der Philatelie etwas verstünden, Verbände und Vereine unnötig und die Sammler unwissend seien. Wenn die 'philatelie' die Philatelie weiter so diskreditiert, braucht der neue Vorstand des BDPh bald nur noch den Sargdeckel darüber zuschrauben und verkünden: Die Philatelie wird nicht mehr tot geredet, sie ist es!

Samuel Fleischhacker

Antwort auf Fragen zur Konservierung

Hr. Wolfgang Maassen hat in der philatelie 432 – Juni 2013, S. 20, einen Artikel verfasst: „Die Prof.-Franz-Sammlung gibt die Antwort auf Fragen der Qualität und Konservierung!“
Es ist schon interessant, wenn die Auktionskataloge für die Versteigerung einer Sammlung in sieben Sitzungen von Anfang an in aufwändiger Luxus-Ausstattung angeboten werden. Es ist nicht nur der Umfang, sondern vor allem die ausgesuchte Qualität der angebotenen Objekte, die diese Kataloge auch Nichtinteressenten aufzeigen können, was eine Sammlung wertvoll macht:

Neben Qualität und Seltenheit wird vor allem die vorzügliche Erhaltung erwähnt. „Keine Verfärbungen, keine Verunstaltungen, alles leuchtend frisch in Originalfarben, nicht oxydiert.“ Jede Marke, jeder Brief ist unter HAWID-Taschen geborgen, dafür aber in schlichten Einsteckalben. Ähnlich wie Maurice Burrus, der seine Weltraritäten in Kisten und Tüten, unter Papier und Pergament, verwahrte.

Der für die meisten von uns interessantere Abschnitt beginnt nun mit: „Der Leser wird sich erinnern, dass der Autor (Hr. Maassen) in dieser Zeitschrift (philatelie) vor einigen Jahren – ausgehend von einer damals durch Peter Feuser initiierten weitreichenden Diskussion – versucht hatte, den Blick der Sammler auf die Fragen der Erhaltung wertvollen alten Briefmarkenmaterials zu lenken.“ Ich habe das eher als Weichmacher-Hysterie in Erinnerung, die alles, was nicht Papier war, verteufelte.

„Fast ausschließlich werden in Schreibwarengeschäften Klarsichthüllen [Leitz] Nr. 124 L angeboten.“ Hawid-Klemmtaschen werden in dieser Hülle nach zwei Jahren wie Glas brechen und Farbe der Marken in die Hüllen wandern. Empfohlen wird von der Fa. Leitz ihre weichmacherfreie Folie Nr. 134. Gefunden in GABRIEL Heft 1, Januar 1971, der Sammlergilde St. Gabriel. Es handelte sich damals um relativ dicke Weich-PVC-Folien mit hohem Weichmacheranteil, die tatsächlich Farben aus den Marken lösen und in die Folie übertragen konnten.

Vermutlich mit der Erkenntnis, dass als Weichmacher benutzte Phthalate gesundheitsschädlich sind, standen diese im Jahr 2000, dann 2003 und 2007/2008 im Verdacht, auch für Verfärbungen von Briefmarken verantwortlich zu sein. Damit lenkten diese Artikel von den problematischen Mono- und Di-octylzinnmercaptoestern und Methyl­zinnmercaptoestern ab, die als PVC-Stabilisatoren in Hart-PVC-Folien Verwendung finden, stark schwefelhaltig sind und durchaus in geringen Mengen aus den Hart-PVC-Folien austreten können, ab. Dabei findet sich ein Hinweis darauf schon in der Stellungnahme des BPP zu den Artikeln von 2007/2008 in der philatelie, fand aber keine große Beachtung. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass diese in der Lage sind, Bleifarben in schwarzes Bleisulfid zu verwandeln. Hart-PVC-Folien mit dem Werbehinweis „weichmacherfrei“ werden von den führenden Albenherstellern für Kunststoff-Albenblätter und Briefehüllen weiterhin im großen Umfang angeboten. Ob diese auch frei von Organozinn-Stabilisatoren sind, wird nicht angegeben.

2008 standen fast alle Folien unter Generalverdacht. Auch die jetzt so hoch gepriesenen HAWID-Taschen aus PS, Polystyrol, (so heißt es richtig geschrieben), die herstellungsbedingt schon immer weichmacherfrei waren. Befreit vom Verdacht nun auch Polyesterfolien, gemeint ist hier wohl PET, Polyethylenterephthalat, aus welchen neben Flaschen auch Folien hergestellt werden, die sogar lebensmittelgeeignet sind. Hr. Feuser wird freuen, dass einige Arten von Polyestern selbst als Weichmacher für andere Kunststoffe eingesetzt werden. Auch weichmacherfreie PP-, Polypropylen-Folien (für PP-Folien wird kein Weichmacher benötigt!) seien als dokumentenechte Bürohüllen sogar sehr preiswert. Unstrittig sei gewesen, „dass solche Verfärbungen“ (von Bleisulfid will keiner mehr sprechen) „teils auch dauerhafte Zerstörungen alter und neuerer Marken, Briefe, Ganzsachen, R-Zettel, Stempel (das ist neu!) etc. durchaus durch ein sogenanntes Mikroklima und weitere begünstigende Voraussetzungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit u. ä. beschleunigt oder gar hervorgerufen werden konnten.“ Dafür wird nun ausdrücklich erwähnt, dass zur konservierenden Lagerung zu ph-neutralem (Archiv-)Papier, neueren Pergamintüten mit entsprechend gepufferter Ausstattung zweifelsohne geraten wird. Erfreulich, dass Hr. Maassen wohl die ISO 9706 (eigentlich nur gedacht die lange Beständigkeit bedruckten Papiers, nicht aber als Verpackung) oder besser ISO 16245-A (Verpackungsmaterial, z.B. auch leichte Archivkartons) gelesen hat. Diese Papiere und Kartons sind von Schwefel, Chlor, Lignin oder anderen oxydierenden bzw. oxydationsfördernden Stoffen frei und zur Säureabwehr mit Calziumcarbonat gepuffert.

Für die Lagerung von empfindlichen Albumin-Drucken, mit Gelatine fixierten Negativen oder Fotografien wird aber dringend von gepuffertem Papier abgeraten, da die Puffersubstanzen wie z.B. CaCO3 (Calciumcarbonat) diese negativ beeinflussen können. Empfohlen wird die Verwendung von Ethylenvinylacetat-Klebern (EVA-Hotmelts) oder Metallklammern und der Verzicht auf die Verwendung von optischen Aufhellern. Diese Kartons entsprechen der US-Norm ANSI 9.2.89 und dem Photographic Activity Test (P.A.T.).

Die FH-Köln hat 2005 Photoarchivmaterial gemäß P.A.T. getestet: Die große Anzahl der Verpackungsmaterialien, z. B. Photoalben und Phototüten, welche die Verbraucher einsetzen und als Consumerprodukte bezeichnet werden, sind in Deutschland im Normalfall nicht getestet. Werbeaufschriften wie formaldehydfrei oder archivfest, die man gelegentlich antrifft, hätten keine Aussagekraft. Trotzdem seien von den  Consumerprodukten nur zwei schwarze Photoalben und ein Umschlag aus Holzschliffpapier negativ ausgefallen.

Damit bleiben als Hauptrisiken Holzschliffpapier, -karton und eventuell Hart-PVC-Folien übrig. Schwarzgefärbte Alben sind sehr beliebt, verhindern aber, dass man bei schlechter Qualität eine beginnende Braunfärbung durch Säure erkennen kann. Pergamin erscheint, da hohe Holzschliffanteile die Transparenz verhindern, zunächst zwar als wenig riskant, da Albenhersteller auf Chlor- und Säurefreiheit Wert legen und damit auch werben. Ein sinnloser Hinweis auf Weichmacherfreiheit fehlt meist auch nicht. Interessant ist, dass es auch für Pergamintüten und anderes Archivmaterial Anbieter gibt, die PAT-getestete besonders anbieten.

Vielleicht sollte man sich für die bekannt anfälligen Briefmarken Altdeutschlands eines der sehr teueren PAT-geprüften Archivalben leisten um ganz sicher zu gehen und dieses trocken und bei gleichmäßiger Temperatur lagern. Für den Rest der Sammlung sind die herkömmlichen Vordruckalben mit Hawidtaschen oder gute Einsteckalben sicher ausreichend. Wer größere Mengen preiswerter oder schwarzeingefärbter Alben kauft, sollte sich versichern lassen, dass es sich zumindest um chlor- und säurefreies Papier und Karton handelt. Bei Kunststoffmaterialien verzichte ich auf Hart-PVC, da meist nur weichmacherfrei garantiert wird. Ich bevorzuge chlor- und säurefreies Pergamin.

In seinem Artikel rät Hr. Maassen zu maßvoll niedrigen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit. Vielleicht wäre bei den besonders gefährdeten Marken sogar eine luftdichte Verpackung und Silica-Gel zur Minderung der Feuchtigkeit nicht ganz unsinnig. WISEPAC bietet dies sogar in Blattform (ca. DIN A4) – nicht ganz billig – an, aber es ist im Umluftherd regenerierbar.

Selbstverständlich rät Hr. Maassen auch zu seinem Buch „Alles, was der Sammler braucht.“

Samuel Fleischhacker

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag:
 

Herrn Karl Bäumer

zum 84. Geburtstag

am 27.7.2013

Herrn Lothar Hollrieder

zum 82. Geburtstag

am 23.8.2013

Zwei weitere Geburtstagskinder wollen auf unserer Internetseite nicht genannt werden.

Interessante Tauschtage (Auswahl):

14.07.2013

München

ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.

22.08.-
28.08.2013

Gmunden

ÖVEBRIA Gmunden 2013 im Rang I
Alle Wettbewerbsklassen, Austria-Cup Rang 3
Sammlerbörse

08.09.2013

Vaterstetten

Briefmarkensammlerverein Vaterstetten e.V.

08.09.2013

Nürnberg

Briefmarkenklub Gartenstadt Nürnberg

13.09.-
15.09.2013

Lichtenfels

LIPOSTA 2013 - Briefmarkenausstellung im Rang 2 mit internationaler Beteiligung, Klasse Junge Philatelisten, 75 Jahre BSV Lichtenfels

22.09.2013

Simbach
am Inn

Philatelisten Club Braunau Simbach
Verein der Briefmarkenfreunde Simbach/Inn e.V.

22.09.2013

München

Ansichtskarten-Sammlerbörse München

05.10.2013

Innsbruck

Philatelistenklub Olympisches Dorf Innsbruck

06.10.2013

Mühldorf
am Inn

Briefmarken-Freunde Mühldorf am Inn e.V.

11.10.-
13.10.2013

Heidenheim an der Brenz

113. Deutscher Philatelistentag 2013 (BDPh)

12.10.-
13.10.2013

Dorfen

Briefmarken- und Münzenausstellung
Briefmarken- und Münzensammlerverein Erding

12.10.2013

Garmisch-Partenkirchen

Briefmarken- und Münzensammler-Club
PHILATELIA e.V., Garmisch-Partenkirchen

13.10.2013

München

Gemeinschaftstauschtag der 5 Münchener Vereine

19.10.-
20.10.2013

Marktbreit

Briefmarkenausstellung im Rang 3
MABRIA´13, „50 Jahre BSG Marktbreit“

20.10.2013

Landsberg

Briefmarkenverein Landsberg am Lech

20.10.2013

Kufstein

Verein der Briefmarken-, Münz- und Ansichtskartensammler Kufstein

27.10.2013

Moosburg

Briefmarken- und Münzensammlerclub
Moosburg e.V.

Warum haben wir die LIPOSTA 2013 in Lichtenfels erwähnt? Wer fährt schon dorthin? Unser Mitglied Werner Wirges stellt dort das 1-Rahmen-Exponat „Vereinsbote der Germeringer Briefmarkenfreunde e.V. 2010/2011“ für den Germeringer Verein aus. Wünschen wir ihm, bzw. uns, also viel Glück!

Samuel Fleischhacker

Kennwort: Falsch (30)

Informationen und Warnmeldungen des
Bundes Deutscher Philatelisten e. V.

Ein Prüfzeichen, sofern es sich nicht nur um eine Signatur handelt, sagt zunächst nur aus, dass die geprüfte Marke echt ist. Eine Höherstellung des Prüfzeichens vom Unterrand zeigt eine mindere Qualität an:

VB1303g

Für die im Bund Philatelistischer Prüfer (BPP) organisierten Prüfer gilt:

geprüft NAME

= Echtheitsprüfung vor 1973

geprüft NAME BPP

= Echtheitsprüfung seit 1973

geprüft NAME (eines Bundesprüfers für ein nicht durch einen Bundesprüfer besetztes

Gebiet)

= Privatgutachten eines Bundesprüfers!

Vollständig nachgummierte Marken werden erst seit 1980 nicht mehr mit einem Prüfsignum versehen. Bis dahin wurden sie mit einem Prüfzeichen wie stark beschädigte Marken versehen!
Teilweise Nachgummierungen sind Reparaturen!
Als einwandfrei gekennzeichnete postfrische Marken können danach mit einem falschen Stempel versehen werden. Dann befindet sich das begehrte Prüfzeichen jedoch nicht auf der rechten Seite, wohin es für gestempelte Marken gehört!

Unbekannte Plattenfehler (60)

Originalmarke:

Bayern Dienstmarke 7 1/2 Pf. grün, Mi-Nr. 18 / 25 / 32

Plattenfehler:

Randeinbuchtung oben über T von DIENST

VB1303h

Wir trauern um ...

VB1303i

VB1303j

VB1303k

Alpen-Adria-Ausstellung in Eppan vom 21. bis 23. Juni 2013

Thomas Bauer berichtet in den neuen LV-aktuell über die sicher sehenswerte Alpen-Adria-Ausstellung, aber auch über die dort getroffene Regeländerung der Alpen-Adria : “… die Konferenz der Alpen-Adria wartete mit einer umfangreichen Agenda auf, die in freundschaftlicher Atmosphäre, mit durchaus kontrovers, aber fair geführten Diskussionen abgearbeitet wurde. Die für alle Sammler in Deutschland bemerkenswerte Regelanpassung war sicherlich, dass in Zukunft nicht der Wohnsitz in einer Region ausschlaggebend für die Teilnahme an einer Alpen-Adria-Ausstellung ist, sondern die Mitgliedschaft in einem Verein dieser Region. Das bedeutet also für einen deutschen Sammler, Mitglied in einem Verein des Landesverbands Bayern zu sein.”