Juli 2012

Vereinsbote - Juli 2012 - 25. Jahrg. - Nr. 99

Inhaltsverzeichnis:
Bericht vom Volksfesteinzug am 23.6.2012
Bericht vom Landesverbandstag am 13.5.2012
Landesverband und ebay
Hartz-IV und wertvolle Sammlungen
Loriot zum Zweiten
Interessante Tauschtage (Auswahl)
100 Jahre Bayerische Postgeschichte (51)
Was man so alles über Briefmarken findet
Was man noch so alles über Briefmarken findet
Kennwort: Falsch (26)
Aus der Region
Unbekannte Plattenfehler (56)

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Entwurf

Der nächste Tauschtag kommt bestimmt!
 

Volksfesteinzug: "Mia warn dabei!"

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Bei herrlichem Sommer- und Biergartenwetter  trafen sich zum Volksfesteinzug am 23. Juni Mitglieder unseres Vereins - leider viel zu wenige - mit ihren Angehörigen vor der Stadthalle. Mit weiteren 34 Vereinen zogen wir dann zum Volksfestplatz.

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Vor der Sonne geschützt, aber trotzdem im "gut beheizten" Zelt, waren dann gleich unsere zugewiesenen Plätze besetzt. Jeder Erwachsene bekam einen Gutschein für eine Maß Freibier und der Verein spendete auch noch eine kleine Brotzeit. Zwei Blaskapellen sorgten für Stimmung am Tisch und im Zelt. Wie schon gesagt: Es hätten ruhig mehr Vereinsmitglieder kommen können. Unser Vorstand, Herr Kramhöller, war trotzdem mit uns sehr zufrieden.

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Lothar Hollrieder

Bericht vom Landesverbandstag am 13.5.2012

Der 64. Landesverbandstag des Landesverbands Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V. fand am 13.05.2012 zusammen mit einer Briefmarkenausstellung im Rang 3 der ARGE Münchner Briefmarkenvereine e.V. vom 12. - 13.05.2012 im Ausbildungshotel St. Theresia, Hanebergstr. 8, 80637 München statt.

Dazu auch einige kritische Anmerkungen zum Bund Deutscher Philatelisten e.V.:

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Die ARGE Münchner Briefmarkenvereine e.V. als Ausrichter fand nicht nur gut ausgestattete Räumlichkeiten für den Landesverbandstag, sondern bot mit einer Briefmarkenausstellung im Rang 3 und dem Team Erlebnis Briefmarken mit zwei Sonderstempel, Erinnerungskuverts und einer MarkeIndividuell ein ansprechendes Rahmenprogramm.

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Geleitet vom 2. Vorsitzenden Erhard Ansorge begann der Landesverbandstag mit Grußworten von Rudolf de Haye für den ausrichtenden Verein, Herbert Kroog, Verantwortlicher im BDPh für das Aus­stellungswesen, und Uwe Decker, 2. Vor­sitzender des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammler-Vereine e. V.

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Der Jahresbericht von Ludwig Gambert, 1. Vorsitzender, wurde anfangs als wichtiges Problem die Interessenvertretung der Landesverbände im BDPh genannt. Als erledigte Ziele wurde berichtet, dass nach einer Kürzung des Etats für das Ausstellungswesen um 67 % zumindest noch Zuschüsse für zwei Rang 3-Ausstellungen pro Jahr und einer Rang 2-Ausstellung alle zwei Jahre, für Werbeschauen, Seminare vorhanden sind. Die Philatelistentage des BDPh sollen nun nicht mehr jährlich abgehalten werden und die ‘philatelie’ neugestaltet werden. Ab 1.6.2012 gibt  es einige Änderungen im Ausstellungswesen. Weiter wurde berichtet über die ALPE-ADRIA und die EUREGIO-EGRENSIS, das Pilotprojekt “Exponate am Bildschirm”, die Umfrage zu Philatelistischen Veranstaltungen, die Veränderung im Vorstand des Jugendrings Bayern, bei der nun Wolfgang Ernst (unser Mitglied) 1. Vorsitzender ist. Den ‘orangen Ordner’ des LV gibt es nun in neuer Fassung auf CD und die Messe Sindelfingen hat einen LV-Stand und einen Besprechungsraum zugesagt.

In Arbeit befindliche Ziele sind der Ausbau der Beziehungen zu den anderen Landesverbänden, die Neugestaltung der Philatelie, die Unterstützung der “Jungen Sammler”, der Internetauftritt, gemeinsame Ausstellungen mit anderen Landesverbänden, z. B. Südwest und VPhA, RollUps zu den Ausstellungsklassen, die Fortführung der Umfrage zu Philatelistischen Veranstaltungen, Seminare.

Die Jugend kann nach erheblichen Kürzungen wohl ihren ‘Jungen Sammler’ nicht mehr herausgeben. Der BDPh ist nicht bereit, sie zu unterstützen. Eine Möglichkeit bleibt, ihr in der LVaktuell Platz einzuräumen. Problematisch wird die mangelnde Einflussmöglichkeit des BDPh auf ihre eigene Verbandszeitschrift ‘philatelie’ gesehen - sie kann in redaktioneller Freiheit in einigen Beiträgen gegen den BDPh opponieren - und deshalb wird gefordert, bei einem neuen Vertrag mit dem Herausgeber hier einiges zu ändern. Kritisiert wird weiterhin, dass nur wenig Einsparungen vom BDPh beabsichtigt sind, während offensichtlich ein Papier kursiert, dass der Beitragsanteil nach 2015 auf 2 Euro pro Monat steigen könnte - dazu kommt natürlich dann noch der LV-Anteil.

Der Kassenbericht von Roland Gleißner war völlig unspektakulär - die letzte Betragserhöhung und die Einsparungen haben bewirkt, dass das Ergebnis okay ist.
Herr Kroog teilte in seinem Bericht mit, dass von Seiten des BDPh die Verträge mit Herrn Maasen (philatelie) eingesehen werden könnten. Herr Maasen sei jedoch strikt dagegen. Den Inhalt kennen damit zur Zeit nur drei, Herr Hartwig, Herr Adler und Herr Maasen. Der Vertrag läuft Ende 2012 aus. Es wird derzeit geprüft, ob eine Ausschreibung oder zumindest eine beschränkte Ausschreibung erfolgt. Zu einer Unterstützung des ‘Jungen Sammlers’ der Jugend könne er nichts sagen, die Jugend sei in Landesringen organisiert und deshalb sei dies Thema der Landesverbände und nicht des BDPh. Wie die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte ihre Mittel verteilt, liege nicht in der Hand des BDPh, da dieser dort nicht mehr die Mehrheit innehat. Die Beitragsanteile für den BDPh seien bis 2015 festgeschrieben, über die kommende Beitrags­entwicklung sollen die Mitglieder im Juli 2012 informiert werden. Die Information des BDPh bleibt also wie gewohnt reichlich vage.

Vorstand und Schatzmeister wurden einstimmig - der 2. Vorsitzende mit einer Enthaltung - entlastet. Als 1. Vorsitzender - Herr Ansorge stellte sich nicht zur Wahl - wurde Herr Gambert mit 182 Ja-, 27 Nein- und 33 ungültigen Stimmen wiedergewählt. Als 2. Vorsitzenden wurde Herr Ansorge mit 194 Ja-, 38 Nein- und 12 ungültigen Stimmen wiedergewählt. Als Schatzmeister wurde Herr Gleißner einstimmig mit 5 Enthaltungen wiedergewählt. Ein Ergebnis, zu welchen man dem Vorstand nur gratulieren kann. Herr Geier und Herr Ritschel wurden wieder einstimmig bei einer Enthaltung als Kassenprüfer gewählt. Der LV-Beitragsanteil bleibt unverändert. Der Haushaltsplan wurde einstimmig gebilligt.

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Unter den vom LV Geehrten Adolf Jepertinger - Bronze - und Hans-Georg Schlicht - Silber, und ganz stolz vor seinem mit Silber ausgezeichneten ersten Exponat auf einer Rang 3-Ausstellung unser Kassier Erwin Götzinger.

Für ein Fazit - Alles Wonne und Sonnenschein! - sollte man sich den 12.7.2009 in Erinnerung rufen. Wollte man dort nicht in heimischen Gefilden - in München - weit weg von den Franken nochmals einen nun besser vorbereiteten Versuch starten, den ungeliebten Gambert vom Thron zu stoßen? Nur fand sich kein Kandidat. Es scheint sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass Ehrenämter dummerweise meist mit viel Arbeit verbunden sind und mehr Kritik als Anerkennung finden. Aber welch Wunder, wenige Tage vor der Wahl wurde von einem Kandidaten getuschelt. Ein Revolutionär ohne Mitstreiter und Anhänger steht aber dann schnell als ertappter Selbstmordattentäter recht kleinlaut da. Und wenn alles so geheim ist, dass man sogar noch als Kandidat aufgestellt wird, obwohl man längst eingeknickt ist, dann ist ein Teil der Wähler wütend, dass man opponiert hat, und der andere, dass man feige war. Wie sich das auf die Vorstandsarbeit auswirkt, bleibt abzuwarten.

Vergleicht man Uwe Decker, der mit seinem zündenden Grußwort sich als überzeugender Redner und als Streiter für die Philatelie präsentiert hat, mit Ludwig Gambert, der sehr zurückhaltend über seine Tätigkeit berichtet, oft fast penetrant seine Ansichten vertritt und damit nur zu oft ins Fettnäpfchen tritt, ist Kritik an ihm verständlich.

Interessant ist dann, wenn man einen Teilnehmer vom Landesverbandstag Südwest hört, auf welchem Dieter Hartig, Präsident des BDPh, nach dessen Bericht aus dem BDPh von einem Herrn Gambert massiv zur Rede gestellt wurde. Hier treffen Träume großer elitärer Phantasie, Interessen der philatelistischen breiten Masse und realer finanzieller Möglichkeiten, Lichtgestalt Hartig und Missionar Gambert unversöhnlich aufeinander.

Der Kampfplatz Verwaltungsrat sieht in der Satzung des BDPh so aus:

§ 10 Verwaltungsrat

(1) Der Verwaltungsrat repräsentiert die Mitglieder des BDPh....

(4) Dem Verwaltungsrat obliegt die Wahrnehmung folgender Grundaufgaben:

(a) Er artikuliert und vertritt die Meinung der Verbandsmitglieder des Bundes zwischen den
      Hauptversammlungen.

(b) Er fördert den Gedankenaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden.

(c) Er entwickelt Entscheidungsvorlagen, insbesondere für Verbandsangelegenheiten von
     grundsätzlicher Bedeutung, und führt einen Abgleich der Verhandlungsauffassungen zu
     Vorlagen und Zustimmungserfordernissen herbei.

(5) Der Verwaltungsrat unterstützt den Bundesvorstand bei seiner Tätigkeit. Ihm obliegt
      insbesondere:

a) Die Prüfung des Haushaltsplanes.

b) Die Prüfung der Geschäftsberichte des Bundesvorstandes und der Bundesstellen.

c) Die Einsichtnahme in die Rechnungslegung. Die Entscheidung über den Vorschlag zur
    Entlastung des Bundesvorstandes durch die Hauptversammlung.

Der Verwaltungsrat hat damit - auch wenn das Herr Hartwig möglicherweise anders sieht, - die Aufgabe, auf die Tätigkeit des Vorstandes einzuwirken. Machtbefugnisse hat aber nur die Hauptversammlung, die zwar letztlich dem Vorstand auch nicht vorschreiben kann, was er zu tun und lassen hat, ihn aber wählt - oder ganz einfach eben einen anderen Vorstand. Der Bundesvorstand des BDPh besteht übrigens laut Satzung aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Schatzmeister und bis zu drei weiteren Vorstandsmitgliedern. Einer der beiden weiteren Vorstandsmitgliedern - auch wenn sie nicht satzungsgemäß als Beisitzer bezeichnet werden - ist Herr Kroog. Damit ist für mich völlig unverständlich, dass er sich als Mitglied eines nur “erweiterten Vorstandes” so unwissend gibt. Wenn er den Vertrag mit Herrn Maasen nicht kennt, hat er entweder seine Hausaufgaben nicht gemacht oder will einfach keine Stellung beziehen.

Aus meiner Sicht befindet sich der BDPh auf einem Scheideweg. Alle Vereine müssen ihren Mitgliedern nicht nur dessen Selbstdarstellung vermitteln, sondern den Nutzen einer Mitgliedschaft des Vereins im LV und damit im BDPh. Die Erwartungshaltung der Mitglieder in einer Dienstleistungsgesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Die wenigen, die ehrenamtlich für die Vereine arbeiten, brauchen Anleitung, Unterstützung und auch Aufklärung über Risiken, die sie nicht unbedacht eingehen sollten.

Wünschen wir Ludwig Gambert viel Erfolg für seine Missionstätigkeit. Vielleicht gelingt es ihm doch, neben dem Landesverband Südwestdeutscher Briefmarkensammler-Vereine e.V. und dem Nordwestdeutschen Philatelistenverband Elbe-Weser-Ems e. V. auch den Rest der Mitgliederversammlung für seine Ziele zu gewinnen.

Es gibt auch Positives anzumerken:

Das Pilotprojekt “Exponat am Bildschirm”, die Umfrage zu Philatelistischen Veranstaltungen auch online, der “orange Ordner” als .pdf auf CD zeigen, dass langsam neue Medien Einzug halten.

Ganz neu ist, dass der BDPh sich nun auch auf Facebook präsentiert, nur der Button

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fehlt noch auf der Website.

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existiert schon, allerdings ohne Hinweis, dass damit Daten an Facebook übertragen werden. Dies wird von vielen als kritischer, möglicherweise als strafrechtlich relevanter Verstoß gegen deutsche Datenschutzbestimmungen gesehen.

Bei aller Kritik an Facebook darf nicht übersehen werden, dass dies ein wesentlicher Beitrag ist, jüngere (U50!)-Mitglieder anzusprechen. In unserem Verein haben wir niemanden, der aus der früher existierenden Jugendgruppe im Verein verblieben ist. Von zweien unserer jüngeren Mitglieder sind auch ihre Eltern im Verein. Von 29 Mitgliedern, die im Alter bis zu 40 Jahren in den Verein eingetreten sind, sind nur 4 in den letzten Jahren dazugekommen, über 40 Jahre waren es 10. Ein einziges langjähriges Mitglied ist im Alter unter 20 Jahren (mit 17) eingetreten. Unser Defizit liegt eindeutig - das dürfte auch für andere Vereine gelten - in der Generation Facebook.

Neu nun auch ein Artikel in der philatelie Juni 2012, in welchem zwar nichts von der Zusammenarbeit BDPh und ebay berichtet wird - was positiv ist - sondern ebay mit vergleichbaren Anbietern verglichen wird. Anlass sind Gebührenänderungen bei ebay und dessen baldige Umstellung des Bezahlsystems auf eine treuhandähnliche Abwicklung. Liest man den Artikel kritisch, stellt man schnell fest, dass etwas einseitig berichtet wird. Es ist meines Erachtens nicht fair, wenn zu den ebay-Gebühren auch die persönlich zu entrichtende Umsatzsteuer hinzugerechnet, bei den anderen Plattformen aber nicht. Auch dachte ich bisher, dass gewerbsmäßig anbietende Verkäufer diese entrichten müssten und nicht nur gewerblich angemeldete, was ein wichtiger Unterschied ist. Welche Sicherheit das neue Bezahlsystem für die Käufer bietet und welche Vorteile sich aus der Nutzung von Paypal auf einer global ausgerichteten Plattform bietet, wird ebenfalls nicht angesprochen. Verschwiegen wird auch, welche Gebühren Auktionshäuser mittlerweile - bitte auch inklusive Mehrwertsteuer! - von Einlieferer und Ersteigerer verlangen und ob es dort für gewerbliche Einlieferer auch ein 14-tägiges Rückgaberecht bei Nichtgefallen gibt. Der Vorwurf, dass ebay einen geringen Akzeptanzraum gegenüber Propagandamittel des Dritten Reichs hat und andere Anbieter geeigneter sind ist - unabhängig, welcher politischen Couleur man angehört - kritisch zu sehen. Der ebay-Grundsatz lautet:

„Auf dem eBay-Marktplatz gelten selbstverständlich alle einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. Das sind insbesondere, aber nicht ausschließlich, folgende Verbote des Strafgesetzbuches (StGB).

    § 86 StGB - Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen
    § 86a StGB - Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen
    § 130 StGB – Volksverhetzung
    § 189 StGB - Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener

Hinweis: Es ist das Ziel von eBay Deutschland, zu verhindern, dass den Nationalsozialismus verherrlichende oder verharmlosende Artikel durch kommerzielle Verwertung Eingang in die Alltagskultur finden.“

Anstatt fragwürdige Anleitungen zu geben, wie diese Strafvorschriften zu umgehen sind, wäre ein Hinweis auf den eventuellen Strafrahmen hilfreicher oder ein Bericht, wie es einem Münchener Besitzer eines Briefmarkengeschäftes hiermit ergangen ist.

S. Fleischhacker

Landesverband und ebay

n Heft 3/312 November 2011 wies Herr RA Dr. Heiko Übler – etwas verspätet – auf eine erneute Änderung des Widerrufsrechts bei Online-Geschäften hin. In nachfolgenden Artikel erläuterte er den Nacherfüllungsanspruch beim Briefmarkenkauf, dessen rechtliche Ausgestaltung für Käufer und Verkäufer durchaus von erheblichem Interesse ist.

In Heft 2/314 Juli 2012 widmete er sich im Artikel „Informationen und Urteile“ wieder dem Themengebiet Online-Geschäft mit: Kaufrecht – Vorzeitiges Beenden einer Auktion und Haftungsausschluss, Wettbewerbsrecht - Inhalt und Gestaltung der Widerrufsbelehrung, Dauer der Widerrufsfrist und Preisangaben, Steuerrecht -  MWSt-Pflicht bei Verkauf über Ebay. Desweiteren beantwortete er die rechtliche Situation, wenn an Kauf, Bezahlung und Warenempfang verschiedene Personen beteiligt sind und ob es ausreicht, wenn die Widerrufsbelehrung – mit 14 Tage Frist – von ebay nun automatisch nach einem Kauf versandt wird.

Diese Beiträge sind zwar keine leicht verdauliche Urlaubslektüre, enthalten aber aktuelle Informationen, die ansonsten kaum zu finden sind. Ich halte es für wichtig, wenn sich eine Dachorganisation dieser Themen annimmt, denn wer hat im eigenen Verein schon einen Rechtsanwalt, der sich mit Tausch, Kauf und Online-Geschäften von Sammlern auskennt und Erfahrung hat. Hoffentlich folgen mehr dieser Artikel. Auch im Vereinsrecht gäbe es sicher viel zu berichten, gab es doch Änderungen in der Haftung der Vereinsvorstände und laufend Änderungen, die z.B. Internetauftritte von Vereinen betreffen.

S. Fleischhacker

Hartz-IV und wertvolle Sammlungen

Das Bundessozialgericht (Aktenzeichen: B 14 AS 100/11 R) hat entschieden, dass solange der Verkaufswert einer Kollektion etwa von Briefmarken, Münzen oder Gemälden die Vermögensfreibeträge bei "Hartz IV" übersteigt, kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II besteht. Bis zu welcher Höhe ein Verlust beim Verkauf hinzunehmen sei, wurde nicht festgelegt. Ein drohendes Minus von mehr als 20 Prozent hielten sie im konkreten Rechtsstreit jedoch für zumutbar. Ein 52jähriger Mann hatte für 27400 € alte Talermünzen gekauft, die ein vom Jobcenter beauftragter Sachverständiger mit 21400 € Verkaufswert bezifferte. Als er einen Teil der Münzen wegen des nicht bewilligten Hartz-IV-Antrags verkaufen musste, bekam er seinen Angaben nach nur rund 60 Prozent des Anschaffungswertes.

S. Fleischhacker

Loriot zum Zweiten

Das Landgericht Berlin hat im Juni 2012 bestätigt, dass Wikipedia auch weiterhin keine Briefmarken mit Motiven aus der Feder des Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot zeigen darf, die die Deutsche Post 2011 als so genannte Wohlfahrtsmarken herausgegeben hat. Es widersprach dem Argument der Wikimedia Foundation, dass Briefmarken amtliche und deshalb urheberrechtsfreie Werke seien, denn die Vorschrift des § 5 des Urheberrechts erstreckt sich nur auf sprachliche Werke. Das Landgericht München hat 1987 anders entschieden, allerdings wurden die Briefmarken damals noch von der Deutschen Bundespost herausgegeben und im Amtsblatt des Bundespostministers veröffentlicht.

Nun schwärmt der Landesverband von „Exponaten am Bildschirm“ und der BDPh von Online-Ausstellungen, welche sicher helfen, Interesse an der Philatelie  in einem breiteren Publikum zu wecken. Wie steht es da mit dem Urheberrecht? Am 1. Mai 1840 ging die englische Penny Black mit dem Profil der jungen Königin Viktoria einer Erinnerungsmedaille, geprägt von William Wyon und eingerichtet für die Briefmarken­produktion von Henry Corbould, in den Verkauf. Der Prägestock des Kopfes wurde von Charles Heath und seinem Sohn Frederick geschnitten. Schriftbild und Rosenzierdruck stammen von Perkins, Bacon und Petch. Wie alt war der sicherlich noch jüngere Frederick Heath 1840 und wann starb er? War er damals 20 und wurde 100 Jahre alt, starb er 1920. Sein Urheberrecht an der Marke erlosch 70 Jahre später, also 1990.

Wir haben jetzt 2012, gerade mal 20 Jahre mehr. Also könnten durchaus noch Urheberrechte von Marken aus dem vorletzten Jahrhundert bestehen.

Johann Peter Haseney entwarf 1850 Deutschlands erste Briefmarke, Bayerns Schwarzen Einser. Er verstarb schon 1869 in München. Die späteren Freimarken mit Staatswappen auf Sockel entwarf laut MICHEL-Katalog 1867 ein Herr Riess. Aber wer war dieser? Sein Todesjahr könnte vielleicht wichtig sein!

S. Fleischhacker

Interessante Tauschtage (Auswahl):

09.09.2012 Nürnberg  - Briefmarkenklub Gartenstadt Nürnberg
09.09.2012 Pocking - Briefmarken- und Münzsammler-Club Pocking e.V.
09.09.2012 Vaterstetten - Großtauschtag und Jubiläumswerbeschau ¨25 Jahre¨
                                             Briefmarkensammlerverein Vaterstetten e.V.
23.09.2012  München - Ansichtskarten-Sammlerbörse München
                                         ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.
30.09.2012 Ottobrunn - Briefmarken- und Münzsammlerverein Ottobrunn
30.09.2012 Simbach am Inn  - Philatelisten Club Braunau
                                                     Verein der Briefmarkenfreunde Simbach
06.10.2012 Innsbruck - Philatelistenklub Olympisches Dorf Innsbruck
07.10.2012 Mühldorf am Inn Briefmarken-Freunde Mühldorf am Inn e.V.
13.10.2012 - 14.10.2012 Fürstenfeldbruck - Briefmarken-Werbe-Ausstellung
                                            Sammlergilde St. Gabriel e.V., ArGe Christliche Motive
14.10.2012 Fürstenfeldbruck - Philatelistenverein Fürstenfeldbruck e.V.
14.10.2012 München - TAUMA Tauschverbindung Münchener Briefmarkensammler e. V.
21.10.2012 Landsberg am Lech - Briefmarkenverein Landsberg am Lech
28.10.2012 Moosburg - Briefmarken- und Münzensammlerclub Moosburg e.V.
03.11.2012 München - Briefmarken- und Münzsammlerverein Neuperlach e. V.
04.11.2012 Freilassing - Briefmarkensammelverein Tutmondo u.a.

100 Jahre Bayerische Postgeschichte (50)
(Zeitraum 1. März 1808 bis 31. Dezember 1908)
Sonstiger Dienstbereich

Briefmarken

(nur im Vereinsboten zu lesen)

Was man so alles über Briefmarken findet

Die irischen Freimarkenausgaben (>e<-Wasserzeichen) waren von 1940 bis 1968 28 Jahre in Gebrauch.

Die 2-Reales-Marken wurden 1866 in Honduras ausgegeben. Als dann elf Jahre später ein Postdienst ins Leben gerufen wurde, mussten 1877 die Marken in Tegucigalpa und Comayagua sofort mit Werten von 1/2 bis 2 Reales von Hand und deshalb oft unleserlich, doppelt oder kopfstehend überdruckt werden.

Die Australian Imperial Forces planten 1914 die deutschen Kolonien der Marshall-, Marianen- und Karolinen-Inseln zu besetzen und erstellten Marken mit dem Überdruck W. PACIFIC ISLANDS. Aber die Japaner waren schneller und diese Marken wurden nicht mehr gebraucht. Daher verwendete sie Australien 1914 bis 1925 in Deutsch-Neuguinea und 1915 bis 1916 auf der Insel Nauru.

Beim Doppelstück des Schweizer Kantons Genf gab es auf Massensendungen von 20 Briefen und mehr 50 % Rabatt. Bei der Schifffahrtsmarke der Lady McLeod gab es ab 100 Stück 20 %, was aber scheinbar nur wenig genutzt wurde. Auch Costa Rica verkaufte zwischen 1885 und 1891 Marken an Händler mit Rabatt. In der Provinz Guanacaste war er doppelt so hoch, da sie weit weg von der Hauptstadt lag. Die Marken erhielten deshalb einen Aufdruck mit dem Namen der Provinz.

Die British-Commonwealth-Marken von Kenia, Uganda und Tansania von 1925 mit £ 75 und £ 100 waren zwar als Steuermarken gedacht, gelten aber wegen ihrer Inschrift Postage and Revenue eigentlich als Briefmarken mit den wohl höchsten Werten.

Die Kohl-Marke gibt es immer noch nicht. Als erste Person wurde Königin Victoria 1840 auf der Penny Black und der Twopence Blue abgebildet, 1847.als erste Privatperson Benjamin Franklin auf der 10c-Marke. 1866 legte der Act of Congress fest, dass keine lebenden Personen auf amerikanischen Briefmarken, Banknoten und Sicherheitsdokumenten abgebildet werden dürfen. 1967 wurde der im Weltraum spazierengehende Astronaut der Gemini IV Colonel Edward White auf einer 5c-Marke und 1967 der Astronaut Neil Armstrong, der erstmals seinen Fuß auf den Mond setzte, auf einer 10c-Marke abgebildet.

Es sind die Abbildungen von Christoph Kolumbus, das bis Ende des 19. Jahr­hunderts die Marken vieler Länder schier überflutete. Allein Chile, das zwischen 1855 und 1910 nur ihn als Motiv wählte, steuerte 101 Marke bei. Im 20. Jahr­hundert wurde er allerdings von Sir Winston Churchill überrundet. Die am häufigsten porträtierte Person aller Zeiten ist allerdings Königin Elizabeth II.

Sieger in nur einem Land ist aber Dr. Sun Yat-sen in China.

Für die Verwendung im Inland muss ja nicht unbedingt der Landesname stehen. 1874 legte die UPA fest, dass es eine Identifizierung geben muss, schließlich wurden Briefe nun schon weiter befördert. Für Großbritannien genügte aber als Ausnahme ein Bildnis des herrschenden Monarchen. Alle anderen trugen fortan den Landesnamen. Die Drei-Marken-Serie zum 300jährigen Jubiläum der Pilgerväter in Amerika von 1920 und die 5c-Freimarke von 1963 mit den Stars and Stripes über dem Weißen Haus trugen aber keinen Landesnamen der USA.

Was soll VB1203l auf der Flugpostmarke 1936 von Macao bedeuten? Nichts! Es sollte nur Fälschungen erschweren.

Im Jahr 1821 spaltete sich Panama von Spanien ab und wurde Teil von Groß­kolumbien unter Simón Bolívar. Erste Arbeiten am Panama-Kanal begannen unter französischer Führung im Jahre 1881. US-Präsident Theodore Roosevelt überzeugte den US-Kongress, die nicht abgeschlossenen und verlassenen Arbeiten 1902 zu übernehmen. Die Vereinigten Staaten von Amerika verlangten daraufhin die Übergabe des Isthmus von Kolumbien. Kolumbien verweigerte jedoch die Übergabe und Präsident Roosevelt schickte 1903 das US Kriegsschiff USS Nashville dorthin. Die amerikanischen Soldaten gingen an Land, besetzten den Isthmus, töteten den lokalen Milizkommandeur und riefen den unabhängigen Staat Panama aus. Die Vereinigten Staaten von Amerika installierten dann eine Regierung für Panama und ließen ein Abkommen, den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, unterzeichen. Zwischen 1904 und 1914 errichteten Ingenieure der US Army den Panama-Kanal. Es soll 1900 die Freimarkenausgabe von Nicaragua mit der Abbildung des Feuer und Rauch speienden – obwohl schon seit Jahren erloschenen – Vulkans Momotombo gewesen sein, die den US-Senat überzeugte, den geplanten Kanal nicht in dieser unsicheren Gegend zu bauen, sondern 800 km südlicher in Panama, was ohne Kanal vielleicht heute noch Teil Kolumbiens wäre.

Immer ist die Rede vom Vineta-Provisorium. Aber da wurde – vielleicht? - ja nur halbiert. Die 8-Reales-Marken von 1856 wurden vierfach geteilt: 1/2, 1/4, 3/4, 1/8 r – und schon hat man statt einer fünf Markenwerte. In Port Hood wurden 1895 kanadische 3c-Marken in 1/3- und 2/3-Teile zerschnitten und vorsichtshalber mit 1 und 2 (Cent) gestempelt.

An schöne Gedenkmarken kann man sich gewöhnen, vor allem, wenn sie, wie in Irland die 1/2d- und 1s-Marken vom Juni 1944 zum 300. Todestag von Michael O'Cleary, 24 Jahre lang zwei Freimarkenwerte ersetzten.

S.F.

Was man noch so alles über Briefmarken findet

1850 gibt ein Land Marken in zwei Sprachen heraus. Eigentlich sollten es aber drei oder gar vier sein. Das ist zuviel, also halt dann einheitlich die lateinische Bezeichnung.

1956 gibt eine Postdirektion erstmals ein speziell für Sammler hergestelltes Produkt aus, klebt aber keine eigene Marke auf. Daraufhin nimmt sie diesen Gedanken erst wieder 1975 auf.

Schon 1840 wurden die ersten Dienstmarken gedruckt, aber verwendet wurden gewöhnliche Marken, die man später perforierte und noch später überdruckte. Die letzte dieser Dienstmarken wurde vorbereitet, bevor man 1904 alle aus dem Verkehr zog. Sie wurde nie verwendet.

Nach den ersten Versuchen mit rotierenden Schneiden und Lanzettenklingen 1847, mit einem nicht recht funktionierenden Kammperforator 1848 und weiteren erfolgreicheren Versuchen 1853 mit Penny-Marken wurden 1854 erstmals offiziell gezähnte Marken, wie wir sie heute kennen, eingeführt. Eigentlich müsste doch dann die Zähnung in Löcher pro inch gemessen werden und nicht auf 2 cm Länge?

S.F.

Kennwort: Falsch (26)
 
Informationen und Warnmeldungen des
Bundes Deutscher Philatelisten e. V.
 
Entwertung

Echte Entwertungen sind von der zuständigen Stelle, in der Kurszeit und zum angegebenen Zeitpunkt vorgenommen.

Abstempelungen müssen mit dem im amtlichen Gebrauch verwendeten Stempel erfolgt sein.

Bedarfsmäßige Entwertung ist mit großer Sicherheit nur bei „echt gelaufenen“ Postsendungen nachzuweisen. Bei losen Marken genügt es in der Regel, die Echtheit der Entwertung zu prüfen.

Gefälligkeitsstempel sind echte Entwertungen auf losen oder aufgeklebten Marken oder ganzen Bogen ohne Beförderung durch die Post.

Für jeden Brief werden Sie einen Wert los, die Bedarfsentwertung macht ihn jedoch nicht wertlos.

Einige Anmerkungen:

Unterschieden wird noch zwischen echt gelaufenen portogerechten Sendungen und philatelistisch veranlassten Sendungen, die jedoch durchaus auch ihren Reiz haben können.

Gefälligkeitsstempel von Versandstellen sind derzeit unbeliebt. Ein Ortsstempel auf einem Eckrandstück – aus Gefälligkeit angebracht – ist sicher immer noch besser als ein unleserlicher – aber echt gelaufener – Briefzentrums- oder gar Wellenstempel. Übrigens: Ort und Datum sollte auf einem Stempel schon lesbar sein – ansonsten ist er nicht prüfbar.

Aus der Region

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Am 13. und 14.10.2012 feiert die

Sammlergilde St. Gabriel e.V.
– ArGe 'Christliche Motive'

ihr 70jähriges Bestehen in der Marthabräuhalle Fürstenfeldbruck mit einer Werbeausstellung. Dazu hält dort der Philatelistenverein Fürstenfeldbruck e.V. am 14.10.2012 einen Tauschtag ab

Unbekannte Plattenfehler (56)

Heute:

Originalmarke: Bayern Dienstmarke Nr. 23 / 40

Plattenfehler:    Der linke Vorderfuß des rechten Löwen ist durch einen breiten Farbstrich
                          völlig abgetrennt.

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