Juli 2010

Vereinsbote - Juli 2010 - 23. Jahrg. - Nr. 91

Inhaltsverzeichnis:
Nächste Vereinsabende
Philatelistentag nur noch alle zwei Jahre?
Vom Handel mit Briefmarken und Briefen
Lexikon: Berliner Ausgabe
Sammeln: Was hat Zukunft?
Erfindungen der Deutschen Post
Tauschtage in der Umgebung
100 Jahre Bayerische Postgeschichte (46)
Die Post beliebte zu scherzen
Unbekannte Plattenfehler (52)
Alte Zeiten: Eine Postkutschenreise
Einladung zum Großtauschtag
Ein Dankeschön den Briefmarkenspendern ....
Alte Zeiten: Neues Briefmarkenprogramm!
Kennwort: Falsch (20)
 

Die nächsten Vereinsabende am

23. Juli, 3. und 17. September 2010

finden noch im Restaurant „Zum Sportwirt", Alfons-Baumann-Str., statt.

Im August sind hier keine Vereinsabende möglich, da das Restaurant geschlossen ist. Die Renovierungsmaßnahmen der Stadthalle sind noch immer nicht abgeschlossen, sie soll nach neuesten Informationen frühestens wieder ab Mitte September wieder ganz geöffnet werden.

Die weiteren Vereinsabende sind nach der Renovierung der Stadthalle bis zum Jahresende garantiert fest (falls nicht noch was passiert):

1., 15. und 29. Oktober
12. (mit vereinsinterner Versteigerung) und 26. November,
10. Dezember
Am Sonntag, 3. Oktober 2010 findet unser im Februar verschobener BriefmarkenGroßtauschtag statt (siehe Hinweis).

Philatelistentag nur noch alle zwei Jahre?

In der Ausgabe vom 2. Juli der DBZ (Deutsche Briefmarken-Zeitung) wurde ein interessanter Artikel von Redaktionsleiter T. Berndt veröffentlicht., der nicht überall Gefallen finden wird.

Der Bundesvorstand entschied auf einer Sitzung, Sparmassnahmen im Bereich der Offentlichkeitsarbeit vorzunehmen. Betroffen davon ist der jährliche Philatelistentag. Beschlossen von einem Großteil der Vorstandsmitglieder soll dieser Tag nur noch alle zwei Jahre stattfinden — seit mehr als hundert Jahren fand er jedes Jahr statt.

Gegen diese Pläne des Vorstandes gibt es Widerstand. Mehrere Mitglieder, unter anderem aus dem Consilium Philatelicum, darunter Michael Adler, Dr. Heinz Jaeger, H. W. Sieger, Wolfgang Maassen und Wilhelm van Loo, sprachen sich dafür aus, nicht am Philatelistentag, sondern an dessen Gestaltung zu sparen.

Sie halten einen aufwändig gestalteten Festabend mit Musikdarbietungen, in großer Zahl überreichten Blumensträußen und sonstigem Zierrat halten sie ebenso überflüssig wie die gewiss nicht billige Einladung von Referenten und anderen Gästen. Auch ein Gelegenheitsstempel der Deutschen Post steht am Pranger. Wenn es gelingt einen Interessenten oder über die Post einen Stempel zu finanzieren, könnte er erscheinen. Eine Finanzierung aus Mitteln des BDPh sollte aber nicht erfolgen. Wichtig sei vor allem, dass der Philatelistentag weiterhin stattfindet.

Bei der nächsten BDPh-Vorstandssitzung im Juli ist man gespannt, ob die Vorstandsmitglieder ihren unerfreulichen Beschluss wieder rückgängig machen werden.

L. H.

Vom Handel mit Briefmarken und Briefen

und was die jüngste Erfahrung lehrt

Es ist wieder die hohe Zeit der Börsen und Vereinsauktionen landauf — landab. Es macht nichts, wenn man einige davon besucht, und je nachdem mit voller oder leerer Tasche heimkehrt. Das Angebot an Briefmarken und vor allem Belegen und Ganzsachen ist riesig. Es kommt mehr denn je „Material" auf die Händler und Sammler zu. Schon ist ein Sättigungsgrad nicht mehr zu übersehen, vor allem, was neue Sammlungen und hier vor allem Schweiz betrifft. Und von Sättigung ist die Rede, wenn dem Angebot nicht gleich viel Interessent sprich Käufer gegenüberstehen.

Der Überhang verursacht Preisverfall

Dies ist momentan festzustellen, wenn von „Frankaturware" oder auch von neuen Schweiz-Sammlungen geredet wird. Und neu ist in diesem Fall alles, was seit oder nach 1963 von der Post verausgabt und noch frankaturgültig ist. Das ist nicht wenig, denn allzu viele Abnehmer (waren es wirklich echte Briefmarkensammler, oder nur sogenannte Spekulanten?) haben es nicht bei einer Serie bewenden belassen, sondern auch gleich ganze Bogen, wenn nicht sogar paketweise erworben, wozu eigentlich?

Dann ist noch ein weiterer Moment zu berücksichtigen. Hatte noch vor 1963 bis zum 1.11.1967 ein Lokalbrief 10 Rappen, ein Inlandbrief gerade mal 20 Rappen gekostet, ins Ausland 50 Rappen, so stiegen danach die Tarife laufend in immer kürzeren Intervallen an. Einschreibebriefe oder gar Expressen, vorher ein beliebtes Frankaturfeld der Philatelisten, sieht man heute nur noch selten, Expressbriefe nur noch im gewerblichen Sektor, dort aber meist als überformatige Poststücke und höchst selten mit Marken frankiert, also kaum noch sammelwürdig.

Die Folge ist, dass wir heute für niedere Wertstufen kaum mehr Verwendung finden. Was geschieht also damit. Zunächst also sinkt der bezahlte Preis für die „Ware" (wir sind nun beim Handelsjargon gelandet). Auch im privaten Bereich werden Sammlungen angeboten, die etwa 1965 begonnen wurden, manchmal im eleganten (teuren) Safe-Steckalbum oder gar noch in der von der Philateliestelle gelieferten Verpackung, neben dem obligaten FDCKuvert. Vom Viererblock mit Ersttagsstempel wollen wir lieber gar nicht erst reden, den möchten die allerwenigsten noch haben, obwohl einst teuer dafür bezahlt wurde.

Rundum gerechnet: Derartige Sammlungen werden heute zum Postpreis abzüglich so und soviel Prozent bewertet. Es macht wenig Sinn, den Katalog zu Hilfe zu nehmen und dafür einen höheren Katalogwert ermitteln. Ausgenommen, es handelt sich um ein Objekt mit einem gehörigen Posten an älterem Material, vor allem in Briefform.

A. Cerjak, Chur

Lexikon: Berliner Ausgabe

Diese Bezeichnung hat nichts mit den Briefmarkenausgaben nach dem 2. Weltkrieg zu tun. Es handelt sich hier um Marken der ehemaligen deutschen Kolonien. Diese gliedern sich in drei Kategorien:

  1. Marken der deutschen Kolonien und Auslandspostanstalten, die infolge Kriegsausbruch 1914 nicht mehr zur postalischen Verwendung gelangen konnten, teils nur für Sammlerzwecke gedruckt und von der Verkaufsstelle für Kolonialpostwertzeichen in Berlin abgegeben wurden. Es handelt sich um Marken in Schiffstype und einige Werte für Auslandspostanstalten, die durch Papierqualität, Farbe Gummierung, unsauberer Druck als Kriegsdrucke zu erkennen sind (Schalterersatz).
     
  2. Gleichfalls Berliner Ausgabe genannt werden die sechs Werte der Reichspostausgaben Michel 45-49 und 51 mit diagonalem Aufdruck Marschall-Inseln (Michel 1-6 II), von denen durch die Reichspost 1898/99, also während der Kurszeit dieser Ausgabe, zwei Neudrucke hergestellt wurden. Der erste Neudruck mit einer Auflage von vermutlich nur 200 Sätzen unter Verwendung der Original-Druckplatte wird „Berliner Urdruckausgabe" genannt und wurde dem Reichspostmuseum für Tausch und Verkauf zur Verfügung gestellt. Dieser Satz, der auch die Werte zu 25 und 50 Pf. umfasst (nicht die Marke zu 3 Pfennig in der braunen Farbe der späten Drucke), ist vom Laien von der Jaluit-Ausgabe (nur 3 bis 20 Pfennig, Michel 1-4 I) kaum zu unterscheiden.
     
  3. Eine weitere Berliner Ausgabe aus sechs Wertstufen sowie je zwei Post- und Antwortpostkarten mit dem falschen Aufdruck „Marschall-Inseln" (sch statt sh) wurde auf Veranlassung des seinerzeit sehr bekannten Markenhändlers Kosack/Berlin 1899 in einer Auflage von angeblich 5000 Sätzen hergestellt. Für diese Neudrucke musste eine neue Aufdruckplatte angefertigt werden, weil die Originalplatte inzwischen unbrauchbar gemacht wurde, da 1899 mit der Ausgabe der Marken mit berichtigtem Aufdruck „Marshall-Inseln" begonnen worden war. Der Aufdruck schwankt zwischen mittelstark, kräftig und fett. Es sind einige wenige Marken dieser Auflage mit Stempel Jaluit bekannt, doch handelt es sich dabei um rückdatierte Gefälligkeitsentwertungen, die erst 1903 entstanden sind. Auch diese zweite Neudruck-Ausgabe ist nicht ohne weiteres von der Jaluit-Ausgabe zu unterscheiden.
     

Sammeln: Was hat Zukunft?

Der Redaktor mogelt sich da unter die Wahrsager und Zukunftsdeuter, wenn auch nur in seinem Fachgebiet: der Schweizer Philatelie. Also lassen wir eine Prophezeiung vom Stapel, in der Annahme, dass sie zutreffen möge. Reklamationen sind zwecklos und werden auch nicht angenommen.

  1. Zukunft hat beim Sammeln und in der Philatelie so alles, was gestern schon selten und deshalb auch teuer war. Das sind die großen Altschweiz-Raritäten, lose vor allem ungebraucht (nicht etwa postfrisch, das gibt es nicht), Einheiten mehrerer Marken, und natürlich bestens präsentierte Briefe. Die Richtigkeit beweist mühelos und bestens jede bereits stattgefundene und noch kommende Auktion.
     
  2. Postgeschichtliche Sammlungen mit Briefen. Vielfach sind es Heimatsammlungen, aber mit gut leserlichen Abstempelungen, wenige oder gar keine losen Marken enthaltend. Allerdings gelten auch Heimatsammlungen nur dort viel, wo genügend Interessenten dafür vorhanden sind. Änderungen sind möglich, so gewinnen zur Zeit Gebiete, die wegen erhöhtem Zuzug interessant geworden sind.
     
  3. Kleine, in sich geschlossene Sammlungen (besser auf Albumblättern) eines Fachgebietes: Frankaturstufen, Einschreibbriefe, Expressen, Nachnahmen, Nachporto, Zensurpost und noch vieles mehr. Muss und kann nicht komplett sein, aber mit gutem Material, geeignet zum Weitersammeln.
     
  4. Gut dokumentierte Ereignisse aus Zeitgeschichte oder auch Sport (z. B. Olympische Winterspiele) mit Belegen, die nicht so leicht erhältlich waren. Keine im Aboversand erhältlichen FDC mit Viererblock und Ersttagsstempel etc., davon ist zuviel vorhanden.
     
  5. Moderne Sammelgebiete wie Automatenmarken oder aufgegangene Postbüros, ersetzt durch automatisierte Installationen. Mag zwar verwegen klingen, ist aber Postzukunft und kann gesammelt werden, wenn auch mit viel Zeitaufwand. Chancen noch unbestimmt. Risiko klein, kann ja wieder zur Frankatur verwendet werden.
     
  6. Ansichtskarten. Gruß- und Ansichtskarten wurden schon seit ihrem ersten Aufkommen in eigens dafür hergestellten Alben gesammelt. Doch hat sich das Thema seit damals gewandelt. Nicht mehr die teuren Lithos stehen vorne, sondern andere Sujets. Einige Sammler richten sich nach Fotografen, andere wie Konservatoren und Ausstellungsmacher wollen möglichst zeitdatierte Aufnahmen von Gebäuden, Objekten und von damaligen Persönlichkeiten. Da liegt noch ein weites Feld brach. Diese Kategorie kann in der Nachfrage auch weiter vorne figurieren – aber das ist dann schon nicht mehr Philatelie.

A. Cerjak, Chur

Erfindungen der Deutschen Post

Der Briefmarken-Automat

Über 100 Jahre alt ist der Briefmarkenautomat — eingeführt 1897 von der damaligen Reichspost. Schon 1901 stellte die Post eigene Automaten auf, aus dem Briefmarken und Postkarten mit eingedrucktem Wertzeichen zu erhalten waren. 1913 gab es schon über 1200 Münzwertzeichengeber in 268 Orten. Sogar Einschreibautomaten gab es schon 1909: Eingelegte Briefe wurden gestempelt und spuckten einen Einlieferungsschein aus. 1928 wurden sie aber wieder aus dem Verkehr gezogen: zu geringe Benutzung.

Erste Postrakete für die Deutsche Post

Am 15. April 1931 testete der Raketenpionier Reinhold Tiling im niedersächsischen Ochsenmoor die erste Postrakete. Sie sollte die Nordseeinseln mit fliegenden Sendungen beliefern und die langsamere Schiffszustellung ersetzen. Das Experiment gelingt. Die mit 190 Postkarten bestückte Rakete landete nach sieben Kilometer Entfernung. Die Karten wurden dann in Dielingen gestempelt und sind heute begehrte Sammlerstücke. Die Erfindung kam aber nie über das Teststadium hinaus. Tiling arbeitete weiter an Verbesserungen bis zu seinem Tod: 1933 verbrennt er bei einem Raketentest.

(Aus: Premium Post 2009)

Tauschtage in der Umgebung

05.09.2010

Vaterstetten

Briefmarkensammlerverein Vaterstetten e.V., Turnhalle der Volksschule, Alpspitzstr. 1, 9 - 15 Uhr.

11. bis
12.09.2010

Pocking

Briefmarken- und Münzsammler-Club Pocking e.V.,
Stadthalle, Berger Str. 11, 10 - 14 Uhr.

25.09.2010

Garmisch-
Partenkirchen

Briefmarken- und Münzensammlerclub PHILATELIA e.V.,
Kongresszentrum, Olympiasaal, Richard-Strauss-Platz 1,
9 - 16 Uhr.

26.09.2010

Simbach
am Inn

Philatelisten Club Braunau Simbach,
Verein der Briefmarkenfreunde Simbach/Inn e.V., Lokschuppen, Kolpingstraße, 8 - 14 Uhr.

09. bis
10.10.2010

Poing

Briefmarken- und Münzensammlerverein Poing e.V.,
Hauptschule - Aula, Gruber Str. 4, 9 - 15 Uhr.

10.10.2010

München

Gemeinschaftsveranstaltung:
Bayerischer Briefmarken-Sammler-Verein von 1883 e.V., Philatelisten-Club München e.V.,
Briefmarken-Sammler- und Tauschverein München-Süd e.V., Postwertzeichen-Sammler-Verein „Siemens" München e.V., TAUMA Tauschverbindung Münchener
Briefmarkensammler e.V.
Bürgersaal am Westkreuz
(gegenüber S-Bahn-Haltestelle Westkreuz),
Friedrichhafener Str. 17, 10 - 16 Uhr.

10.10.2010

Mühldorf

Briefmarken-Freunde Mühldorf am Inn e.V.,
am InnTurmbräugarten, Brückenstr. 15, 8 - 14 Uhr.

10.10.2010

Peiting

Sammlerfreunde Peiting und Umgebung e.V., Deckerhalle, Dorfstraße, 9 - 16 Uhr.

100 Jahre Bayerische Postgeschichte (46)

(Zeitraum 1. März 1808 bis 31. Dezember 1908)

Zustellung der Sendungen

Gegenstände der Postbeförderung (Fortsetzung)

Tarifwesen

(nur im Vereinsboten zu lesen)

Die Post beliebte zu scherzen

An einem der letzten Novembertage des Jahres 1933 fand der erste Postflug von London nach Southampton statt, veranstaltet von der Provincial Airways Ltd. Natürlich haben die Sammler die nötigen Vorbereitungen getroffen, um einen Sonderstempel von diesem Erstflug - das gab es damals auch schon! - zu erhalten.
Man kann sich ungefähr ihre Gesichter vorstellen, als sie den Stempelabschlag betrachteten und als Inschrift lesen mussten: jt's quicker to telephone!" - also: „Telefonieren geht schneller!"(aus: Michel-Rundschau 11/1987)

Unbekannte Plattenfehler (52)

Die hier vorgestellten Plattenfehler sind offiziell anerkannt, aber im Katalog bisher nicht alle erwähnt. Für diese Rubrik bitten wir um Ihre Mithilfe: Wer hat Marken mit Plattenfehlern (auch aus dem Ausland) und kann sie uns zur Abbildung leihen? Bitte melden Sie sich bei der Vorstandschaft oder der Redaktion des Vereinsboten.

L. Hollrieder

Heute:

Originalmarke:

Bayern "Dienstmarke", MICHEL-Nr. 26 / 33
(10 Pfg. rot).

Plattenfehler:

Beim rechten Hinterfuß des linken Löwen ist der Rand nach außen gedrückt. Ist in verschiedenen Entwicklungsstufen zu beobachten.

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Alte Zeiten: Eine Postkutschenreise

"Dieser Wagen stößt einem doch die Seele heraus! Und die Sitze! Hart wie Stein!"
So schildert Wolfgang Amadeus Mozart den Komfort einer Postkutschenfahrt im Jahr 1780. Dennoch hatte er es schon besser als die Passagiere in den ersten Postkutschen, die seit 1675 in Brandenburg-Preußen verkehrten. Sie saßen ungefedert in sogenannten Stuhlwagen, auf rohen Holzbänken ohne Lehnen, ohne Dach.

Auch bei der Post setzte sich später die Aufhängung der „Fahrgastzelle" an elastischen Lederriemen durch. Die Neuerung beruhte auf einer Erfindung, die um 1600 in dem ungarischen Dorf Kocza bei Rab (heute Györ) gemacht worden war. Seitdem gibt es bei uns den Ausdruck "Kutsche".

Die Fahrzeuge rumpelten über holperige Wege mit tief ausgefahrenen Radspuren. Unfälle durch Achs- und Radbrüche waren an der Tagesordnung. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei einer preußischen Meile (7,4 Kilometer), der Reisedurchschnitt bei 5 km/h. Das Tempo konnte erst gesteigert werden, als Anfang des 19. Jahrhunderts bessere Straßen gebaut wurden.

Die Postkutschen - in Preußen einheitlich gelb gestrichen - hatten nun ledergepolsterte Sitze, Glasfenster und ausklappbare Treppchen.

(Aus: Die Post)

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Das Bild zeigt das Modell einer "Diligence" eines Eilpostwagens,
der 1841 zwischen Lübeck und Hamburg verkehrte.

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Ein Dankeschön den Briefmarkenspendern

Wieder habe ich ein Paket mit Briefmarkenspenden unserer Vereinsmitglieder an die Missionarin Eresta Mayr geschickt. Der Erlös dieser Marken kommt dem Missionsorden für soziale Zwecke in Südamerika zugute. Frau Mayr bedankt sich bei allen Spendern für die vielen Marken.

Wenn Sie wieder Briefmarken übrig haben, die Sie nicht mehr verwenden können oder nicht mehr losbringen, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung-.

Redaktion Vereinsbote, Lothar Hollrieder,
Kerschensteinerstraße 1, 82110 Germering,
Telefon 089 / 846795.

Alte Zeiten: Neues Briefmarkenprogramm!

Von Amerika kommt für alle Briefmarkenzirkel erfreuliche Kunde, dass dort demnächst eine neue Serie von Briefmarken zur Ausgabe gelangen soll, auf welchen die Mittel des Verkehrs: Schiff, Eisenbahn, Fahrrad, Automobil etc. dargestellt sind. Auch das Deutsche Reich hat bekanntlich auf seinen Marken von höheren Werten für die nötige Abwechslung gesorgt, indem es wichtige Ereignisse der vaterländischen Geschichte auf ihnen verewigte, bei den Marken niederen Wertes aber herrscht eine erschreckende Eintönigkeit, indem dem Markensammler dort überall die langweilige Photographie der Jungfer Germania entgegengrinst. Dieser Mangel ist auch Herrn von Podbielski nicht verborgen geblieben und er soll deshalb zur Freude aller Markensammler beschlossen haben, diese Marken zu einer Darstellung der deutschen Kulturgeschichte der Gegenwart zu verwenden. Bei den intimen Beziehungen des „Postillons" zum Reichspostamt sind wir in der glücklichen Lage, schon jetzt die in Aussicht genommenen Sujets verraten zu können:

  • Zweipfennigmarke: Ein Gerichtsvollzieher pfändet einer Proletarierfamilie das letzte Bett und setzt sie mit ihren übrigen Habseligkeiten auf die Straße.
  • Dreipfennigmarke: Der Schulmeister von Königggrätz bläut seinen Jungen Religion und Patriotismus ein.
  • Fünfpfennigmarke: Polizeiliche Razzia im Berliner Tiergarten.
  • Zehnpfennigmarke: Ein Unteroffizier bringt einem Rekruten unter Anwendung der üblichen „Handgriffe" die Geheimnisse des Exerzierens bei.
  • Zwanzigpfennigmarke: Eine Nacht im Asyl der Obdachlosen.
  • Fünfundzwanzigpfennigmarke: Eine Nacht im Klub der Harmlosen.
  • Dreißigpfennigmarke: Notleidende Agrarier, ihr geflicktes Strohdach ausbessernd.
  • Vierzigpfennigmarke: Die Freiheit der Arbeit, Arbeitswillige, von bewaffneten Schutzleuten vor Streikenden beschützt.
  • Fünfzigpfennigmarke: Preußische Junker, einen Kanal schluckend und wieder ausspuckend.
  • Achtzigpfennigmarke: Ein Momentphotograph, das Bild Seiner Majestät für die „Woche" aufnehmend.

Die Farben bleiben dieselben, wie bisher, doch ist nicht ausgeschlossen, dass der Gegenstand des Markenbildes alle vier Wochen gewechselt wird, insbesondere dürften auch die sämtlichen Standbilder der Berliner Siegesallee einmal drankommen.

(Aus: „Süddeutscher Postillon", 1901, XX Jg., Nr. 10, S. 86.)

Kennwort: Falsch (20)

Informationen und Warnmeldungen des Bundes Deutscher Philatelisten e.V.

Aufdruckmarken

Die Begriffe Aufdruck- und Überdruckmarken stehen oft sprachlich im Streit. Bei uns hat man es bei dem Begriff „Aufdruck" belassen.

Aufdrucke auf Briefmarken und Ganzsachen sind fast immer Notmaßnahmen der Post, meist Aushilfsausgaben oder auch Provisorien genannt.

Unter den fälschungsgefährdeten Marken rangieren sie an erster Stelle, weil der Zeitdruck bei der Herstellung eine ausreichende Fälschungssicherung nicht zuließ.

Die Möglichkeiten zum Einkauf von billigen Urmarken verleitet eine große Zahl von Fälschern, in „Schwarzarbeit" diese Notmaßnahmen nachzuahmen oder zu „verbessern".

Nur einwandfreies Vergleichsmaterial - möglichst im ganzen Bogen - bewahrt vor Schaden.

Hier hilft Ihnen der Glaube nicht weiter.

Sichern Sie sich durch eine Prüfung ab!