April 2015

Vereinsbote - April 2015 - 28. Jahrg. - Nr. 110

Inhaltsverzeichnis
Besuch im ZEIT+RAUM - Museum am 21.11.2014
Bericht vom Großtauschtag am 15.02.2015
Bericht von der IBB am 05.03.2015
Bericht von der Jahreshauptversammlung am 27.03.2015
Protokoll der Jahreshauptversammlung am 27.03.2015
Ein neues Mitglied
Unbekannte Plattenfehler (67)
Bericht von der JHV der ArGe München am 1.4.2015
Bericht von der vereinsinternen Versteigerung am 17.04.2015
Interessante Tauschtage (Auswahl):
MICHEL Weihnachten – Ganze Welt 2015
BDPh in der Krise?
Die Bayerische Landesordnung von 1516

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Der erste Entwurf eines Stempels
für unseren Tauschtag 2016
 

Besuch im ZEIT+RAUM - Museum am 21.11.2014

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2014 konnten wir Dank der Unterstützung des Fördervereins Stadtmuseum Germering e.V. und des ZEIT+RAUM Museum am Rathaus Germering unseren Großtauschtag unter das Motto “Archäologie” stellen. Herr Marcus Guckenbiehl und Herr Dr. Günter Zeidler brachten sogar den wertvollen schnurkeramischen Tontopf mit und stellten ihn aus, damit unsere Besucher das Motiv unseres Sonderstempels im Original bewundern konnten. Nun wollten wir ihn auch einmal in seiner angestammten Museumsumgebung mit vielen anderen archäologischen Fundstücken aus Germering und Umgebung bewundern.

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Auch wenn dies - sieht man von unserem Stempel ab - wenig mit Philatelie zu tun hat, war die Führung für alle ein Gewinn. Herr Marcus Guckenbiehl konnte uns einen umfassenden Einblick in die Vor­geschichte Germerings geben. Hoffen wir also, dass vielleicht weitere bedeu­tende Funde wieder eine Grundlage eines Mottos für unseren Tauschtag bieten.

Samuel Fleischhacker

Bericht vom Großtauschtag am 15.02.2015

Tradition ist es mittlerweile beim Germeringer Tauschtag, dass er meist am Faschingssonntag stattfindet - wobei festzustellen ist, dass wohl die meisten Sammler recht faschingsresistent sind und trotzdem zu unserer Freude recht zahlreich kommen - und dass wir ihn meist unter ein Motto stellen können, was nicht immer so einfach ist, weil es ja ortsbezogen sein soll.

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Für das Motto dieses Großtausch­tages haben wir Konradin III., der Sendlinger, Fürstbischof von Freising, gewählt, dessen Nennung von Pfaffenhofen, Germering, Alling und Holzkirchen in seiner Konradinischen Matrikel Motiv unseres Stempels ist. Es hat sich gezeigt, dass es uns Dank einer Vorlaufzeit von sieben Monaten gelungen ist, in der DBZ, dem Briefmarkenspiegel, der MICHEL-Rundschau, der philatelie, der LV-aktuell und der örtlichen Presse Hinweise auf unseren Stempel initiieren konnten. Unser besonderer Dank gilt daher unserem Mitglied Gerhard Niembs, dem Vorsitzenden des Fördervereins für Heimatpflege Unterpfaffenhofen - Germering, der uns wieder rechtzeitig einen passenden Tipp gab.

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Erfreulich war für uns, dass auch das Erlebnisteam: Briefmarken mit unserem Sonderstempel vor Ort war. Die Mitarbeiterin der Deutschen Post Philatelie - und unser Vereinsmitglied! - war recht gut beschäftigt.

Unser diesjähriger Tauschtag - vergleicht man ihn mit denen der letzten Jahre - war wieder besser besucht. Ein Blick nach München genügt um festzustellen, welchen Vorteil wir mit unserer Stadthalle haben. Dort ist es finanziell kaum mehr möglich, einen Großtauschtag abzuhalten. Umso wichtiger wird unsere Veranstaltung auch für die Sammler in München. Bei aller Freude bedauern wir, dass wir letztlich auch vom Rückgang der Philatelie in München provitieren.

Samuel Fleischhacker

Bericht von der IBB am 05.03.2015

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Beherrschend – wie jedes Jahr – der Auftritt der Deutschen Post und das erste Ziel, denn Marken und Stempel werden ja immer benötigt. Der Riesenandrang beschränkt sich mittlerweile bei Beginn der Messe auf 3 bis 4 Wartende, später eher weniger.

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So blieb reichlich Zeit bis zur Eröffnung der Messe und der Vorstellung der „Felix“-Marken, zu welcher die Kinderbuch-Illustratorin Constanza Droop ihren Kuschel-Hasen Felix erläuterte.

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Gleich anschließend dann die Autogrammstunde, zu der man eben mit Marken und Stempel etwas vorbereitet haben sollte.

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Sieht man von reichlich freiem Platz ab, auf welchen einige Anbieter noch Platz gehabt hätten, waren die ausländischen Postanstalten von Österreich, Tschechien, Vatikan, Åland, Malta, Großbritannien, Israel und USA, …

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… die Arbeitsgemeinschaften Brustschilde, INFLA Berlin, Alliierter Kontrollrat, Bezirksstempelaufdrucke SBZ, AGF – Forschung Deutsche Bundespost, Post- und Absenderfreistempel, Poststempelgilde, Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein, Zeppe­linpost, Estland/Lettland/Litauen, Tschechoslowakei und Tag der Briefmarke, …

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… der Landesverband Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V., die Deutsche Philatelisti­sche Jugend e.V. und die 5 Münchener Philatelistenvereine mit ihrem Belegverkauf. Vielleicht aus dem Gedanken geboren, dass ein Besucher, der nicht alles sogleich fin­det, länger durch die Halle schweift und dann doch da und dort etwas findet und kauft, war nicht alles, was zusammengehört nahe beieinander. Wollte man nach Stunden des Umherziehens dann doch noch schnell an einem Stand vorbeischauen, drehte man meist zwei Runden, bevor man ihn wiederfand. Für den Bereich der organisierten Phil­atelie gab es zwar das Zentrum Philatelie, aber dort war eben nicht alles, was dazu­gehört, auch untergebracht. Waren die Arbeitsgemeinschaften noch gleich rechts um die Ecke, waren die 5 Münchner Vereine mitten unter den Händlern und die Jugend – als Kinderpost – mit dem doch recht großen „Kind“ und unserem Mitglied Wolfgang Ernst schaffte es zwar noch auf den Hallenplan, aber nicht mehr in dessen Auflistung.

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Auch MICHEL, LINDNER, LEUCHTTURM und SAFE waren recht verstreut in der Halle zu finden.

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Ebenso die Philatelistische Bibliothek München, die am weitesten vom Zentrum Phil­atelie weg war. Dafür präsentierte sie Dokumente über den Beginn der Münchner Briefmarkenvereine, deren Anfänge um 1879 lagen. Besonders schön fand ich die erste Vereinsmitteilung des Bayerischen Philatelisten Vereins München, dessen Titelblatt ein Kupferstich zierte.

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Um 13:00 Uhr dann der Vortrag von Hans Zerbel, dem Beauftragten der Deutschen Post, mit dem Vortrag „Druckzufälligkeiten – leider nichts für den Katalog“, der wie man sieht recht gut besucht war. Es gelang ihm, den Unterschied zwischen Druckfehlern und

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Druckzufälligkeiten gut darzustellen und auch zu erläutern, warum sie keine Aufnahme in den Katalog finden können. Auch wenn sie meist – da zufällig – seltener sind als echte Druckfehler, wird deren „Wert“ meist von den Sammlern überschätzt. Dass Sie, gezeigt an Brd Mi-Nr. 1423 (ein mit dem Auge zwinkender Gabelsberger), nicht nur lustig sein, sondern durchaus auch eine Sammlung bereichern können, stellte er nicht in Abrede.

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Der nächste Vortrag über die neuen MICHEL-Datenbanken fand erheblich weniger Interessierte. Die Nähe des Forums zur Gastronomie und zur Deutschen Post schaffte – wie immer – eine hinreichend lästige Geräuschkulisse. Sicherlich ist das sinnvoll, man soll ja nicht eine Stunde dort Herumsitzen anstatt fleißig einzukaufen.

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Auch der Bund Philatelistischer Prüfer schaffte es nicht in die Nähe des Zentrums Philatelie. Die wieder in der Halle befindliche Gastronomie machte einen guten Eindruck und die Stehtische vermieden einen unnötig langen Aufenthalt beim Essen und Trinken.

Samuel Fleischhacker

Bericht von der Jahreshauptversammlung am 27.03.2015

Hier genügt mittlerweile eine Kurzfassung: Kasse okay, Tauschtag okay, Jahresessen okay, Vereinstreffen okay, Anträge keine, Vorstand macht weiter, weitere Kandidaten dafür keine, Dauer 55 Minuten, 21 Mitglieder anwesend, also kaum Interesse – Ende.

Spannend wird eine solche Mitgliederversammlung erst dann, wenn einer nicht mehr bereit ist, die ehrenamtliche Arbeit zu machen. Dann kann ein Verein, der immerhin noch recht gut dasteht, sich schnell auflösen.

Samuel Fleischhacker

Protokoll der Jahreshauptversammlung am 27.03.2015

ist im Vereinsboten zu lesen.

Ein neues Mitglied

ist im Vereinsboten zu lesen.

Unbekannte Plattenfehler (67)

Originalmarke:

MICHEL®-Nr. 21 / 36, 25 Pfg. grau

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Plattenfehler:

Der Rand unter Bayern ist mehrfach beschädigt. Die rechte 2 ist mit der 5 verbunden.

Bericht von der JHV der ArGe München am 1.4.2015

Die ArGe München ist ein Zusammenschluss von 10 der 12 Münchener Vereine (im LV Bayern, mit 617 Mitgliedern) zur gemeinsamen Durchführung verschiedener Aktionen wie die Betreuung eines Standes auf der IBB, dem Stadtgründungsfest und zwei Tauschtagen. Weitgehend getragen wird dies von den „Fünf Münchner Vereinen“ (Briefmarken-Sammler- und Tauschverein München-Süd e. V., TAUMA Tauschverbindung Münchener Briefmarkensammler e. V., Postwertzeichen-Sammler-Verein Siemens München e. V., Philatelisten-Club München e. V., Bayerischer Briefmarken-Sammler-Verein von 1883 e.V. München) unter Spiritus Rector Harald Steinig. Nachdem Karl Ritschel bei der letzten JHV nicht mehr überredet werden konnte, weiterhin als Vorsitzender zu fungieren, fand sich in letzter Sekunde noch ein Kandidat. Es zeigte sich aber, dass heutzutage eine Berufstätigkeit es schwer bis unmöglich machen kann, eine solche Tätigkeit aktiv auszuüben. Haben ältere Mitglieder nicht mehr die Kraft, sich voll für ein Ehrenamt einzusetzen, so haben jüngere nicht mehr die Zeit dazu.

Es war nun wieder Harald Steinig, der aus seinem Verein Dipl. Kfm. Henning v. Weltzien überreden konnte, den Vorsitz in der ArGe München zu übernehmen. Damit ist der Fortbestand zunächst gesichert. Hier zeigt sich, dass nicht nur die Überalterung der Vereine die Mitgliederzahlen der Briefmarkenvereine schwinden lässt, sondern nun mehr noch die fehlende Bereitschaft oder Möglichkeit einen Vorstand zu besetzen, das Fortbestehen ganzer Vereine gefährdet.

Er steht vor einer schwierigen Aufgabe, um die er nicht zu beneiden ist. Das Kolping­haus fällt aus Kostengründen für einen Tauschtag aus. Wieder wird eine günstigere Möglichkeit gesucht.

Samuel Fleischhacker

Bericht von der vereinsinternen Versteigerung am 17.04.2015

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Einige Mitglieder mehr hätten wir gerne gesehen. Angeboten wurde Interessantes zu vernünftigen Ausrufen, das dann auch recht gut ersteigert wurde.

Samuel Fleischhacker

Interessante Tauschtage (Auswahl):

10.05.2015

Ottobrunn

Briefmarken- und Münzsammlerverein Ottobrunn
Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2

17.05.2015

Bad Staffelstein

Landesverband Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V.
Peter-J.-Moll-Halle des TSV Staffelstein
Georg-Herpich-Platz 6

17.05.2015

Moosburg

Briefmarken- und Münzensammlerclub Moosburg e.V.
Stadthalle, Breitenbergstraße

14.06.2015

St. Peter am Hart, Österreich

Philatelisten Club Braunau Simbach
Haus Nr. 50 Festhalle Gasthof Berger

20.06.2015

Bad Tölz

Briefmarkenfreunde Hausham-Bad Tölz e.V.
Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Hindenburgstr. 26

21.06.2015

München

Ansichtskarten-Sammlerbörse München
Bürgersaal Fürstenried-Ost Züricher Str. 35

12.07.2015

München

ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.
Bürgersaal Fürstenried-Ost Züricher Str. 35

MICHEL Weihnachten – Ganze Welt 2015

Lassen wir zunächst den Schwaneberger Verlag ihn selbst vorstellen:

Inhalt:
Briefmarken der ganzen Welt, die anlässlich des Weihnachtsfestes herausgegeben wurden.

Beschreibung:
Inhalt: Weihnachtsmarken der ganzen Welt
Ca. 300 Sammelgebiete mit weihnachtlichen Motiven und Motiven zum Weihnachtsbrauchtum
Nicht enthalten sind Gemälde, die Darstellungen aus der Weihnachtsgeschichte enthalten, aber aus anderen Gründen ausgegeben wurden, sowie Vignetten zu Weihnachten, wie die skandinavischen Jul-Marken
Geeignet für sammelnde wie nicht-sammelnde Weihnachtsbegeisterte
Vollständige Printausgabe ohne CD und/oder Ergänzungsheft!
Übersichtlicherer Katalogaufbau und modernes Layout dank innovativem Herstellungsverfahren
Mehr als 11.000 Abbildungen und 30.000 Preisnotierungen
Neuheiten-Katalogisierung bis MICHEL-Rundschau 10/2012

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Produktinformation:
Edition: 1. Aufl., in Farbe
Seiten: 792
Format: 148 mm x 210 mm, kartoniert
Verlag: Schwaneberger Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
   18. Dezember 2014
59,80 € inkl. 7 % USt
    zzgl. Versandkosten
ISBN: 9783954021062
(Angaben wie immer ohne Gewähr)
 

Die Motivgruppe Weihnachten e.V., eine ArGe im BDPh, hat eine andere Bezeichnung für ihn gefunden, „Ein Katalog, den kein Sammler braucht“. Ist eine derart vernichtende Beurteilung gerechtfertigt?

Für einen Motivsammler ist das auf der Marke abgebildete Motiv im Kontext seines Sammelgebietes wichtigstes Kriterium für die Aufnahme in seiner Sammlung.

Ein anderes Kriterium ist der Ausgabeanlass, hier also die Markenausgaben zum Weihnachtsfest, das der Katalog laut Beschreibung erfüllen will. Ob dazu alles gehört, was im Ausgabeanlass das Wort Weihnachten enthält, sei dahingestellt. Dass jeweils der ganze Satz aufgenommen wird, wenn sich darunter nur eine Weihnachtsmarke befindet, könnte vielleicht noch zur näheren Bestimmung des Ausgabeanlasses interessant sein, wenn aber dann gerade die Abbildung der Weihnachtsmarke fehlt, ist das mehr als peinlich.

Das Kriterium schlechthin ist wie schon gesagt das abgebildete Motiv. Dass ausgerechnet  Gemälde, die Darstellungen aus der Weihnachtsgeschichte enthalten, aber aus anderen Gründen ausgegeben wurden, nicht enthalten sind, und das macht einen erheblichen Teil der für Sammler interessanten Weihnachtsmarken – wenn nicht die interessantesten – aus, entwertet den Katalog erheblich.

Aufgeführt sind aber anscheinend generell Marken, die das Wort Weihnachten in der Beschreibung enthalten, auch dann, wenn der Ausgabeanlass nichts mit dem Weihnachtsfest zu tun hat. Darunter sind natürlich jede Menge Marken, die mit Weihnachten – als Weihnachtsfest – überhaupt nichts zu tun haben. Besonders peinlich, wenn darunter ein Gemälde „Geburt Christi“ dann doch auftaucht, weil es fälschlich als „Weihnachtsszene“ beschrieben ist. Gegen Fehler in der Beschreibung sind MICHEL-Kataloge partout nicht gefeit. Besonders peinlich, wenn die Markenbeschreibung der Postanstalt richtig war. Aber auch die wissen anscheinend oft nicht, was sie überhaupt herausgeben. So finden sich unter den „Weihnachtsmarken“ auch schöne Pfingstmotive.

Der Hinweis der ArGe, dass MICHEL bei einigen Ländern in der Erfassung der Marken Jahre hinterherhinkt, ist bekannt und wird von den Sammlern weitgehend toleriert.

Dass in einem Motivkatalog Inhalts- und Länderregister fehlen, macht ihn in der Nutzung – nennen wir es wohlwollend – schwierig. Die Länderbezeichnungen – Sao Tomé und Principe statt St. Thomas und Prinzeninsel oder Mocambique statt Mosambik – also ausländische anstatt deutscher Bezeichungen sind tatsächlich gewöhnungsbedürftig. Es sind ja nicht einmal Anglizismen.

Was bleibt also Positives? Eine handvoll Weihnachtsmarken wurden auch von der Motivgruppe Weihnachten übersehen, wie sie selbst zugibt. Im Vergleich zu den hunderten Marken, die ein Weihnachts-Motivsammler, der sich auf diesen Katalog stützt, mit ihm übersieht, vernachlässigbar.

Der Schwaneberger Verlag scheint mit seinen Motiv-Katalogen kein besonders glückliches Händchen zu haben. Ein Vergleich mit z.B. http://colnect.com/de/stamps/ zeigt, dass für Motivsammler die Aufnahme von Kategorien – colnect nennt sie Themenbereiche – und die natürlich notwendige Zuordnung der einzelnen Marke zu einer oder mehreren Kategorien – colnect bietet über 300 verschiedene zur Auswahl – ein Hilfsmittel ist, von dem MICHEL für Motivkataloge wohl noch nichts gehört hat.

„Ein Katalog, den kein Sammler braucht“ ist sehr hart formuliert. Die Weihnachtssammler vom Gegenteil zu überzeugen, fällt jedoch sehr schwer.

Samuel Fleischhacker

BDPh in der Krise?

BDPh-Präsident Uwe Decker hat Probleme mit seiner engen Führungsmannschaft:

Sammlerschutz: Lars Böttger ist zum 30.5.2014 als Leiter der Bundesstelle Fälschungsbekämpfung/Sammlerschutz zurückgetreten. Dr. Heiko Übler ist seit 1.7.2015 neuer Leiter der Bundesstelle Fälschungsbekämpfung/Sammlerschutz. Dr. Heiko Übler ist nach wenigen Tagen als Leiter der Bundesstelle Fälschungsbekämpfung/Sammlerschutz zurückgetreten.

Kolportiert wird hier, dass Dr. Übler wohl die Arbeit machen sollte, aber die sich daraus ergebenden Klagen - sprich Anwaltsgebühren - an den BDPh-Anwalt gehen sollten.

Lars Böttger schreibt selbst: „Als BDPh Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung sollte man folgende Eigenschaften mitbringen bzw. zu dem folgenden bereit sein:

- Referate zu dem Thema "Fälschungserkennung" auf Seminaren, Briefmarkenmessen oder Vereinstauschtagen halten

- Artikel zu aktuellen Themen für die Verbandszeitschrift "philatelie" schreiben

- Verbindung zu dem Händlerverband, den Auktionatoren und den Prüfern halten

- u. U. Seminare organisieren

- Fälschungsbekämpfung bei Ebay und Delcampe verantworten: Das ruht derzeit auf mehreren Schultern, es gibt viele Leute, die Sachen melden (Sammler, Händler und Prüfer), aber die Gesamtverantwortung ggü. Ebay trage ich - das könnte aber noch weit besser laufen: Anstatt die Briefmarken in den Foren breit zu treten, sollte man sich ruhig die eine Minute Zeit nehmen und die BDPh-Fälschungsbekämpfung unter der bekannten Email-Adresse anschreiben.

- Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn auch zu nachtschlafender Zeit wirre Zeitgenossen Telefonterror machen

Ausserdem ist die BDPh Bundesstelle Sammlerschutz jetzt angehängt worden:

- Beratung der BDPh-Mitglieder

- Kontakt halten mit dem BDPh-Rechtsanwalt

Das sind im Groben die Aufgaben der Bundesstelle. Grundsätzlich hilft es einem, wenn man ein umfassendes philatelistisches Wissen (Gebiete) mitbringt und keine Scheu hat, sich vor eine Horde Sammler zu stellen und etwas zu erzählen.“

Lt. BDPh leistet der Sammlerschutz folgendes: „Der Sammlerschutz ist in den Landesverbänden und in der Bundesstelle des BDPh organisiert und kostenlos. Wenn die Bemühungen der Sammlerschützer scheitern, kann die Rechtsschutzversicherung für Mitglieder im BDPh in Anspruch genommen werden.

Versichert sind die Geltendmachung rechtlicher Interessen aus schuldrechtlichen Verträgen bei Kauf, Tausch oder Verkauf von philatelistischem Material aller Art. Die Versicherung tritt bei einem Streitwert von mindestens EUR 152,- bis maximal EUR 52000,- ein, wenn der Vorgang hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Die Versicherung bezahlt die gesetzliche Vergütung eines für das Mitglied tätigen Rechtsanwalts, die Gerichtskosten einschließlich der Entschädigung für Zeugen und Sachverständige, die vom Gericht herangezogen werden, sowie die Kosten des Gerichtsvollziehers und die dem Gegner bei der Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen entstandenen Kosten, soweit der Versicherungsnehmer zu deren Erstattung verpflichtet ist. Es besteht ein Selbstbehalt von maximal EUR 102,- falls der Vorgang nicht zum Erfolg führt. Nicht versichert sind gewerbsmäßige Briefmarkenhändler und Vereine, sowie Fälle mit Auslandsberührung, z.B. wenn der Schuldner im Ausland wohnt. Fragen zum Vereinsrecht oder allgemeine Rechtsfragen sind nicht abgedeckt. Die Abwicklung erfolgt über die Bundesstelle Fälschungsbekämpfung / Sammlerschutz.“

Der Versicherungsschutz tritt also erst ein, wenn die Bemühungen des Sammlerschutzes – bis dahin kostenlos! – erfolglos waren. Ob sich aufgrund des Mindeststreitwertes und des Selbstbehalts tatsächlich viele Klagen ergeben und alle Kläger dann den Leiter des Sammlerschutzes, falls er Rechtsanwalt ist, – wegen Sachkenntnis vielleicht sogar sinnvollerweise – beauftragen und ihm ein Vermögen an Anwaltsgebühren einbringen, ist zu bezweifeln. Hier sollen in den Foren, egal ob BDPh, philaseiten.de, StampX etc., einfach nur Gerüchte verbreitet werden. Erschwert wurde die wichtige Fälschungsbekämpfung bei ebay u. ä., dass die dort mühsam gewonnenen Ansprechpartner weitgehend wegrationalisiert wurden, die Gesamtmenge der Angebote aber steigt und die Arbeit damit schwieriger und mehr wird.

Für das, was der BDPh tatsächlich zu bieten hat, nämlich viel ehrenamtliche Arbeit, hat er einen Nachfolger gefunden. Hoffen wir, dass er nicht gleich wieder aufgibt:

Der Bundesvorstand hat in seiner Sitzung am 28. Februar 2015 Herrn Konrad Krämer zum Bundesstellenleiter berufen. Er ist seit 40 Jahren Sammler und seit 30 Jahren BDPh-Mitglied. Sein Sammelgebiet hat er auf Teile von Deutschland beschränkt. Herr Krämer ist 60 Jahre alt und war bereits in früheren Jahren als Jugendgruppenleiter und im Bereich Fälschungsbekämpfung/Sammlerschutz auf Messen aktiv. Konrad Krämer, Engelstr. 49, 52477 Alsdorf, 02404/4446, sammlerschutz@bdph.de

Schwieriger erscheint mit die Situation im Bundesvorstand selbst:

Schatzmeister Michael Fukarek ist in der Bundesvorstandssitzung am 28.2.2015 zurückgetreten.

In der gleichen Sitzung wurde Herr Walter Bernatek mit der Wahrnehmung des Amtes beauftragt. Dafür wird am 14. März 2015 in der Verwaltungsratssitzung noch um Zustimmung gebeten. Er ist Leiter der ARGE Brasilien und für den BDPh bei internationalen Ausstellungen als Kommissar tätig. In Heidenheim hatte er bereits für das Amt des Schatzmeisters kandidiert. Über die Zustimmung des Verwaltungsrates zu dieser Personalie habe ich nichts gefunden.

Die größte Bedrohung für die organisierte Philatelie dürfte das Stiftungsvermögen der Stiftung zur Förderung von Philatelie und Postgeschichte bereiten. Stiftungen haben entsprechend ihres Stiftungsauftrages aus ihren Erträgen und Erlösen zu unterstützen und fördern, aber das Vermögen ungeschmälert in seinem Wert zu erhalten. Die Erträge aus dem Vermögen, sprich Zinsen, sind derzeit Dank minimaler Zinssätze gering im Vergleich zu früher, eingehende Spenden kaum vorhanden und die Zuschlagserlöse aus den Zuschlagsmarken „Tag der Briefmarke“ seit Jahren ebenfalls sinkend. Also müssen die Dachverbände sich mittlerweile aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren und sparen, sparen, sparen – oder die Beiträge anpassen, was möglicherweise den erheblichen Mitgliederschwund verstärkt. Zeichnet sich finanziell eine Spirale ins Nichts ab?

Wie reagieren die sich in den Foren artikulierenden Philatelisten: Es gibt zwei Fronten – „Alles was die da oben tun, ist falsch“ oder „Die da oben tun nichts“. Positives oder sinnvolle Vorschläge fehlen fast gänzlich oder gehen in den Gerüchten unter.

Samuel Fleischhacker

Die Bayerische Landesordnung von 1516

Steht nicht auf unserem Stempelentwurf 500 Jahre Reinheitsgebot? Wären nicht 653, 592 oder 529 Jahre richtig? Denn schon 1363 wurde in München 12 Stadträten die Bieraufsicht übertragen, und 1447 wurde vom Stadtrat verordnet, dass die Brauer der Stadt allein Gerste, Hopfen und Wasser zur Bierherstellung verwenden dürfen.

Am 30. November 1487 erließ dann Herzog Albrecht IV. eine Norm gleichen Inhalts zunächst für München, die später auf Oberbayern ausgedehnt wurde. Dieser Erlass Albrechts wurde später, ab den 1980er Jahren, von den Münchner Brauereien als „Münchner Reinheitsgebot“ bezeichnet.

Die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. haben in der Bayerischen Landesordnung vom
23. April 1516 festgelegt: „Item wir ordnen / ... das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unn auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer stückh / dann allain Gersten / Hopfen / unn wasser / genommen unn gepraucht sölle werdn.“ Nicht verschwiegen werden soll, dass ein herzoglicher Erlass von 1551 Koriander und Lorbeer als weitere Zutaten bayerischer Biere erlaubte und dagegen ausdrücklich die Verwendung von Bilsenkraut und Seidelbast verbot. Die bayerische Landesverordnung von 1616 ließ zudem Salz, Wacholder und Kümmel zur Bierproduktion zu.

Was soll man dazu sagen? Prost! Denn der Codex Hammurapi aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. (!!) sorgte schon – nicht bei uns – für trinkbares Bier.

Samuel Fleischhacker