April 2013

Vereinsbote - April 2013 - 26. Jahrg. - Nr. 102

Inhaltsverzeichnis:
Volksfesteinzug am 22.06.2013
SEPA
Portoerhöhung zum 1.1.2013 zum Dritten
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag
Bericht vom Jahresessen am 12.01.2013
Bericht vom Großtauschtag am 17.02.2013
Bericht von der Mitgliederversammlung am 22.02.2013
Protokoll der Mitgliederversammlung am 22.02.2013
Bericht von der IBB 28.2. - 2.3.2013 im M.O.C.
Bericht von der vereinsinternen Auktion am 22.03.2013
Interessante Tauschtage (Auswahl):
Die Zukunft der organisierten Philatelie
Der Schweizer Geldanweisungsverkehr ab 1862
MICHEL-E-Books gestartet!
Kennwort: Falsch (29)
Unbekannte Plattenfehler (59)
Wir trauern um ...

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Zum Altstadtfest am 20./21.7.2013 gibt es diesen Sonderstempel vor
dem Hotel zur Post, Hauptstr. 7, 82256 Fürstenfeldbruck.
 
Dazu gibt es vom  Philatelistenverein Fürstenfeldbruck zwei MarkenIndividuell der Deutschen Post mit dem Kloster Fürstenfeld als Motiv und passendem Erinnerungskuvert und Ansichtskarte.
 
Infos: Philatelistenverein Fürstenfeldbruck e.V.
Hr. Klaus-Peter Lippoldes,
Schöngeisinger Str. 63, 82256 Fürstenfeldbruck
 

Volksfesteinzug am 22.06.2013

Am Samstag, den 22.06.2013 startet die Stadt Germering wieder einen Festzug zum 61. Volksfest in Unterpfaffenhofen. Wir möchten unsere Mitglieder dazu einladen, bei diesem Einzug mitzumachen. Wir treffen uns um 14:00 Uhr auf dem Therese-Giese-Platz vor der Stadthalle Germering. Abmarsch in Richtung Volksfest ist um 14:30 Uhr. Um 15:00 Uhr Bieranstich durch unseren OB Andreas Haas im Bierzelt.

SEPA

Liebe Mitglieder,

was ist SEPA. Ganz einfach: Single Euro Payments Area, was bedeutet, dass 31 SEPA-Teilnehmerstaaten Ihren Zahlungsverkehr (Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen) nun einheitlich regeln. Der bisherige EU-Zahlungsverkehr wird in den SEPA-Zahlungsverkehr übergeführt und statt BLZ und Kontonummer wird ab 1.2.2014 die Internationale Bankkontonummer (IBAN) und der Business Identifier Code (BIC) eingeführt. In Deutschland besteht die IBAN aus den Zeichen DE, einer 2-stelligen Prüfziffer, der 8-stelligen Bankleitzahl und der 10-stelligen Kontonummer, die ggf. vorne mit Nullen aufgefüllt wird. Die BIC besteht aus 11 Zeichen von Buchstaben und Zahlen. Ab 1.2.2016 soll die alleinige Angabe der IBAN genügen. Die Sparkasse FFB druckt IBAN und BIC unten auf die Kontoauszüge, die Postbank oben. Einige Banken tun dies vielleicht nicht, dann muss man dort leider nachfragen.

Wir bitten deshalb alle Mitglieder, von denen wir die Beiträge einziehen, beiliegendes SEPA-Lastschriftmandat (so heißt die bisherige europaweit einheitliche Lastschrift-ermächtigung nun) ggf. korrigiert und unterschrieben beim nächsten Vereinstreff mit­zubringen oder unserem Kassier Herrn Erwin Götzinger zuzusenden. Die bisherigen Lastschriftermächtigungen sind nicht mehr gültig und enthalten auch IBAN und BIC nicht.

Der Vorstand

Portoerhöhung zum 1.1.2013 zum Dritten

Fragte man 2012 im Postamt nach dem Heftchen „LEISTUNGEN UND PREISE“, erhielt man immer nur den Hinweis, dass man dies im Internet herunterladen könne. Gedruckt gäbe es das nicht mehr. Man könne es sich ja dann selbst ausdrucken. Nicht schlimm, es sind ja dann nur 108 DIN A4-Seiten. Welch eine Überraschung, dass dann rechtzeitig – zumindest, was die Post darunter versteht – am 31.12.2012 diese Broschüre für 2013 im Postamt Fürstenfeldbruck in einigen Exemplaren sogar auslag.

Was hat sich nun außer der Portoerhöhung des Standardbriefes National und des Maxibriefes National, des Wegfalls des Infobriefes, der Büchersendung Standard und Kompakt, der Warensendung Standard und die Ausweitung der Infopost National und International auf die Möglichkeit, auch nur 50 Briefe, national aber leider nur für den Leitbereich der Einlieferungsstelle, zu versenden, eventuell noch geändert?

An was von uns Philatelisten kaum jemand denkt, auch der E-Postbrief mit klassischer Zustellung durch den Postboten und der E-Postbrief mit elektronischer Zustellung bis 20 MB kostet jetzt erwartungsgemäß 0,58 €. Alle anderen Preise zum E-Postbrief sind gleich geblieben.

Auf der Seite Briefmarken wurden natürlich die Wertstufen für Dauerbriefmarken, Sonderbriefmarken, Markensets und Markenboxen überarbeitet. Die 3 ct-Marke ist jetzt zur Dauermarke gekürt worden. Selbstverständlich sind auch die Standard-Plusbriefe entsprechend teurer geworden.

Teurer geworden ist die Zusatzleistung Eil International von 4,11 € auf 5,12 €, wovon schon bisher nur 3,45 € und nun 4,30 € netto frankiert werden dürfen. Die Mehrwertsteuer ist bar zu bezahlen, denn die Briefmarken sind ja MWST-frei!

Auch die Zusatzleistung Nachnahme International stieg von 4,76 € auf nun 5,95 €, wovon schon bisher nur 4,00 € und und nun 5,00 € netto frankiert werden dürfen. Dazu kommt noch 2,05 € für Einschreiben/Wertbrief. Die Mehrwertsteuer ist bar zu bezahlen, denn die Briefmarken sind ja MWST-frei!

Vielleicht noch ein Blick auf die Angebote der Deutschen Post, die üblicherweise von Geschäftskunden genutzt werden:

Briefe International zum Kilotarif kosten jetzt statt 0,43 € neu 0,45 € pro Stück + dem gleich gebliebenen Kilopreis von 8,50 €.
Bei den Briefmarken für Großabnehmer sind natürlich die 0,35 €-Marken für den Infobrief weggefallen, es gibt ihn ja nicht mehr. Für den Standardbrief national gibt es jetzt natürlich die 0,58 €-Marken.

Der Plusbrief für Großabnehmer Standardbrief National hat sich um die Portoerhöhung von 0,03 € pro Stück erhöht.

Die Preise für die Infopost sind gleich geblieben bis auf die Erhöhung des Kilotarifes der Infopost International von 7,50 € auf nun 8,00 €.

Presse und Buch International kostet jetzt statt Priority 0,70 € neu 0,75 € bzw. Economy statt 0,50 € neu 0,55 € + dem gleich gebliebenen Kilopreis von Priority 6,00 € bzw. Economy 4,50 €.

Worüber niemand geredet hat sind die Preise der DHL. Um gleich zu beruhigen, sie sind, was die meisten betrifft, seit 2011 unverändert geblieben. Lediglich die Preise für DHL EXPRESS INTERNATIONAL sind um 1,- € bis 8,- € gestiegen.

Für einige Philatelisten auch nicht uninteressant: Der Sammlerservice ist nicht teurer geworden. Auch die Versandkosten von eFiliale/DHL Shop, Philatlie/Sammlerservice/ Bestellhotline, Postoffice Shop und DHL Bestellhotline/Kundenservice Paket sind gleich geblieben.

Alle Angaben natürlich ohne Gewähr.

Mit absoluter Gewähr kann man allerdings die Broschüre „LEISTUNGEN UND PREISE“ empfehlen, da sie nicht nur viele Informationen zu den angebotenen Leistungen enthält, sondern auch z.B. zu den Briefformaten, den erlaubten Beschriftungsfeldern der Briefe, den Vorausverfügungen (dt., engl., franz.), den Vermerken bei internationalen Sendungen (dt. und franz.), dem Priority-Aufkleber, den zulässigen Inhalten und der Haftung der DP/DHL im nationalen und internationalen Brief- und Paketversand, zu Laufzeiten und zu weiteren Informationen der DP/DHL im Internet.

S. Fleischhacker

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag:

Herrn Werner Wirges zum 75. Geburtstag am 24.4.2013

Vier weitere Geburtstagskinder wollen im Vereinsboten und auf unserer Internetseite nicht genannt werden.

Bericht vom Jahresessen am 12.01.2013

Über 50 Vereinsmitglieder und Angehörige versammelten sich in der Gaststätte ‘Zum Sportwirt’ zu einem vergnüglichen Zusammensein, um das Jahr bei Speis, Trank und Musik fröhlich ausklingen zu lassen.

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Traditionell auch die Ehrung unserer Jubilare 2012 Herr Fleischhacker, Herr Seebauer, Herr Krause, Herr Schwab, Frau Rauhut und Herr Brack, denen Nadeln und Urkunden persönlich überreicht werden konnten.

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Untermalt mit angenehmer Hintergrundmusik wurde der Abend von “Monaco-Franz’l”. Besonderen Spaß bereitet immer die Tombola, die zahlreiche schöne Preise enthielt, die dann von Herrn Götzinger unter Mithilfe von Frau Kramhöller und Tochter verteilt wurden.

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Aber wie auch schon bei unserer Jahresabschlussfeier 2011, ein paar mehr hätten schon kommen dürfen, haben wir doch unser gemütliches Zusammensein extra aus der stressigen Vorweihnachtszeit in den ruhigeren Januar verlegt.

S. Fleischhacker

Bericht vom Großtauschtag am 17.02.2013

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Das Wetter war mit leichtem Schneefall und Temperaturen um 0°C nicht besonders einladend - vor allem nicht für Ausflüge in die Natur. Und so war manch Sammler dem Gedanken, in einer lichten und warmen Halle seinem Hobby zu frönen, nicht abgeneigt. Wir taten mit dem Erlebnisteam: Briefmarken, einem Sonderstempel “25 Jahre Städtepartnerschaft Balatonfüred - Germering” mit passender MarkeIndividuell, einer MarkeIndividuell unseres Vereins und zwei zu den Marken passenden Erinnerungskuverts unseres dazu. Für Speis und Trank sorgte das Team des Restaurants agua.

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Unter den über 50 Anbietern waren wir Germeringer recht gut vertreten.

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Allerdings gingen unter den knapp 250 Besuchern unsere Vereinsmitglieder fast unter.

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Besonders erfreulich, dass viele trotz schlechter Straßenverhältnisse nicht nur aus München, sondern auch teilweise von recht weit nach Germering kamen.

S. Fleischhacker

Bericht von der Mitgliederversammlung am 22.02.2013

Zu Beginn des Vereinsabends waren gerade mal 13 Mitglieder und ein Gast anwesend. Als die Mitgliederversammlung um 19:00 Uhr begann, war bereits einer wieder gegangen, drei andere kamen nach und nach dazu. Spiegelt das nun das ein großes Vertrauen in die Vorstandschaft, die Angst, doch irgendein Amt übernehmen zu müssen oder absolutes Desinteresse an die Vereinsarbeit wider? Ein besonderer Ansporn der aktiven Vereinsmitglieder ist es mitnichten. Entsprechend betrübt oder verärgert waren deshalb einige nicht zu Unrecht.

Dass die Veranstaltung völlig problemlos mangels Anträge oder Gegenkandidaten ablief und keinerlei Kritik geäußert wurde kann nicht darüber hinwegtrösten, dass auch keine Anregungen oder Vorschläge zur weiteren Vereinsarbeit eingingen. So sollte es zukünftig nicht weitergehen!

S. Fleischhacker

Protokoll der Mitgliederversammlung am 22.02.2013

Das Protokoll der Mitgliederversammlung wurde satzungsgemäß im Vereinsboten abgedruckt.

Bericht von der IBB 28.2. - 2.3.2013 im M.O.C.

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Da es die neuen Briefmarken mit den zugehörigen Stempeln bis auf die Ganzsache zur IBB mit Stempel erst ab 1.3.2013 abgegeben werden, wäre nur die Ganzsache zur IBB angestanden, hätte nicht Papst Benedikt XVI. ausgerechnet an diesem Tag sein Ponifikat beendet und die Deutsche Post dies mit einem Sonderstempel gewürdigt. Interessant war, dass die Messegesellschaft nichts davon wusste und nicht darauf hin­wies. Die Deutsche Post hat dies zwar noch in den Stempelinformationen vom 1.3.2013 veröffentlicht, mehr aber auch nicht. Cleverer war die NL Philatelie, die einen Restposten an Papstmarken aus 2007 mitbrachte.

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Hauptthema der Messeeröffnung war die Ausgabe der neuen Briefmarken, wie gesagt aber erst am zweiten Tag.

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So ging es am wieder sehr ausladenden Stand der deutschen Post recht überschaubar zu, sieht man vom ersten Ansturm bei Öffnung ab.

Anwesend auch die Postanstalten von Aland mit Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Österreich, Tschechien und Vatikanstadt, allerdings etwas verstreut in der Messehalle.
 

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Thomas Höpfner stellte als Messe-Highlight Exponate “Live”, das Projekt des Landes­verbands Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V. vor, das wohl auch die ansonsten übli­che Briefmarkenausstellung ersetzen sollte. Leider - auch für ihn - hielt sich der Andrang sehr in Grenzen. Die Idee an sich halte ich für durchaus zeitgemäß. Allerdings fand ich die Ausführung, die üblichen Ausstellungsblätter einfach einzuscannen und dann mit einem Beamer - der halt nur ein Querformat kennt - zu projizieren, recht unglücklich gewählt. Da die Auflösung eines Beamers nicht allzu groß ist, musste Herr Höpfner immer wieder Ausschnitte vergrößern, was aber wegen des Querformats nicht immer hinreichend gelang. Eine vernünftigere Lösung wäre, jede Marke oder jeden Beleg einzeln auf einer Seite einer Präsentationssoftware darzustellen und dazu jede notwendige Vergrößerung zusätzlich auf einer eigenen Seite. Mir ist natürlich bewusst, dass dabei nicht nur aus jedem Blatt der Sammlung zwei oder mehr Präsentationsseiten werden und auch sicher neu beschriftet werden müsste, auch der Umgang mit der Software und dem Scanvorgang bedarf einiger Einarbeitung. Aber wenn ich mich an den Vortrag von Herrn Zerbel in der Philatelistischen Bibliothek München erinnere, dann ist so ein Projekt zukunftsweisend - wenn auch mit viel Arbeit verbunden.

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Weiter waren mit einem Stand vertreten der Landesverband Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V., die Fünf Münchner Vereine und die ArGe München, mit je einem weiteren Stand die Philatelistische Bibliothek München und die Deutsche Philatelisten-Jugend e.V.

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Nicht fehlen dürften auch die Zubehörlieferanten.

Zumindest auf ihrer Webseite hat die Messegesellschaft die Offene Pressekonferenz mit dem Ufficio Filatelico e Numismatico des Vatikan mit Vorstellung der neuen Sondermarken "Sedivakanz" (gemeint war wohl die Sedisvakanz oder Sede vacante MMXIII), das eigentliche Highlight des zweiten Messetages.

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Jedenfalls waren diese recht begehrt und der Stand der Città del Vaticano entsprechend gut besucht. Die 1. Auflage der 0,70 €- und 0,85 €-Marken beträgt je 250.000, die der 2 € und 2,50 €-Marken je 230.000. Mit einer zweiten Auflage wird aber nicht gerechnet.

Zur Sedisvakanz werden auch in Kürze 125.000 2 €-Münzen (ca. 15 - 18 € Verkaufspreis), 10.000 5 €-Silbermünzen (ca. 58,- €) und 5.000 kleine 10 €-Goldmünzen (ca. 180 - 200 €) heraus gegeben. Am 15. April 2013 erscheint der 8. Kursmünzensatz des Pontifikats von Papst Benedikt XVII., natürlich noch mit seinem Abbild.

Das Amt für Philatelie und Numismatik rechnet - wenn die Papstwahl nur wenige Tage erfordert - bereits zum 5.4.2013 mit der Ausgabe eines ersten 4-Marken-Satzes zum neugewählten Papst. Im Juni 2013 erscheint dann auch eine 100 €-Goldmünze mit dem Abbild des neuen Papstes.

Auch beim Stand der Deutschen Post bildeten sich kleine Schlangen zum Erwerb der neuen Marken und zu deren Abstempelung.

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Kaum besucht waren die anderen Postanstalten und die Arbeitsgemeinschaften.

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Bei den Vorträgen im Forum - hier bei einem der drei Beiträge des Schwaneberger Verlags - mangelte es teilweise sehr an Besuchern. Sehr gut besucht war allerdings der Vortrag “Die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte - Aufgaben und aktuelle Situation” von Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer Stiftung Philatelie und Postgeschichte (Bonn) sowie die philatelistischen Informationen  zu einzelnen Sammelgebieten. Wenig informativ war die Vorstellung einer gemeinnützigen GmbH durch ihren Geschäftsführer Norbert Geisler, die sich Stiftung Deutsche Philatelie (München) nennt.

Sie betreibt neben ihrer eigenen Webseite www.stiftung-philatelie.de das Forum www.bund-forum.de. Dass sich die GmbH im Namen als Stiftung bezeichnet, wohl weil sie sich als Förderer der Philatelie und der Philatelistischen Jugend versteht, führte bei den Besuchern zu etlichen Gerüchten und der Frage, wer wohl als Gesellschafter fungiert und ihr vor allem ca. 80% ihrer Mittel zur Verfügung stellt. Der Vortrag von Rechtsanwalt Christopher Boening, Stiftung Deutsche Philatelie (München) “Rechtsprobleme für Verbraucher beim Kauf von Briefmarken” konnte nicht überzeugen, da er nur einen Teilbereich streifte und das Gebiet des gerade bei Sammlern mittlerweile stark benutzten Online-Handels völlig außen vor ließ. Ich bin überzeugt, dass der Vortrag “Rechte beim Kauf und Tausch: Praxishinweise, Ratschläge, Informationen” von Rechtsanwalt Dr. Heiko Übler (Sulzbach-Rosenberg) am dritten Tag sicher so informativ war wie bereits in den letzten Jahren.

S. Fleischhacker

Bericht von der vereinsinternen Auktion am 22.03.2013

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Ca. 30 Vereinsmitglieder brachten die Schätze, von denen sie sich trennen wollten, mit zur Auktion und erfreuten diejenigen, welche sie ersteigerten. Nur recht wenig fand keinen neuen Besitzer.

Anfangs war immer ein bisschen Hektik, die sich vermeiden ließe, wenn die Einlieferlisten schon zu Hause ausgefüllt würden. Man bräuchte sie nur einen Vereinsabend vorher mitnehmen. Auch sollte man vorher in jedes vermeintlich leere Album schauen, ob sich da nicht doch noch wahre Schätze verbergen. Und auch ein paar Hinweise auf dem Aufkleber wären hilfreich, denn ein Aufruf: „Ich weiß nicht, was es ist, aber genau das ist es!“, sagt nicht viel aus, auch wenn es alle erheitert.

Also bis zum Herbst.

S. Fleischhacker

Interessante Tauschtage (Auswahl):

28.04.2013

Ottobrunn

Briefmarken- und Münzsammlerverein Ottobrunn

05.05.2013

Kronach

Landesverbandstag - Landesverband Bayerischer Philatelisten-Vereine e. V.

05.05.2013

Holzkirchen

Briefmarkenfreunde Hausham-Bad Tölz e.V.

05.05.2013

Moosburg

Briefmarken- und Münzensammlerclub
Moosburg e.V.

09.05.2013

Dingolfing

Briefmarken- und Münzensammlerverein Dingolfing e.V.

08.06.2013

Braunau am
Inn, Österreich

Philatelisten Club Braunau Simbach

15.06.2013

Bad Tölz

Briefmarkenfreunde Hausham-Bad Tölz e.V.

21.06.-
23.06.2013

St. Michael /Eppan / Italien

Briefmarkenausstellung im Rang 1
AlpenAdria-Ausstellung 2013

14.07.2013

München

ARGE Münchener Briefmarkenvereine e.V.

08.09.2013

Vaterstetten

Briefmarkensammlerverein Vaterstetten e.V.

Zukunft der organisierten Philatelie

In der philatelie Dezember 2012 wurde ein Kurzreferat von Dr. Heinz Jäger, Ehrenpräsident des BDPh und neu und einstimmig gewählter Ehrenvorsitzender des Consilium Philatelicum veröffentlicht, das im Rahmen der IPHLA 2012 der Zukunft der deutschen Philatelie bzw. der Zukunft der organisierten Philatelie gewidmet war. Trotz einiger kritischer Anmerkungen kommt er zu dem Schluss: Philatelie hat Zukunft.

In der philatelie Januar 2013 folgte ein weiteres Kurzreferat von Dr. Hans-Karl Penning, Ehrenpräsident des BPP, das er mit den Worten von Karl Valentin: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“, begann.

Weniger erheiternd dann aber seine Sicht auf die Zukunft der Philatelie insgesamt. Er sieht die Briefmarke als technisch überflüssiges Relikt der analogen Zeit, das die Digitalisierung überflüssig gemacht hat und selbst von der Post nur noch ungern verkauft wird und noch dazu – im Gegensatz zur Email – Geld kostet. Das Sammeln als Freizeitgestaltung steht in einer früher nie dagewesenen Konkurrenz zu anderen Freizeitgestaltungen. Wer sich als Sammler outet, wird oft genug als „kauziger Typ“ eingeschätzt, welche man dann auch auf Messen antrifft. Die rückläufige Zahl der Sammler und die wenig vorhandene Bereitschaft der Erben, Sammlungen fortzuführen, erhöhen das Angebot und drücken damit die Preise. Um das Angebot zu verknappen, steigen die Ansprüche an die Erhaltung der Marken enorm, was den Preisverfall für Ware, die diesen gestiegenen Ansprüchen nicht genügt, beschleunigt. Vielleicht hätte er noch erwähnen sollen, dass die Sammler von der Post mit Abo-Lieferungen und reichlich „gemachter Philatelie“ wie Ersttagsblätter, Ersttagsbriefe etc. und von Firmen mit Hilfsmitteln wie Vordruckalben unterstützt wurden. Dies uniformierte geradezu die Art des Sammelns und verhinderte wirksam sich auf etwas zu besinnen, was aus heutiger Sicht als Abkehr von der Massenware noch immer begehrt ist. Dass von Auktionshäusern immer noch mit sensationellen Zuschlägen geworben wird, habe mit einer Spaltung des Marktes zu tun. Was wirklich selten ist, erzielt heute früher unvorstellbare Preise. Dieser Markt betrifft aber nur Sammler, „die nicht über Geld sprechen, sondern es haben.“ Zum leidigen Thema Nachwuchs meint er, dass breite Kreise möglichst frühzeitig mit Briefmarken in Berührung kommen müssen. Schon Jürgen Wischnewski habe einmal angeregt, das Briefmarkensammeln in die Schulen zu bringen. Mein eigener Versuch, beim Erscheinen der Spitzweg-Marke einen Kontakt zum Germeringer Spitzweg-Gymnasium aufzubauen, zeigte mir nur, dass man damit nur die Lehrpläne und den Unterricht stört. Interessant finde ich aber seinen Hinweis, dass schon früher bei philatelistischen Ereignissen kaum Jugendliche zu sehen waren. Die meisten der heutigen Sammler kämen, nachdem sie sich im Familien- und Berufsleben etabliert hatten, wieder zum Sammeln zurück. Jugendarbeit sei deshalb nicht hoch genug einzuschätzen. Auf eine Antwort, wo diese heute in der organisierten Philatelie geblieben sind, kam er später. Auch wenn das Briefmarkensammeln kein Massenphänomen mehr sei, wird es seiner Meinung nach weiter bestehen und die verbliebenen Sammler werden sich weiter spezialisieren und sich intensiver mit dem Hobby beschäftigen als bisher die schwindende Mehrheit.

Auch der Briefmarkenhandel wird sich weiter zum Versandhandel, zu Auktionen und zu Internetplattformen hin wenden und weg von den hergebrachten Briefmarkengeschäften. Ob die Käufer dabei die Risiken z.B. im Internethandel richtig einschätzen, bezweifelt er, da aus diesen Käufen nur wenig zum Prüfen gelangt. Der Beitrag „Augen auf! - ein Beispiel aus dem philatelistischen Alltag“ in der philatlelie Februar 2013 zeigt mir auf, dass Risiken auch bei Auktionshäusern bestehen können, wenn diese nicht auf Fälschungshinweise reagieren – ebay und BDPh arbeiten hier zumindest etwas zusammen. Den Rückgang der Zahl der Sammler verspüren auch Auktionshäuser, von denen viele verbliebene sich verstärkt nun dem Münzgeschäft zuwenden.

Die organisierte Philatelie leide unter Mitgliederschwund und erheblicher Überalterung, wobei letztere diese auch für junge Menschen unattraktiv mache. Hinzu kommt, dass eine zunehmende Individualisierung zu beobachten sei, so dass generell alle Vereine Schwierigkeiten hätten.

Das Internet habe die Kommunikation verändert und damit die Bedeutung der Vereine verringert. Auch Wissen beschaffe man sich heute insbesondere über das Internet. Obwohl ich der Meinung bin, dass auch ein nicht zu unterschätzender Teil der älteren Bevölkerung Zugang zum Internet hat – laut Telekom mehr als 1/3 der über 60jährigen – würden dies viele, auch nicht ganz so alte, kategorisch ablehnen. Diese erhielten dadurch keinen Zugang zu den Angeboten des Handels, der Auktionshäuser und der Internet-Plattformen, aber auch keinen Zugang zum sich ständig erweiternden Wissen und vor allem auch keinen Zugang zu jungen Leuten, die auch viel besser informiert sind. Kein Wort verliert Dr. Penning, dass das Internet auch für die Vereine immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aber nur von der Bedeutung des Internets zu reden, bringt es auch nicht. Weder die Mitglieder, noch die Vereine, erhalten hierzu hinreichend Informationen. Dass vernünftige Internetauftritte den Vereinen Kosten und Risiken einbringen, vor allem aber, wenn sie informativ und aktuell sein sollen, auch viel Arbeit, ist ebenfalls kein Thema bei ihm.

Immer weniger Mitglieder seien bereit, ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen zu leisten und Leitungsfunktionen zu übernehmen. Diese zwar richtige Aussage hätte Dr. Penning meines Erachtens aber vertiefen müssen, denn auch die Ortsvereine werden immer weniger und Neugründungen sind rare Ausnahmen. Die Anforderungen an die Vereinsvorstände sind gestiegen und Gesetzgebung und Rechtsprechung sind in einem ständigen Wandel. Das führt dazu, dass auch die Risiken für einen Verein und seinen Vorstand ständig steigen. BDPh und Landesverbände versagen vollständig, hier die Vorstände der Ortsvereine anzuleiten und Hilfestellung zu geben. Mein eigenes Wissen über Vereinsrecht stammt sicher nicht aus der organisierten Philatelie. Was mich selbst davon abhält, eine Vorstandstätigkeit auszuüben sind die ewigen Diskussionen über strikt einzuhaltende Regelungen, die ansonsten Risiken beinhalten und immer wieder von irgend jemanden bestritten werden, selbst wenn sie nicht einmal mit Arbeit verbunden sind. Selbst älter geworden, gehe ich nun immer öfter solchen Diskussionen aus dem Weg und stelle fest, dass der, der in den Brunnen gefallen ist, ihn dann wenigsten kennt. Auch das ist eine Art, zu lernen. Und sie schont die eigenen Nerven.

Besonders betroffen scheint Herr Penning zu sein, dass er oft von organisierten Sammlern mit Fragen konfrontiert wurde, die ihm den Eindruck gewinnen ließen, dass manche von ihnen seit Jahrzehnten nichts dazugelernt haben und vielleicht auch nicht wollten. Es scheint auch bei vielen Fachliteratur den gleichen Stellenwert wie das Internet zu genießen, nämlich keinen. Selbst unter denen, die neue Medien nutzen, stellt man fest, dass die Bereitschaft fehlt, Wissen zu erlangen, was man deutlich an den in den Internetforen gestellten Fragen sehe. Damit verlieren m. E. diese Foren sehr an Bedeutung. Auch ich suche diese nur selten auf, weil wirklich vieles nur Geschwafel ist und nervt. Auch der facebook-Auftritt des BDPh scheint mit nur wenigen Kommentaren nicht viele, vor allem keine Jugendlichen, anzusprechen.

Seine harte Kritik trifft die organisierte Philatelie. Sie reagiere auf den Rückgang der Mitgliederzahl und damit der Einnahmen durch übliches Sparen, bei dem man aber durchaus Tabus kennt.

Ein Tabu sei die Notwendigkeit der Landesverbände. Offensichtlich hält er die Anzahl der 17 Mitgliedsverbände für zu hoch. Das erinnert mich an die Idee des Lean Management, das leicht Koordinationsleistungen durch Wegfall der mittleren Führungsebene verschlechtert, Innovationen verhindert, Stress schafft und sich deshalb gerade wissensintensive Prozesse kaum noch organisieren lassen. Die verbleibende Führungsebene, also der BDPh, müsste mehr leisten und flexibler werden und sich aufgrund auch seiner Überalterung fragen, woher er seinen eigenen Nachwuchs noch rekrutieren will.

Ein weiteres angesprochenes Tabu sind die Ausstellungen, die wohl Besucher, die noch nicht sammeln, zum Sammeln anregen sollten. Die von ihm als semantische Meisterleistung der Formulierung genannten „Visionen zur Zukunftsentwicklung des BDPh“ umschreibt er profaner: „Ausstellungen dienen offenbar überwiegend der Selbstdarstellung sowohl der Organisatoren und Juroren dieser Ausstellungen und als auch der Aussteller selbst.“ Dass viele Mitglieder „ihre Motivation zur Mitgliedschaft gerade aus solchen Ausstellungsmöglichkeiten ableiten“, steht seiner Meinung nach im krassen Widerspruch zur Minderheit der Mitglieder, die einen Ausstellerpass besitzen. „Offenbar will niemand nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis fragen.“ Er kritisiert die meist unprofessionellen Beleuchtungsverhältnisse, die vielleicht sogar Kulturgut vernichten.

Zu den Ortsvereinen meint er, dass es durch deren zunehmender Bedeutungslosigkeit für den BDPh sinnvoller wäre, vermehrt Einzelmitglieder anzuwerben. Damit würde er auch weniger zum Appendix der Landesverbände. Damit gibt man m. E. aber möglicherweise die noch vorhandene Basis gleich mit auf. Ob es sinnvoll ist, dann mangels Führungsnachwuchs an professionelle Mitstreiter auszulagern und die letzten eigenen noch vorhandenen Kernkompetenzen aufzugeben, bezweifle ich. Das Gerangel über die philatelie zeigt doch die Folgen nur zu deutlich auf. Zumindest räumt er ein, dass es noch sehr gut funktionierende Ortsvereine gibt.

Dass die Einnahmen der Stiftung zwar maßgeblich zum Haushalt des BDPh beitragen und durch das gesunkene Zinsniveau stark zurückgehen, zwinge die erwähnten Tabus endlich anzugehen. Vielleicht haben gerade die Stiftungsmittel in der Vergangenheit einen notwendigen Strukturwandel verhindert.

Dass die Zwangsmitgliedschaft das Gewinnen von Mitgliedern verhindere und zudem Mitglieder der Ortsvereine nur etwa ein Viertel des Beitrages eines Direktmitglieds bezahlen um die philatelie zu erhalten, wird kritisiert. Übersehen hat Dr. Penning, dass die philatelie weitgehend – noch – aus Stiftungsmittlen bestritten wird und dass die Mitglieder der Ortsvereine zusätzlich auch einen Obulus an die Landesverbände abzudrücken haben, die abzuführenden Beiträge steigende Tendenz haben und eine Steigerung der Mitgliedsbeiträge kaum noch umzusetzen ist. Dafür steigen aber die Ausgaben der Ortsvereine, man denke nur an Kataloge, so stark, dass sie den Mitgliedern immer weniger für ihren Beitrag bieten können. Während der BDPh den Status der Einzelmitglieder in seiner Satzung geregelt hat, ist dies z.B. im LV Bayern nicht der Fall.

Besonders kritisiert er an den „Visionen zur Zukunftsentwicklung des BDPh“, dass ab 2020 die Notwendigkeit absehbar sei, den BDPh in einen Fachverband mit spezialisiertem Anspruch umzuwandeln und damit zu einen Zentralverband anstatt ei­nes förderalen Verbandes zu werden. Dies sei die Vision: „Man kann noch mindestens acht Jahre weitermachen wie bisher.“ Da könne man nur noch mit Helmut Schmidt sagen: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“

Man solle also endlich eine vernünftige Sache durchkämpfen, als immer nur den leichteren Weg zu gehen. Bedauerlich sei, dass es viel mehr unorganisierte als organisierte Briefmarkensammler gäbe und sich darunter laut Auktionatoren und Qualitätshändler nicht nur sehr leistungsfähige Philatelisten, sondern auch ihre besten Kunden befinden.

Er spricht aber auch die Zukunft des BPP an. Auch hier fehle es an Prüfern. Die Prüftätigkeit erfordere immer mehr an Breite und Tiefe des Wissens. Dazu wird die Prüftätigkeit meist neben dem eigentlichen Beruf ausgeübt. Viele Prüfer, die Philatelie berufsmäßig betreiben, könnten in der Zeit, die sie für Prüfungen aufwenden, viel mehr Geld in ihrem Beruf verdienen. Prüfen sei meist kein Geschäft, sondern wird als Hobby, Ehrenamt oder auch wegen des Ansehens, das man in philatelistischen Kreisen genießt, ausgeübt. Von Seiten des BDPh, APHV und BDB würde zu wenig oder überhaupt nicht unterstützt, obwohl man die Schwierigkeiten, Prüfernachwuchs zu gewinnen, dort hinreichend kennt.

In der philatelie Febrar 2013 wurden Leserbriefe abgedruckt, die weitgehend seine Aussagen begrüßten.

S. Fleischhacker

Der Schweizer Geldanweisungsverkehr ab 1862

Vortrag von Robert Bäuml im Restaurant Va Bene Chur

(red.) Für die Churer Sammler ist Robert Bäuml (Jahrgang 1942) aus Tiefenbach bei Landshut in Bayern wenig bekannt. Doch wer seine Sammlungen einmal gesehen hat, oder an einem seiner Vorträge zu Gast war, wird neidlos anerkennen: da ist ein wahrer Meister seines Fachs am Werke. Seine Arbeitsweise richtet sich strikte nach Frankaturvorschriften, abgeleitet aus den Postverträgen, welche der Schweizer Bundesstaat ab 1852 mit anderen Ländern abgeschlossen hat. Zudem sucht er sich mit Vorliebe in Randgebieten zu betätigen, welche nicht im Blickpunkt der Sammler stehen. Doch was er daraus macht und auf Albumblättern mit Text festhält, ist erstaunlich und sehenswert. Die Erkenntnis aus seineneu Sammlungen und Vorträgen, oder noch mehr aus persönlichem Gespräch sind sehr wertvoll.

So war es auch im Vortrag zu hören, welcher veranstaltet von der Schweizerischen Vereinigung für Postgeschichte, am Samstag 24. März 2012 im Restaurant Va Bene in Chur gehalten hat. Die Materie wurde aber für alle Erschienen sichtbar gemacht mittels Beamer auf die festinstallierte Leinwand. Eingeladen waren dazu die Rätia-Mitglieder, doch deren Interesse war offenbar nach der vor einer Woche gehaltenen Vereinsauktion nicht sehr gross. Immerhin war unser Präsident Werner Züst zu Gast. Die Glarner Sammlerfreunde hatten gleichentags in Näfels zudem ihren Börsenanlass.

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Es ist hier nicht der Platz, auf den gut einstündigem Vortrag en detail einzugehen, obwohl mehrere interessante Sammelstücke aus unserer Gegend präsentiert wurden. Der Referent dazu bemerkte, dass die allermeisten gezeigten Belege seit vielen Jahren bei ihm versammelt sind, und der Markt heute nahezu leergefegt ist. Es ist also mit wenig Erfolg zu rechnen, würde man sich heute an diesem Sammelziel festmachen. Es ist eine Tatsache, dass interessante Sammelstücke trotz grossem Angebot selten aufzufinden sind. Um so mehr ist also der Besuch von Vorträgen oder auch Ausstellungen anzuraten, wo solcherlei Sammelgut zu sehen ist.

Bei allfälliger Bargeldknappheit nicht gleich verzweifeln!
 

Auch die POST war nicht immer gut bei Kasse:

Da sollte die Poststelle in Malaus am 30. August 1912 der Zwirnerei Zwicky bare 3000 Franken auszahlen.

Aber oh je!

Soviel Geld war nicht in der Kasse! Was tun? In solchem Fall ist doch ein Formular Nr. 1506 von Nutzen! Also rasch eines mit FRANCO-Zettel abgestempelt, und schon war man sicher aus der Bredouille!

(Aus Vortrag und der Sammlung R. Bäuml, gezeigt am 24.3.2012 in Chur)
 

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Wer überdies über den Geldanweisungsverkehr sowie über die Formulare der Schwei­zer Post mehr erfahren möchte, dem sei eine Publikation der Schweizerischen Vereinigung für Postgeschichte bestens angeraten, welche von Robert Bäuml zusammen mit Robert Fürbeth verfasst worden ist. Der Titel lautet:

Formulare der Schweizer Bundespost 1849 - 1907

Der Neupreis beträgt sFr. 35.–. Erhältlich im Briefmarkenhandel oder bei der Schweiz. Vereinigung für Postgeschichte.

Philatelisten-Verein Rätia ChurLückenfüller Nr.5 /April/Mai 2012 / 55.Jahrgang, S. 15


Wir danken dem Philatelisten-Verein Rätia Chur und Herrn Alfred Cerjak  für die freundliche Überlassung dieses Artikels.

S. Fleischhacker
 

MICHEL-E-Books gestartet!

Vor einigen Jahren erlebte ich einen Markenheftchen-Sammler beim Großtauschtag in Garmisch, der nicht nur unzählige Markenheftchen aus aller Welt kaufte, sondern alle, die er hatte, und das waren wohl nicht wenige, in seinem Smartphone abgespeichert hatte. Ich dachte damals schon wie schön es wäre, wenn man die ganzen Kataloge auch in so einem kleinen Gerät immer bei sich haben könnte. Mittlerweile gibt es durchaus preiswerte E-Book-Reader, die sogar gut lesbar sind.

Und nun die Offenbarung: Der Schwaneberger Verlag tritt in die neue Zeit ein und bringt seinen MICHEL-Deutschland-Spezial-Katalog 2012 in zwei Bänden als E-Book für kurze Zeit zum Einführungspreis von 98,90 € heraus. E-Books haben derzeit allerdings das kleine Problem, dass nicht jedes E-Book auf allen Reader auch gelesen werden kann. Wer bei verschiedenen Anbietern kauft, muss sich unter Umständen  mehrere zulegen.

MICHEL löst dieses Problem auf seine Art: Es funktioniert auf keinem, sondern nur auf PC, Tablets und Smartphones, aber Achtung! - auch nicht auf iPads oder iPhones. Aber auch diese Einschränkung reicht noch nicht: Es funktioniert nur, wenn man eine online-Verbindung ins Internet hat, wozu auch eine nicht ganz billige Internet-Mobil-Flat notwendig ist. Ein Download, den man für ein offline-Lesen bräuchte, ist nicht möglich. Es ist, wie die Webseite kleingedruckt offenbart, letztlich nur ein 5-Jahres-Mietmodell eines online-Kataloges.

Wie soll das in der Praxis funktionieren? Denke ich zurück an den Großtauschtag in Garmisch, dann könnte ich mir mit einem Laptop oder Tablett mit Mobilanbindung das Mitschleppen des Deutschland-Spezials um vielleicht ein paar Gramm erleichtern, wenn es ein modernes und teures Tablett ist und es vielleicht zwei Stunden nutzen, denn eine ständige Funkanbindung fordert den Akku sehr. Die nächsten drei Stunden hoffe ich, dass jemand mir einen gedruckten Deutschland-Spezial kurz ausleiht. Das ganze aber nur, wenn ich dort überhaupt einen Mobilempfang habe. Und was hilft mir ein gutes Netz von Telekom, wenn ich bei Vodafon bin oder umgekehrt. In vielen, vor allem in modernen Gebäuden ist zwar vielleicht noch eine Verbindung für ein Telefongespräch möglich, aber für eine Online-Verbindung ins Internet muss sie schon recht gut sein.

Auf jeden Fall sollte man das Angebot auf der MICHEL-Webseite http://www.briefmarken.de/ebooks zum Ausprobieren einer Demo unbedingt nutzen. Wem all das Vorgenannte noch nicht reicht und diese Demo ihn zum Kauf überzeugt – dann soll er kaufen, er hat dieses E-Book wahrlich verdient.

Wer sich zuhause den MICHEL-Online-Katalog leistet, kann dieses „E-Book“ zur Erweiterung seines Katalogs durchaus hinzubuchen, denn mehr als eine Erweiterung dieses Katalogs ist es nicht und wird es durch die fragwürdige Benennung als E-Book auch nicht.

S. Fleischhacker
 

Kennwort: Falsch (29)

Informationen und Warnmeldungen des
Bundes Deutscher Philatelisten e. V.

Vignetten

Sie begleiten die Philatelie vielfältig unter dem Namen:

Erinnophilie

Wertvolle Briefmarken vergangener Jahre dienen häufig als Vorlage.

Hervorragende neue Drucktechniken ermöglichen leicht Verwechslungen mit echten Briefmarken.

Der Bund Deutscher Philatelisten hat die Gefahr der Verfälschung und Täuschung frühzeitig erkannt und deshalb an alle appelliert, die Herausgabe dieser Art von Vignetten generell zu unterlassen.

Im übrigen: Nur deutlich sichtbare und eindeutige, fälschungssichere Kennzeichnung der Reproduktionen auf der Vorderseite der Markenabbildungen verhindert, dass unsere Philatelie zur Erinnophi-(lote)-lie wird!

Anmerkung:

Unter www.wikipedia.de findet man unter Erinnophilie folgende Begriffserläuterung:

Erinnophilie bezeichnet das neben der Philatelie bestehende selbständige Sammelgebiet der nichtpostalischen Marken. Beispiele für solche Marken sind Siegelmarken, Stempelmarken, Gebührenmarken, Steuermarken, Werbemarken, Cinderellas und Vignetten. Es gibt auch mit der Philatelie überschneidende Sammelgebiete, z. B. bei den halbamtlichen Flugmarken. Geprägt wurde der Begriff von dem französischen Sammler Dr. Cazin.

Sieht man von Fälschungen ab, sind diese zwar aus philatelistischer Sicht weitgehend uninteressant, erzielen aber bei Erinnophilie-Sammler oftmals erstaunlich hohe Preise. Also Vorsicht, was für den einen Krempel ist, kann für den anderen ein Schmuckstück sein!

So fand übrigens bei der Internationalen Briefmarken-Börse München 2013 ein Vortrag über Stempelmarken wesentlich mehr Interesse als die Vorstellung der Neuheiten des Schwaneberger Verlags.

S. Fleischhacker
 

Kommen Sie doch mal wieder zu einem Vereinsabend!
 

Unbekannte Plattenfehler (59)

Originalmarke:

Bayern Dienstmarke Nr. 17 / 31

Plattenfehler:

Der rechte Löwe hat am linken Hinterfuß unterhalb vom Knie einen großen weißen Fleck.

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Wir trauern um ...

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