18.03.2014

 
66. Landesverbandstag des
Landesverbands Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V.
am 18.05.2014 im
Hotel Burgwirt Natternberg,
Deggendorfer Str. 7, 94469 Deggendorf-Natternberg
 

Der Landesverbandstag des Landesverbands Bayerischer Philatelistenvereine fand Dank der Bereitschaft von Eberhard Höck, Beirat Niederbayern, in Deggendorf-Natternberg statt. Wer wie ich mit der Bahn anreiste, konnte vom Bahnhof Deggendorf aus einen Spaziergang durch das Donautal 6 km, meist entlang einer Ausfallstraße, von gut eineinhalb Stunden eher weniger genießen, da eine vernünftige Ausschilderung entlang der St 2074 nicht existiert. Um es gleich vorweg zu nehmen, wo der nächste LV-Tag stattfindet, steht wieder in den Sternen. Die Versammlung leitete unser neuer komm. 2. Vorsitzender Hr. Thomas Heckel.

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Die Versammlung begann mit der Begrüßung der Ehrengäste, insbesondere des neuen BDPh-Präsidenten Hr. Uwe Decker, des Stadtrates Hr. Ewald Treml, WAN, den beiden Pressevertreterinnen und auch den Ehrenvorsitzenden Hr. Benno Groß und Hr. Jörg Maier. Eine der ersten Informationen des Berichts des 1. Vorsitzenden Ludwig Gambert war, dass der Bundesvorstand des BDPh das Arbeitsverhältnis mit Herrn Wolfgang Peschel, Referent für Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecher, beendet hat. Auf der Website des BDPh steht dazu, dass die Entscheidung aufgrund der allgemeinen Situation gefallen ist und seine Aufgaben bis auf weiteres von der Geschäftsstelle übernommen werden, wobei auf Sicht nicht mehr alle bisherigen Dienstleitungen und lieb gewonnenen Dinge angeboten werden können. Der knapp formulierte Dank lässt die Gründe erahnen. Hr. Decker sieht die Öffentlichkeitsarbeit in erster Linie und tatsächlich besonders wirksam auf der untersten Ebene, wie gerade in der Einladung der örtlichen Presse durch Hr. Höck zum LV-Tag.

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Neben dem Dank an Hr. Thomas Bauer für die Erstellung der LV aktuell und dem Veranstaltungskalender wies er darauf hin, dass nicht nur über vergangene Ereignisse berichtet werden soll, sondern die Vereine besonders auf künftige Veranstaltungen hinweisen sollen, damit diese auch hinreichend besucht werden. Weitere Berichtsthemen waren die Seminare für Juroren und Thematische Philatelie, der LV-Stand und exponate Live auf der IBB mit dem Kinderpostamt, betreut von Hr. Wolfgang Ernst, der doppelte Tag der Briefmarke in Strullendorf und mit einer Rang 3-Ausstellung in Ebersberg, die Ausstellung zusammen mit dem VPhA in Würzburg-Lengfeld, das Jurorenseminar gemeinsam mit dem LV Südwest und eine Ausstellung mit dem LV Hessen 2015.

Der neue Teamwettbewerb wird künftig an den Philatelistentagen durchgeführt. Für 2015 und 2017 haben bereits Gotha und Wittenberg als Ausrichter zugestimmt. Jeder Verband stellt einen Verein, der mit fünf Exponaten je zwei Rahmen als Team startet und auch gemeinschaftlich bewertet wird. Nur das Team kann gewinnen und bekommt neben der Summe der Einzelbewertungen noch Boni für z.B. Erstaussteller, Exponatvielfalt, Jugendteilnehmer, etc. Erstaussteller und Anfänger werden für den Wettbewerb und die Umsetzung des Reglements fit gemacht und die Vereinsarbeit durch neue Themen an den Vereinsabenden gestärkt. Durch die Philatelistentage kommt der Wettbewerb in alle Regionen Deutschlands und wird für die Besucher noch interessanter. Der Name ist auch schon gefunden: German-Team-Challenge. Er steht im Trio mit dem Swiss champion und dem Austria Cup.

Die nächsten interessanten Ausstellungen sind die Alpen-Adria, von unserer Seite bestückt mit 10 Exponaten und 61 Rahmen, die Rang 2/3 Würzburg-Lengfeld, die Rang 3 in Ebersberg 11.-12.10. mit Tag der Briefmarke, die Rang 3 Sept. 2015 in Erlensee/Hanau, die Rang 3 Okt 2015 in Kronach, die Alpen-Adria 2016 im Schloss Schleißheim, die Rang 2 2017 in Ebersberg, die Rang 2 2019 Ansbach. Gerade die Alpen-Adria ist ein Beispiel für gelebte Völkerverständigung.
Das Sorgenkind 'philatelie' hat einige Änderungen bereits erfahren, Ärger bereitet aber noch in den Beiträgen versteckte Werbung.
Die wichtigsten Ziele des LV sind die Öffentlichkeitsarbeit - „Was bieten wir unseren Mitgliedern“ - der Teamwettbewerb, die Jugendarbeit, die Sicherung des bisher Erreichten und die Mitgliederwerbung.

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In der Aussprache wies Beirat Hr. Höck darauf hin, dass für die Jugendarbeit unbedingt über die Änderungen des Jugendschutzgesetzes informiert werden muss, was Hr. RA Übler zusagte.

Schatzmeister Roland Gleißner berichtete, dass die negative Mitgliederentwicklung mit ca. 250 – 300 Abgängen pro Jahr weiter anhält. Die Kasse schloss mit einem geringen Gewinn ab. Die Kassenlage ist auch für 2014, wie dem Haushaltsplan zu entnehmen ist, stabil. Eine Erhöhung ist nicht notwendig. Leider teilte er mit, dass er nächstes Jahr für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung steht.

Die Kassenprüfer beantragten Entlastung des Schatzmeisters und des Vorstands, die einstimmig erteilt wurde. Von 138 Vereinen mit 288 Stimmen waren 66 Vereine mit 80 Stimmen und 94 Stimmen durch Vollmacht anwesend, also nicht einmal die Hälfte der Vereine und diese nur mit 60 % der möglichen Stimmen.

Hr. Uwe Decker stellte als neuer Präsident des BDPh gleich mit „Fakten und Tatsachen“ die wichtigsten Bereiche des BDPh vor: Öffentlichkeitsarbeit, Medien, Ausstellungswesen, Forschung/Literatur – wozu auch die Fälschungsbekämpfung gehört – und Jugend, die sich um 42.000 Mitglieder, Kinder/Jugendliche, Erwachsene, Sammler und Philatelisten, kümmern, national, international und hinsichtlich der Finanzen. Er wies eindringlich auf die Bedeutung der Marke zum „Tag der Briefmarke“ hin, die letztlich der Philatelie zugute kommt. Die Bedeutung muss in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden, insbesondere in der Presse, da die Umsätze in den letzten Jahren stark rückläufig sind. Als Musterbeispiel hier die Christkindleszüge mit der Einbeziehung von Handel und Verlagen. Nächstes Projekt ist die Schiffspost Mosel am 25.5.2014. Eine erhebliche Einsparung wird die Einstellung der Jahresgabe 2014 bringen. Die vier themengleichen Markenausgaben „Lindauer Bote“ mit vier taggleichen, länderübergreifenden Veranstaltungen – Lindau, Balzers, Lauterach, Chur – und verschiedenen touristischen Angeboten ist ein weiteres Highlight. Das Ausstellungswesen werden das Exponat online, die Kombination Rang 2/Rag 3-Ausstellung, der BDPh-Teamwettbewerb „German Team Challenge“, das bilaterale Ausstellungswesen, das FEPA Jurorenseminar 2014 in Berlin, weiter voranbringen. Weiter gibt es ein Seminar Fälschungsbekämpfung und die Initiative „Bildung trifft Philatelie“ für Schulen.

Hr. Uwe Decker stellte sich mit diesem Vortrag nicht nur mit seinen rhetorischen Fähigkeiten, einem knappen, gut gegliederten Vortrag und einer dies gut unterstützenden Präsentation recht überzeugend dar. Klar wurde vor allem, dass er die finanzielle Situation des BDPh und den guten Markenamen „BDPh“ in der Öffentlichkeit, wie er es nannte, im Auge halten wird.

Nach kurzer Mittagspause folgte ein Vortrag von Hr. Ficht über die Mitgliederverwaltung mit dem Programm DIVA, das nun auch SEPA-tüchtig ist. Da ich etwas Kenntnis über dieses Programm habe, fand ich den Vortrag für mich durchaus informativ. Kassenprüfer Hr. Herbert Geier rügte einige Unstimmigkeiten, da ein vernünftiger Einstieg in das Programm einen strikten Ablauf der Eingaben zum Aufbau der dahinterstehenden Datenbank erfordert. Ich muss ihm hier Recht geben, einen Einstieg in das Programm DIVA gab dieser Vortrag wahrlich nicht her. So positiv auch die SEPA-taugliche Übermittlung der Daten an die Bankinstitute zum Beitragseinzug dargestellt wurde, so sehr steht es in Konkurrenz zu den von den Banken und Sparkassen angebotenen Programmen, die für die Vereine, die einen Beitragseinzug durchführen, längst in Gebrauch und wohl gepflegt sind. Ich befürchte, dass Hr. Ficht die EDV-Kenntnisse unserer Vereinsvorstände etwas überschätzt, insbesondere, da Hr. Geier auch bemängelt hat, dass das zur Verfügung stehende Handbuch hoffnungslos überaltert ist. Abhilfe wurde zugesagt. Ob die Übermittlung der persönlichen Daten der Mitglieder an den Landesverband per Email heutigen Verschlüsselungsstandards entspricht, konnte ich nicht hinreichend hinterfragen. Dass Sicherungen auf USB-Sticks oder externen Datenträgern empfohlen wird, ist vernünftig. Dass diese dann voll funktionsfähig mit allen Daten an andere Vorstandsmitglieder oder Hilfswillige weitergegeben werden können, um z.B. Serienbriefe zu fertigen, mag zwar komfortabel sein, ist aber höchst bedenklich. Aber Datenschutz ist ja allgemein noch kein großes Thema. Eine lustige Bemerkung habe ich am Rande noch aufgeschnappt: „Die wollen ja nur rausbekommen , ob wir alle Mitglieder auch gemeldet haben!“ Die Post-Snowden-Ära zeigt wohl langsam Wirkung.

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Dann folgten die Ehrungen:
BDPh Bronze:
Wolfhart Höher, PSV Siemens (den Hr. Bauer entgegennahm)
Thomas Höpfner, Beisitzer des BDPh-Vorstands,
        Fachstellenleiter der Jororen im LV-Bayern
BDPh: Silber:
Christa Gambert
Roland Gleißner, Schatzmeister LV-Bayern
LV:
Günter Blessing, ehem. Beirat Mittelbayern
LV-Bestallungen:
Daniel Debler, Beirat Mittelbayern
Thomas Heckel, komm. 2. Vorsitzender des LV-Bayern
Mitglieder-Wettbewerb:
Würzburg mit 6 Neuzugängen,
Passau und Forchheim mit je 4 Neuzugängen

Interessenten für die Ausrichtung des nächsten LV-Tages und dem Tag der Briefmarke fanden sich, man möchte schon sagen selbstverständlich, nicht.

Im persönlichen Gespräch mit Hr. Decker konnte ich einige Punkte ansprechen, die sicher nicht nur für unseren Verein interessant sind:

Wichtiges wäre die Möglichkeit, eine Vereinshaftpflicht über eine Gruppenversicherung abzuschließen zu können, wie sie z.B. der LV Südwest schon seit Jahren anbietet. Hr. Decker zeigte sich erstaunt, dass dies beil LV Bayern nicht existiert.

Vielleicht konnte ich auch die Bedeutung von aktiven Links auf der Seite des BDPh zu Vereins- oder ArGe-Seiten vermitteln, die diese auf Suchmaschinen besser platzieren würden.

Samuel Fleischhacker