17.05.2015

 
66. Landesverbandstag des
Landesverbands Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V.
am 17.05.2015 in der
Peter-J.-Moll-Halle des TSV Staffelstein
Georg-Herpich-Platz 8, Bad Staffelstein
 

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So gerne ich auch Bahn fahre, eine Betriebseinschränkung bei der S-Bahn wegen Baustellen und ein Ausfall der direkten Verbindung München – Nürnberg auch wegen Bauarbeiten machten nicht nur eine Übernachtung notwendig, sie sorgten auch für eine hinreichend lange Fahrzeit.

Ein nicht bös gemeintes „Du schon wieder?“ zur Begrüßung konnte ich diesmal mit einem frechen „Auch der Landesverband sollte beim terminlichen Zusammentreffen mit dem Moosburger Tauschtag die Bedeutung der Veranstaltungen hinreichend würdigen.“ quittieren. Vom 131 Vereinen mit 273 Stimmen fanden sich 38 Vereine, vertreten durch ein Vorstandsmitglied, und 37 Vereine, vertreten durch einen Delegierten, mit 188 Stimmen, also 57 % der Vereine mit 69 % der Stimmen. Nun ja, in Bremen gehen weniger zur Wahl.

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Wichtige Gäste waren die Ressortleiterin "Jugend, Familie, Bildung" im Vorstand des BDPh e.V. Frau Helma Janssen , der Schatzmeister des Landesverbands Südwestdeutscher Philatelisten-Vereine e. V. Herr Dittmar Wöhlert, der Geschäftsführer des Landesverbands Sächsischer Philatelistenvereine e. V. Herr Horst Vorberg, der Vorsitzende des Nordwestdeutschen Philatelistenverband Elbe-Weser-Ems e.V. Herr Oswald Jansen (den seine Frau begleitete). Erwähnenswert die Ehrenmitglieder Benno Groß, Jörg Maier, Walter Gabriel und der Vorsitzende des Landesrings Bayern Wolfgang Ernst.

Im Jahresbericht des ersten Vorsitzenden begründete Ludwig Gambert mit seinem Umzug nach Kitzingen, wo er wohl bis heute noch kein eigenes Telefon besitzt. Er beklagte den Mitgliederschwund, verstärkt durch Vereinsauflösungen mangels Vorstandsnachwuchses, den man sich doch rechtzeitig heranziehen sollte. Mitgliederwerbung könne wirksam nur vor Ort durch die Vereine durchgeführt werden.

Der BDPh stecke in großen finanziellen Schwierigkeiten, da die niedrigen Zinssätze die Erlöse aus dem Stiftungsvermögen schwinden lasse. 2015 vermutlich um weitere 100000 €. es räche sich, dass Herr Michael Adler – der krankheitsbedingt nicht zum Landesverbandstag kommen konnte – die Stiftung um einen 2-stelligen Millionenbetrag verkürzt habe. Was damit gemeint sein sollte, kann ich nicht nachvollziehen, da das Stiftungsvermögen ja unantastbar ist. Vielleicht ist es eine Anspielung auf den Bau des Hauses der Philatelie, das mit der Vermeidung ständig steigender Kosten für die damals angemieteten Räume begründet wird. Die „philatelie“ könne die drohende Beitragserhöhung beim BDPh einsparen.

Auch die Philatelistischen Bibliotheken leiden unter den sinkenden Mitteln aus der Stiftung. Der Landesverband Südwestdeutscher Philatelisten-Vereine e. V. hat zur Sicherung der Ausleihe einen ansehnlichen Betrag an die Philatelistische Bibliothek München gespendet, der LV Bayern zieht nun auch nach.
Dann folgte der Überblick über die Aktionen und Veranstaltungen, die bekannt sein dürften, wenn die LV aktuell gelesen wird.
In den schriftlich abgegebenen Berichten der Vorstandschaft, der LV-Stellen und der LV-Regionalbeiräte befasste sich der komm. 2. Vorsitzende Thomas Heckel recht ausführlich mit den vergeblichen Bemühungen zur Gruppenunfallversicherung  des Landesverbandes. Als ich mich nach dem letzten Landesverbandstag beim BDPh-Vorsitzenden Herrn Uwe Decker nach der Gruppenhaftpflichtversicherung des Landesverbands Südwestdeutscher Philatelisten-Vereine e. V. erkundigte, wurde ich mit der Feststellung recht rüde unterbrochen, dass das auch beim LV Bayern schon im werden sei und sich Wolfgang Ernst, der beruflich mit Versicherungen zu tun hat, sich darum kümmere, was dieser später wohl durch mich erst erfuhr. Ich erlaubte mir hierzu die Frage, wie weit das nun gediehen sei. Zur Antwort meinte ich, dass wohl das ganze Jahr nichts geschehen sei, obwohl dies für alle Vereine kostensparend wäre, wenn diese nicht der Meinung sind, das sei nicht erforderlich oder die Tauschtage währen ja über den Landesverband eh versichert. Ich war froh, dass dann Wolfgang Ernst die Problematik ausführlich erläutert hat, auch wenn dies bei manchen Sorgenfalten entstehen ließ. Er hat mit dem anwesenden Schatzmeister des Landesverbands Südwestdeutscher Philatelisten-Vereine e. V. selbst abgesprochen, dass er umgehend die Unterlagen erhält.

Regionalbeirat Eberhard Höck hat beim letzten Landesverbandstag um eine Information zu den Änderungen im Jugendschutz gebeten. Leider war er nicht anwesend. Deshalb erlaubte ich mir die Nachfrage, wie das gediehen sei. Wie erwartet natürlich nicht. Mit Hinweis auf das Schreiben des Landratsamtes Landsberg am Lech an den dortigen Verein und den dort gemachten Erfahrungen empfahl ich, auch einmal zu prüfen, wie es überhaupt mit den zu erfüllenden Anforderungen aus dem Jugendschutz bestellt ist, wenn man sich zum Beispiel nur in einer Gaststätte treffen kann. Hier mein Dank an Wolfgang Ernst, der das dann ausführlich erläuterte. Dank auch an Herbert Geier, der seinen Nachbarn aufklärte, dass er wohl völlig daneben läge – vor allem, wenn was passiert – mit seiner Meinung, dass das alles ein „Schmarrn“ sei, denn in seinem Dorf gehe ja der Fussballtrainer nach dem Training mit der Jugend immer ins Wirtshaus und der sei ja Erziehungsberechtigter weil er sie trainiere.

Der Bericht des Schatzmeisters zeigt auf, dass der Mitgliederrückgang einen ansehnlichen Einnahmerückgang bringt. Mit aller Zurückhaltung machte er aber deutlich, dass Differenzen mit den anderen Vorstandsmitgliedern vorhanden seien und er kein Verständnis für die Unerreichbarkeit des 1. Vorsitzenden habe. Die Kassenprüfer lobten seine Arbeit, bestätigten die ordnungsgemäße Führung der Kasse und schlugen die Entlastung des Vorstandes vor.

Der 1. Vorsitzende wurde mit 142 Ja- (75,5 %), 36 Nein-Stimmen bei 10 Enthaltungen,
der 2. Vorsitzende wurde mit 156 Ja- (83,0 %), 28 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen,
der Schatzmeister wurde mit 177 Ja- (94,1 %), 6 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen
entlastet.

Zur Vorstandswahl wurden Ludwig Gambert und Thomas Heckel wie erwartet vorgeschlagen und es wurde offensichtlich damit gerechnet, dass Roland Gleißner sich überreden lässt, wieder als Schatzmeister zur Verfügung steht, was dieser ablehnte. Aller Gerüchteküche zum Trotz schlug Ludwig Gambert den Schatzmeister des Verein für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. Bernd Ziesemer wie ein Karnickel aus dem Zylinder vor.

Gewählt wurden
der 1. Vorsitzende mit 101 Ja- (54,9 %), 79 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen,
der 2. Vorsitzende mit 140 Ja- (76,5 %), 40 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen,
der neue Schatzmeister mit 147 Ja- (78,2 %), keiner Nein-Stimme und 41 Enthaltungen.
Als Kassenprüfer wurden Herbert Geier und Karl Ritschel wiedergewählt.

Aus dem Bericht von Frau Jansen aus dem BDPh ist erwähnenswert, dass es nun die „philatelie“ auch online gibt, allerdings nicht als PDF, sondern über eine Anwendung der Fa. Zinio, die sich bei lizenzpflichtigen Zeitschriften und Abonnements immer mehr durchsetzt, also dem Stand der Technik entspricht. Da mich ein Vereinskollege bat, ihm bei der Anmeldung zu helfen, kenne ich die „philatlie-online“ und war sofort überzeugt, bei der gedruckten Ausgabe zu bleiben. Auch die DPhJ leidet unter den geringeren Zuschüssen aus der Stiftung zunehmend. Der BDPh selbst konnte durch Personalabbau, Verzicht auf die Jahresgabe, Senkung der Reisekosten und Portokosten ein +/-0 in 2014 erzielen. Eine Beitragserhöhung für 2017 zeichnet sich ab.

Geehrt wurden
mit Platz 3 die Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. mit 6.
mit Platz 2 der Münchener Briefmarken-Club e.V. mit 6.
mit Platz 1 die Briefmarken-Sammler-Gemeinschaft Strullendorf e.V. mit 7 Neuzugängen.

Mitglieder wurden mangels Erscheinen nicht geehrt.

Dieter Simon stellte in aller Ausführlichkeit die neue Homepage des Landesverbands vor, was aufgrund der Dauer zu Mißfallensäußerungen führte. Es ist auch etwas unglücklich gewesen , eine Internetseite ohne Internetzugang zu zeigen.

Als ich die Unterlagen zum Landesverbandstag erhielt, war ich über die Anträge – alle von Dieter Simon – mehr als nur überrascht. Nachdem ich mich mit ihnen befasst hatte, auch verärgert. Da ich selbst für die Zeitschrift einer ArGe mitverantwortlich bin für einen sehr hohen vierstelligen Etat und die ArGe genauso unter Mitgliederschwund leidet wie alle anderen, mussten wir auch dort Einsparungen vornehmen und genau untersuchen, wo anzusetzen ist, da jede Maßnahme sehr große oder völlig unbedeutende Beträge erbringt. Die Situation bei der „philatelie“ ist durch die Unterteilung in die „philatelie“ des BDPh und die „philatelie und postgeschichte“ der Stifung ungemein komplexer.

Ich habe mir eine „philatelie“ April 2015 besorgt und die 84 Seiten zuzuordnen versucht:
3 neutrale Seiten:1 Seite Titel
1 Seite Inhaltsverzeichnis
½ Seite Impressum
½ Seite Vorschau aufs nächste Heft
36 Seiten philatelie und postgeschichte32 Seiten Beiträge
2 Seiten ArGen
2 Seiten Literatur
45 Seiten philatelie14 ¼ Seiten Werbung
2 ¾ Seiten von Beiträgen mit Werbecharakter
5 Seiten Messeberichte oder -ankündigungen
   (in anderen Heften auch Beiträge über    Aktionshäuser)
2 ½ Seiten über „Consilium Philatelicum“
   (Werbung oder Sponsoring?)
1 Seite Editorial
10 ½ Seiten BDPh-Beiträge
8 Seiten Vereinsaktivitäten (monatsaktuell!)    
1 Seite Leserbriefe
1 Seite Kleinanzeigen für Mitglieder
und zusätzlich – das ist das besondere an dieser Ausgabe – ein Einleger des Verbandes der Philatelisten in NRW: 4 Seiten Nachrichten aus den Vereinen, monatsaktuell und allen Mitgliedern – wie die „philatelie“ – zugestellt.
Bisher wurde behauptet, das sei technisch nicht möglich.
Selbst die 8 Seiten Vereinsaktivitäten in der philatelie haben der LV aktuell, die nur dreimal im Jahr erscheint, wegen der Infos zu den Tauschtagen den Rang abgelaufen.

Ich konnte mir nicht verkneifen zu sagen, dass ich mit dem Inhalt der „philatelie“ so meine Probleme habe, aber hier geht es ja um geforderte Einsparungen.

Aus eigener Erfahrung schätze ich den Aufwand für Redaktion/Lektorat und Layout auf mindestens 32 Tage. Mir erscheinen vier Redakteure/innen und 7 freie Mitarbeiter recht großzügig bemessen. Wenn diese auch Recherchen vor Ort durchführen und Beiträge schreiben, sieht die Sache völlig anders aus.

Wie steht es mit der Kostenaufteilung zwischen BDPh und Stiftung? Wer erhält die Werbeeinnahmen? Was kosten Honorare, Redaktionsarbeit, Lektorat, Layout, Druckvorbereitung, Druckkosten (pro Seite), Versandaufbereitung, Versand? Welche Auswirkung hat die Halbierung der Ausgaben – wie gefordert von 12 auf 6 – auf die Aktualität, die Mitglieder und die Anzeigenkunden? Welche Auswirkung hat die Verringerung der Seitenzahl pro Ausgabe (vermutlich kaum welche)? Bleiben Fixkosten (Verwaltung der Firma als Beispiel) unverändert? Löst ein Ausfall einzelner Ausgaben im Sommer und Winter – wenn philatelistisch nichts los ist – zumindest eine kräftige aber tolerierbare Einsparung aus?

Auch die Beziehung BDPh und Stiftung mit der Phila Promotion GmbH (wem gehört sie eigentlich) ist bei diesen Betrachtungen wichtig.

Ich hoffte, damit zum Ausdruck gebracht zu haben, dass ein Kahlschlag auf die Hälfte der Ausgaben begründet mit vier Zahlen – man hört immer wieder andere! – den Antrag nicht rechtfertigen.

Den Antrag auf Verlagerung der Einzelmitglieder des BDPh auf die Landesverbände hielt ich für blamabel, hat der LV Bayern doch selbst welche, mit dem Unterschied, dass die vorgeschlagene Streichung von den Teilen der BDPh-Satzung zu den Einzelmitgliedern genau die währen, die in der Satzung des LV Bayern fehlen würden. Dazu musste ich mich belehren lassen, dass wir keine Einzelmitglieder hätten, weil diese im Sammler-Service-Verein eingegliedert wären. Meine Frage, was denn dieser „Verein“ rechtlich darstellen würde, wurde beantwortet: einen GbR. Meine Frage, wie denn diese Mitglieder auf dem LV-Tag vertreten wären, wurde beantwortet mit: durch ein Vorstandsmitglied, denn es wird davon ausgegangen, dass diese „Einzelmitglieder“ kein Interesse daran hätten. Ich konnte mir nicht verkneifen zu sagen, dass dies wohl jedem Demokratieverständnis widerspricht. Es wurde sogar bestätigt, dass die dem Sammler-Service-Verein 2 Stimmen zugeordnet und von diesem Vorstandsmitglied ausgeübt werden. Das veranlasste mich zu der Bemerkung, dass wir uns bemühen sollten, über 50 % „Einzelmitglieder“ zu gewinnen, denn dann könnte man auch auf den LV-Tag als recht merkwürdige Veranstaltung verzichten, denn der Vorstand würde sich selbst wählen und entlasten können und schalten und walten wie er will, auch ohne die Vereine.

Wenn ich das Bestehen dieses „GbR“ akzeptiere, dann sei doch die Frage erlaubt, wenn vor Jahren vergessen worden sei, Beiträge zu erheben und diese im Nachhinein nicht mehr vollständig eingeholt werden konnten, wer denn für diese Pflichtverletzung im „GbR“ hafte. Denn dieser Verein hat seine Beiträge nicht ordnungsgemäß an den Landesverband abgeführt. Dass sich Herr Ansorge bemüht hat, diese nachträglich einzufordern machte ihn nicht verantwortlich für den Einzug der Beiträge. Wer damals Ansprechpartner für den „Verein“ war, wurde verständlicherweise nicht beantwortet.

Ein weiterer Antrag beinhaltet die Forderung, der leitende Redakteur der Mitteilungszeitschrift des BDPh soll zwar über den BDPh berichten, aber nicht an Vorstandssitzungen des BDPh teilnehmen. Er sei ja ein externes Pressemitglied. Stelle ich mir dieses Ansinnen auf unseren Verein bezogen vor, dann dürfte ich als Euer Schriftführer auch keine Vereinsabende, Mitgliederversammlungen und Vorstandsitzungen mehr besuchen, denn der Vorstand hält dann speziell für mich eine Pressekonferenz ab. Einfacher wäre wohl, er macht doch gleich den Schriftkram selbst. Aber als externes „Pressemitglied“ dürfte mir auch niemand mehr vorschreiben, was ich über den Verein schreibe, sei es noch so negativ. Mit diesen Vorschlag muss ich auch meine Kritik an der „philatelie“ zurücknehmen, denn desto negativer sie über den BDPh berichtet, desto mehr könnte die Auflage steigen, kann man sie doch online auch als Nichtmitglied abonieren.

Der vierte Antrag fordert den Landesverband auf, gegen eine Beitragserhöhung zu stimmen. Begründet wurde dies, da vermehrte Austritte die Situation dann weiter verschlimmern würde. Was er zur Verbesserung der Situation dann unternehmen soll, wurde nicht vorgeschlagen. Wahrscheinlich durch die „Erfolge“ der anderen Anträge.
Wie ging die Abstimmung über die Anträge aus?

Der Antrag zur Reduzierung der „philatelie“ wurde mit 62 Ja-, 72 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt.

Der Antrag zur Satzungsänderung bzgl. Einzelmitglieder wurde mit 56 Ja-, 59 Nein-Stimmen bei 31 Enthaltungen abgelehnt.

Der Antrag über die Teilnahme des leitenden Redakteurs der „philatelie“ wurde mit 59 Ja-, 92 Nein-Stimmen bei 22 Enthaltungen abgelehnt.

Der Antrag, die Erhöhung des Beitrages für den BDPh abzulehnen, wurde mit 73 Ja-, 68 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen!

Trotzdem bin ich enttäuscht, weil viel zu wenig Diskussion aus den Reihen der Delegierten kam. Warum trifft man sich denn? Macht doch ein Internetportal auf zum Anklicken:
O Ja O Nein O Enthaltung. Reicht doch!

Den einzig angenommenen Antrag sollten wir uns zum Vorbild nehmen. Stellen wir doch beim nächsten LV-Tag den Antrag, jedes Mitglied sollte ein Smartphone geschenkt erhalten. Oder wäre euch ein Tablett lieber? Begründung: Das würde die Internetangebote des BDPh und LV Bayern nutzbarer machen, einen Anreiz für neue Mitglieder schaffen und damit die Mitgliederwerbung ungemein fördern. Die Kosten hierfür sind durch geeignete Einsparmaßnahmen des LV Bayern ohne Probleme zu kompensieren. Vielleicht wird er, obwohl etwas unsinnig, auch angenommen.

"Wer Visionen hat, sollte einen Arzt konsultieren," ist ein berühmter Ausspruch von Helmut Schmidt. Auch bei uns ist wie in der Politik: Pragmatismus gefordert, denn ändern sich Paradigmen, die man nicht in voller Gänze vorhersehen kann, muss man neue Konzepte gestalten. Dazu braucht es Visionen. Unser Landesverbandsvorstand orientiert sich zu sehr am MERKELanismus: Visionsfrei, trotzdem alternativlos. Der Kampf gegen den BDPh wird zu seinem Markenzeichen des Stillstands bei gleichzeitiger Flexibilität seiner Angriffsziele, so unsinnig sie auch sein mögen. Vernünftiger würde man halt aus dem BDPh austreten, wenn man ihn nicht leiden kann, aber wer würde dann zum Ziel? Langsam sollte man sich die Frage stellen, was wichtiger für die Vereine ist, der BDPh oder der Landesverband. Man könnte sich sicher auch den einen oder anderen Landesverband ersparen, oder gleich alle.

Zum Beitrag der Vereine an den LV Bayern 2016 wurde keine Erhöhung vorgeschlagen und dies einstimmig angenommen. Mit dem Hinweis, dass wir unsere Jahreshauptversammlung satzungsgemäß terminieren, wäre es wichtig, auch etwas über den Beitrag 2017 zu erfahren, löste bei einem Deligierten eine interessante Anregung aus. Man solle doch sowieso rechtzeitig im Verein vorsorgen und die Beiträge nicht nach Bedarf, sondern schon vorher und kräftig erhöhen. Und bitte nur mitteilen, wieviel das im Monat ausmacht, denn dann merken sie das auch nicht. Roland Gleißner meinte dazu, dass 2017 mit einer Beitragserhöhung auf jeden Fall zu rechnen sei. Mein Tischnachbar meinte dazu, dass ja auch die Alpe-Adria zu finanzieren sei und sie deshalb sicher kräftig ausfallen dürfte. Also schlage ich pflichtschuldig vor, dass wir nächstes Jahr eine moderate Erhöhung unseres Mitgliedbeitrages in Höhe von nur 3,- € pro Monat vornehmen, der BDPh braucht ja auch etwas. In einer Diskussion nach der Veranstaltung sagte ich dazu, dass man möglicherweise in Franken die Mitglieder so hinters Licht führen könne, in Bayern besteht eher die Gefahr, dass man erschlagen würde. Aber ich würde gerne diesen Vorschlag aufgreifen und unseren Mitgliedern präsentieren, auch auf die Gefahr hin, dass wir uns schon nächstes Jahr nicht mehr auf dem LV-Tag wiedersehen. Auf jeden Fall sollten wir – nicht satzungsgemäß – unsere Jahreshauptversammlung 2016 erst nach dem Landesverbandstag abhalten.

Irgend etwas Positives zu vermelden? Hans Georg Schlicht, Briefmarkensammlergemeinschaft im BSW Bezirk München, ist bereit, den LV-Tag 2016 in München, voraussichtlich im Pelkoven-Schlössel, mit Werbeschau und Sonderstempel abzuhalten und einen „gemütlichen Beisammensein“ am Vorabend im Alten Wirt.

Für die Ausrichtung des „Tages der Briefmarke“ 2016 fand sich niemand. Nach der Veranstaltung fragte mich Thomas Heckel, ob wir denn nicht bereit gewesen wären. Ich konnte ihm nur sagen, dass wir zwar beschlossen haben, der Vorstand möge prüfen, ob das möglich sei, aber man würde auch einige Helfer brauchen, die in der Lage sind, zum Beispiel Rahmen aufzustellen.

Unter Verschiedenes wurde zum Antrag Ablehnung der Beitragserhöhung gefordert, der Vorstand möge dieses dann auch so beschließen und nicht wie bei den letzten Vorstandswahlen des BDPh anders abstimmen als der Beschluss lautete. Es wurde bestritten, dass ein Beschluss hierzu vorgelegen hätte. Was war denn nun am 5.5.2013 in Kronach wirklich? Zu den Vorstandswahlen bekundete Hr. Dr. Bergmann, dass er sich zur Wahl stellen werde. Welche Bewerber sich weiter zur Wahl stellen würden, war noch offen. Problematisch war die Frage des Schatzmeisters, die wahrscheinlich nur durch eine Verteilung einiger Tätigkeiten oder weitere Auslagerung an ein Büro zu stemmen sein würde. Es ist vielleicht doch nicht so falsch, wenn man sich Notizen macht. Dieser Vorwurf ist falsch. Es gab keinen Beschluss hierzu.

Ein Delegierter monierte noch die fehlende Verabschiedung unseres bisherigen Schatzmeisters Roland Gleißner an. Zumindest ein kleines Geschenk sei angebracht. Entschuldigt wurde dies damit, dass man war überzeugt war, er mache weiter. Dies muss man akzeptieren, denn wer kurzfristig nur ein Jahr vorher bekannt gibt, dass er nicht mehr gewillt ist, weiterzumachen, weil er anstatt Informationen von seinen Mitstreitern zu erhalten, auch noch deren Aufgaben übernehmen muss - und dies bis zu seinem letzten Tag auch tut - verhält sich überraschend und hat sicher alle überfordert. Es überrascht auch nicht, dass der neue Vorstand nun auch erst klären muss, wer die für uns Vereine wichtigste Tätigkeit und wohl tatsächlich die umfangreichste, die Mitgliederverwaltung, übernimmt. Notgedrungen wohl der 2. Vorsitzende mit wenig Begeisterung hierfür.

Wichtig sind auch Gespräche am Rande einer solchen Veranstaltung. So konnte ich mit Frau Jansen über das Thema Vereinsauflösungen mangels Bildung eines Vorstandes sprechen. Gewiss wird es immer schwieriger, jüngere Mitglieder für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen, wenn diese voll im Berufsleben stehen. Die gestiegenen Anforderungen in der Arbeitswelt sind sicher auch ein Grund, warum wir nur sehr schwer berufstätige Mitglieder werben können. Ich versuchte Frau Jansen aber auch für einen weiteren Grund zu sensibilisieren, der meines Erachtens überhaupt Mitglieder gleich welchen Alters hindert, eine Vorstandsarbeit zu übernehmen. Ich habe selbst einige Jahre in einer gemeinnützigen Organisation mit einem Freund Computerkurse für Senioren durchgeführt. Dort bestand eine Haftpflichtversicherung und auch ich selbst war unfallversichert. Wir hatten uns nur um unsere eigene Tätigkeit zu kümmern. Vorstandsarbeit in einem unserer Vereine bedeutet mehr als sich nur um Vereinslokal, Termine und Ausstellungen zu kümmern. Es beinhaltet auch Beachtung der Vorschriften und Sorge um die Mitglieder und den Verein. Es beinhaltet auch Verwaltung und Kassenführung. Heute ist es mit gutem Willen und Tatkraft allein nicht getan, man sollte auch Kenntnisse im Vereinsrecht besitzen und auch zu Vertragsabschlüssen und Haftungsfragen. In den letzten Jahrzehnten hat sich viel geändert und es sind neue Herausforderungen entstanden. Es stimmt bedenklich, wenn Diskussionen entstehen, ob Enthaltungen Nein-Stimmen sind oder nicht, oder wenn fälschlich davon ausgegangen wird, ob Versicherungen bestehen oder nicht. Gewiss kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass sich jeder selbst darum zu kümmern hat. Eine Internetseite ist heute schnell erstellt. Billigste Angebote mit fantastischen Hilfsmitteln gibt es günstig zuhauf. Eins, zwei, drei, schon fertig. Wer wissen will, was zu beachten ist, braucht nur im Internet zu suchen. Die Uni Münster bietet z. B. einen guten Einstieg hierzu auf nur 566 Seiten mit zahlreichen weiterführenden Literaturangaben. Wie lange dauert es wohl, daraus das zu finden, was für eine einfache Seite unbedingt zu beachten ist. Die meisten Dachverbände im gemeinnützigen Bereich stellen dies für ihre Mitgliedsvereine zur Verfügung. Unsere ideellen Vereine sind selbstverständlich einfacher zu führen, aber ganz ohne Unterstützung wird es auch hier nicht gehen. Selbst wenn man sich nur noch zum Plausch in einer Gaststätte ganz unverbindlich treffen will, sobald man nur einen Ausflug plant stellt sich schon die Frage, wer dafür letztlich gerade steht – und haftet, wenn etwas passiert. Geschieht hier keine Wende, werden großen Träume von elitärer Philatelie bald zu Grabe getragen sein, neben BDPh und LV.

Interessant für mich als Mitglied in einer ArGe war, dass nach Wegfall einer Mitgliedschaft in einem dem LV/BDPh angehörenden Verein – für diese Mitglieder musste die ArGe vorher keine Beiträge an den BDPh abführen – kein Eintritt in einen anderen LV/BDPh-treuen Verein, keine Einzelmitgliedschaft für 25,- € beim LV oder für 39,- € beim BDPh mehr erforderlich ist, da über die ArGe selbst für nur 12.- € der dann notwendige Beitrag an den BDPh entrichtet werden kann. Ich sehe dabei schon die Gefahr, dass Vereinsmitglieder, die sich für ein gewisses Gebiet spezialisiert haben und deshalb einer ArGe beigetreten sind, dem bisherigen Verein den Rücken kehren. Aber auch für die Einzelmitglieder des LV und des BDPh macht es nun Sinn, sich für nur wenig mehr Geld besser einer interessanten ArGe anzuschließen. Aber das ist dem Landesverband wohl noch nicht aufgefallen.

Die für die Veranstaltung genutzte Turnhalle war zwar spartanisch, aber durchaus ausreichend und hoffentlich auch kostengünstig. Als ich recht frühzeitig eintraf, gab es schon Kaffee und auf meine Frage zum Mittagsessen gleich die Auskunft, dass keine Mittagspause geplant sei. Bei Wahlen und Anträgen dieser Art war ich froh, dass es für alle Fälle Würstel gäbe. Die waren dann, weil doch etwas zu Mittag gebraucht wurde, wie der Kaffee gut und preiswert.

Samuel Fleischhacker